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Energiewende : Hessens Bauern: Entschädigung für Stromtrassen

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Im Beisein von Bundesministerin Aigner (links) wurde Hessens Milchkönigin Charlotte I. von Vorgängerin Marie I. gekrönt Bild: dpa

Hessens Bauern kämpfen um ihre Flächen. Die Landwirte fürchten neuen Landfraß, weil Stromautobahnen quer durch das Land gebaut werden sollen.

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          Hessens Landwirte fordern Entschädigungen, wenn sie Flächen für die zur Energiewende benötigten Stromtrassen zur Verfügung stellen müssen. „Wir müssen da eine Lösung finden“, sagte Verbandspräsident Friedhelm Schneider am Donnerstag am Rande des Bauerntages in Darmstadt. Es dürfe nur so wenig Boden wie unbedingt nötig wegfallen. „Wir müssen unsere Fläche schonen.“

          Die Stromautobahnen werden gebraucht, um Energie aus Wind oder Sonne über längere Strecken zum Verbraucher zu bringen. Flächen fallen aber auch weg für Häuser, Straßen und Schienen. In Hessen seien es täglich vier Hektar, erklärte Schneider.

          Trasse könnte durch Kreis Offenbach verlaufen

          Laut Netzentwicklungsplan sollen in Deutschland in den kommenden zehn Jahren mindestens 3800 Kilometer an neuen Stromautobahnen gebaut werden, um den Atomausstieg zu meistern. Eine Trasse könnte vom niedersächsischen Wehrendorf ins südhessische Rödermark-Urberach im Kreis Offenbach verlaufen. Darüber hinaus soll in Nordhessen für Windenergie aus der Nordsee eine Höchstspannungsleitung gebaut werden. Ihre Strecke verläuft von Wahlen in Niedersachsen nach Mecklar im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

          Unterstützung für seine Forderung bekam Schneider vom scheidenden Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner: Auch Sonnleitner wandte sich dagegen, Bauern Fläche unüberlegt wegzunehmen. „Wir brauchen weltweit jeden Hektar, um die Ernährung zu sichern.“

          Kritik von Milchviehhaltern

          Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bezeichnete die Energiewende als Herkulesaufgabe. Sie bleibe aber das Ziel. „Auch ich will nicht mehr zurück zur Atomindustrie“, sagte er. Der Regierungschef kritisierte wie Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) eine von der EU-Kommission geforderte Flächenstilllegung. „Es ist noch lange nicht ausgemacht, dass das uns weiterbringt.“

          Der Bauerntag findet alle zwei Jahre statt. Nach Angaben des Verbandes kamen rund 600 Teilnehmer. Unweit davon protestierte eine Gruppe Bauern gegen drastische Milchpreissenkungen. „Beim Bauerntag wird aber wieder mal eine heile Welt gepredigt“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber.

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