https://www.faz.net/-gzg-afylp

Energiewende : Müll als saubere Wärmequelle

Auf der Mainova-Fernwärme-Baustelle im Allerheiligenviertel: Ein Schweißer verbindet zwei Fernwärmerohre miteinander. Bild: Maximilian von Lachner

Die Stadt Frankfurt hat ehrgeizige Klimaziele und muss dafür auch ihre Wärmeversorgung umbauen. Abfallverbrennung und Rechenzentren spielen dabei eine besondere Rolle.

          3 Min.

          Die Rechnung des Berliner Borderstep-Instituts klingt ideal: In Frankfurt stünden genug Rechenzentren, um mit ihrer Abwärme die Wohnungen und Büros der ganzen Stadt zu heizen. Wenn es denn so einfach wäre. Tatsächlich ist die Wärmewende als Teil der Energiewende eine noch wenig diskutierte Mammutaufgabe. Dabei geht es um fast die Hälfte des Energieverbrauchs der Stadt, der bislang vor allem durch das Verfeuern von Kohle, Erdgas und Öl gedeckt wird. Lediglich 25 Prozent der verheizten Energie können als CO2-neutral verbucht werden, etwas mehr, 28 Prozent, werden mit Steinkohle erzeugt. Für die Zukunft plant der Frankfurter Energieversorger Mainova stattdessen mit Müll, Biomasse, Wasserstoff und Abwärme. Außerdem soll das Fernwärmenetz ausgebaut werden.

          Inga Janović
          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Man setze für den Wärmesektor weiterhin auf einen Technologie-Mix, erklärt Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova. Er steht in der Verantwortung, für die im Römer formulierten Klimaziele gangbare Wege zu entwickeln. Dabei hat die neue Koalition den Energieanbieter unter Druck gesetzt: Nicht erst im Jahr 2045, sondern schon 2035 will die Stadt das Ziel der Klimaneutralität erreicht haben. Bis dahin müssten sämtlicher Strom, die Antriebsenergie für Autos, Busse, Bahnen und die Wärme für Wasser, Heizung und Industrie aus erneuerbaren Quellen stammen. Dabei wies schon der alte Zeitplan, der für das Jahr 2035 vorsah, etwa 70 Prozent der Wärmeenergie CO2-neutral zu erzeugen, einen beträchtlichen Anteil „unkonkreter Maßnahmen“ aus. Denn die notwendige Technologie steckt zum großen Teil noch in den Kinderschuhen, und eine weitere Vorbedingung, nämlich die bauliche Dämmung des gesamten Gebäudebestandes, ist noch längst nicht abgearbeitet.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
           Die Handlung findet nicht einvernehmlich statt. Genau das reizt die Exhibitionisten – und macht sie zu Straftätern. (Symbolbild)

          Exhibitionisten in der Bahn : Masturbieren nur mit Mundschutz

          Immer mehr Exhibitionisten sind in deutschen Zügen unterwegs. Auch wenn sie dies mitunter nicht so wahrnehmen, begehen sie strafbare Sexualdelikte. Wie sich Betroffene wehren können – und wie man Tätern den Erfolg nimmt.
          Lieber was Eigenes: Ein Einwohner von Wuhan erhält eine Impfung mit dem chinesischen Sinopharm-Vakzin.

          Impfstoffe : China bremst BioNTech aus

          Die Verhandlungen liefen bereits, man war zuversichtlich. Eine Milliarde Impfstoffdosen im Jahr wollte das Unternehmen auf dem größten Markt der Welt verkaufen. Doch daraus wird wohl nichts.
          „Deutsche mögen gerne wenig Rand“: Weltmeister Francesco Iallazo hat noch Missionsarbeit für die echte „Napoletana“ vor sich.

          Pizza-Weltmeister Ialazzo : „Das Entscheidende ist der Teig“

          Francesco Ialazzo ist Weltmeister im Pizzabacken. Im Interview spricht er über die echte Pizza Napoletana, die besten Zutaten aus Campanien, Teigtemperaturen und seine Ideen für ein Franchise im ganzen Rhein-Main-Gebiet.