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Abschied von Öl und Gas : 30.000 Euro für den Heizungstausch

Tauschkandidat: Alte Ölheizungen sollten gegen andere Technik ausgewechselt werden, wie nicht nur Klimaschützer meinen Bild: Picture-Alliance

Mit höheren Zuschüssen will die Politik den Abschied von Öl und Gas vorantreiben. Für hessische Hausbesitzer legt das Land noch eine Schippe drauf.

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          Das Reihenhaus ist von 1994. Ebenso alt, gute 26 Jahre, ist auch die Gasheizung. Die laufe noch tadellos, auch der Schornsteinfeger sei zufrieden. „Warum sollte ich etwas unternehmen?“, fragt der Hausbesitzer aus Bad Vilbel aus einem verständlichen Grund. Neue Heizungen kosten erst einmal viel Geld, die Investition will gut überlegt sein. Jede zweite Ölheizung in Hessen war nach Angaben des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte im Jahr 2019 älter als 20 Jahre, vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern auf dem Land. Selbst bei einem Austausch bleibt der gewohnte Brennstoff oft die erste Wahl. Neue Brennwertkessel sind zwar effizienter als die veralteten Niedertemperaturgeräte, doch die Umweltbelastung bleibt. Alte Heizölkessel blasen nach Berechnungen des Bundesumweltamtes dreizehnmal so viel Kohlendioxid in die Luft wie ein Pelletkessel. Beim Erdgas sind es gut zehnmal so viel CO2.

          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Um Hausbesitzern den Einsatz von Energiequellen wie Pellets, Solarzellen und Wärmepumpen schmackhaft zu machen, pumpt die Politik bisher schon Millionensummen in Energieberatung und Fördertöpfe. Wohngebäude gehören mit zu den größten Energieverbrauchern in Deutschland und haben einen nicht unerheblichen Anteil an der CO2-Belastung, doch die Modernisierungsquote stagniert konstant bei rund einem Prozent im Jahr. So kann die Energiewende nicht gelingen.

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