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Equinix-Geschäftsführer Badoux : „Wir stellen ein, wir bauen - das macht Spaß“

Alle Hände voll zu tun: Donald Badoux, Chef des Rechenzentrums-Betreibers Equinix Deutschland in Frankfurt Bild: Rainer Wohlfahrt

Donald Badoux lacht gerne und viel. Und geschäftlich hat der Holländer an der Spitze von Equinix Deutschland auch viel zu lachen. Die Geschäfte des Betreibers von Rechenzentren laufen gut.

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          Ob er Kanadier ist oder Franzose? Wo kommt ein Mann mit diesem Nachnamen her? Das Rätseln des Gastes hat rasch ein Ende, nachdem Donald Badoux ihn begrüßt hat. Der großgewachsene Mann mit dem ins Silbrige changierenden und sportlich kurzgeschnittenen blonden Haar spricht mit einem Zungenschlag, der ihn als Niederländer ausweist. Und er ist einer von der humorvollen Sorte. „Ich komme aus dem siebzehnten Bundesland, eh?“, sagt Badoux mit einem breiten Grinsen. Er lacht, wie sich im Gespäch zeigt, gerne. Und an der Spitze von Equinix Deutschland, das seinen Sitz im Frankfurter Gallus hat, hat Badoux zurzeit auch eine Menge zu lachen. Denn geschäftlich geht es dem Betreiber von Rechenzentren seit geraumer Zeit sehr gut - so wie auch den Mitbewerbern wie Interxion, Telehouse und E-Shelter.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Von Konkurrenz ist in der Branche kaum die Rede. Obwohl um Kunden gerungen wird, ist doch für alle genug da, denn die Nachfrage nach Stellflächen für Hunderte von Hochleistungsrechnern, die Kunden in den Rechenzentren aufstellen wollen, ist hoch. Erst Ende April hat Badoux’ Haus wissen lassen, seinen Rechenzentrums-Campus an der Lärchenstraße im Stadtteil Griesheim zu erweitern. Die deutsche Tochterfirma eines gleichnamigen Konzerns aus Amerika baut dort ihr siebtes Data Center in Frankfurt. Es soll auf einer Bruttofläche von 6000 Quadratmetern Platz für Hochleistungsrechner bieten, die Daten von Kunden verarbeiten und speichern.

          370 Mitarbeiter in Frankfurt

          An seinen Standorten in Bergen-Enkheim, in Griesheim, in der Innenstadt und an der Kleyerstraße hat Badoux schon ein Mehrfaches dieser Fläche zur Verfügung. 340 Mitarbeiter bei Equinix und 30 beim unlängst übernommenen Mitbewerber Telecity in Frankfurt zählen zu seiner Belegschaft, hinzu kommen die 20 Auszubildenden und Mitarbeiter im Studium.

          Der 1961 geborene und in Utrecht aufgewachsene Manager ist über die Telekommunikationsbranche zu Equinix gestoßen und Jörg Rosengart an die Spitze gefolgt. Bevor er bei dem Rechenzentrumsbetreiber anheuerte, war er fast neun Jahre für verschiedene Unternehmen in Deutschland tätig, unter anderem für Verizon, einen amerikanischen Riesen aus der Telekom-Welt. Solche Unternehmen zählen zu den Kunden von Konzernen wie Equinix. Wie Badoux sagt, hat er die Seite gewechselt, weil er die Data-Center-Branche als eine „sehr spannenden Industrie“ ansieht. Sie sei geprägt von enormem Wachstum und stehe für ein dynamisches Umfeld. „Wir stellen ein, wir bauen - das macht Spaß“, sagt er. Er will vor allem Techniker einstellen, die sich mit Kühlung und Elektrik auskennen. „Das ist nicht einfach, weil viele Firmen solche Kräfte suchen.“

          Porsche-Fan

          Auch privat mag es der Niederländer am Main gerne dynamisch. „Ich bin leidenschaftlicher Porsche-Fahrer“, sagt er und fügt in Anspielung auf das Holländer-Image in Deutschland lachend hinzu: „ohne Anhänger-Kupplung“. Wohnen in Frankfurt ist jedoch nicht so seine Sache: „Ich lebe lieber außerhalb.“ Wenn er nach der Arbeit über die A 661 nach Hause nach Oberursel fahre, sehe er das Grüne und den Feldberg - da gerät er beim Erzählen regelrecht ins Schwärmen.

          Sorgen über nachlassendes Wachstum macht er sich nicht. Nachdem anfangs Telekommunikationskonzerne und Finanzdienstleister für viel Nachfrage gesorgt hätten, klopften nun vermehrt Anbieter von Cloud-Computing („Software aus der Steckdose“) an, bei denen Unternehmen und Privatleute ihre Daten lagern. Zudem entdecke der Mittelstand die Vorzüge der freien Rechenzentren - angesichts hoher Kosten, die ein eigenes Data Center nach sich ziehe.

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