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EM der Rollstuhl-Basketballer startet : Blut und blaue Flecken

Blut und blaue Flecken: Beim Rollstuhl-Basketball geht es mitunter rabiat zur Sache. Bild: dpa

Am Freitagabend beginnt in Frankfurt die Europameisterschaft im Rollstuhl-Basketball. Die zwölf besten Männer- und die acht besten Frauenteams werden um den Titel dribbeln. Als großer Favorit gilt die deutsche Frauenmannschaft, die bei den Londoner Paralympics gewann.

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          Im Motto ist ein Augenzwinkern zu spüren: „Frankfurt dreht am Rad“. Nein, der Zustand einer nahenden Überlastung, den diese Worte umgangssprachlich signalisieren, ist damit nicht gemeint. Im Gegenteil: Bei der Europameisterschaft im Rollstuhl-Basketball, die an diesem Freitag in Frankfurt beginnt, darf man den Satz im Wortsinn verstehen. In der Eissporthalle wird kräftig und gekonnt am Rad gedreht. Denn der Vortrieb ist bei den teuren Hightech-Rollstühlen, die in dieser Sportart zum Einsatz kommen, neben dem Geschick am Ball mitentscheidend.

          Am Freitag um 18.45 Uhr ist es so weit. Mit der Eröffnungsfeier beginnt die EM, bei der die zwölf besten Männer- und die acht besten Frauenteams an den Start gehen. Eröffnet wird sie nach einem Showprogramm von Bundespräsident Joachim Gauck und dem Niederländer Jan Berteling, dem Präsidenten des europäischen Rollstuhl-Basketball-Verbandes. Danach beginnt der sportliche Ernst, der erst am Sonntag, dem 7. Juli, mit den Finalspielen in der Eissporthalle am Ratsweg enden wird. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg für die deutschen Teams.

          Veranstalter erwarten 35.000 Zuschauer

          Großer Favorit ist das Frauenteam von Bundestrainer Holger Glinicki, das als Sieger der Paralympics von London 2012 an den Start geht. Das Eröffnungsspiel bestreiten am Freitag jedoch die Männer. Um 20.15 kommt es zum Duell des Teams von Bundestrainer Nicolai Zeltinger mit Titelverteidiger Großbritannien. Es ist gleichzeitig eine Neuauflage des EM-Endspiels von 2011. Der erste Einsatz des Frauenteams folgt am Samstag (16.45 Uhr). Gegner ist Frankreich.

          35.000 Zuschauer sollen bis zum Sonntag die Spiele verfolgen. So lautet zumindest die Vorhersage der Veranstalter. „Frankfurt hat alles, was man braucht: die Infrastruktur, die Stadt hinter uns und ein gutes Team“, sagt Pierre Fontaine, der Chef des Organisationskomitees. Für ihn ist die Favoritenfrage ein klarer Fall: „Von den Damen erwarte ich den Titel.“ Aber auch den Männern werden Titelchancen eingeräumt. Das Eröffnungsspiel wird in dieser Hinsicht erste Aufschlüsse geben.

          In den deutschen Teams spielen auch viele Hessen

          In beiden deutschen Mannschaften sind Spielerinnen und Spieler aus Hessen stark vertreten. Im Frauen-Team drehen drei Akteurinnen der Mainhatten Skywheelers am Rad: Maria Kühn, Annegrit Briesmann und Heike Friedrich. Vom RSV Lahn-Dill kommt Annabel Breuer hinzu. Bestens bekannt in der Gegend dürfte noch Gesche Schünemann sein, die beim RSV spielte, bevor sie zum Hamburger SV wechselte. Bei den Männern ist der Anteil der Spieler des RSV Lahn-Dill hoch. Gleich fünf spielen in Wetzlar, wo auch Bundestrainer Zeltinger Chefcoach ist. Björn Lohmann, Marco Zwerger, Jan Haller, Thomas Böhme und Felix Schell kommen vom erfolgreichsten Klub der Rollstuhl-Basketballwelt. Auch die Skywheelers sind mit drei Spielern vertreten: Thomas Becker, Lars Lehmann und Sebastian Wolk, der Kapitän. Damit stammen zwei Drittel der deutschen Auswahl aus Hessen.

          Die Zuschauer, die diese Sportart in der Eissporthalle vielleicht zum ersten Mal zu sehen bekommen, werden sicherlich erstaunt sein. Denn Rollstuhl-Basketball ist alles andere als ein beschauliches Geplänkel. Hier geht es gewaltig zur Sache. Die Dynamik, die spektakulären Szenen mit viel Körpereinsatz, akrobatische Leistungen der Akteure in den Rollstühlen, Stürze, blaue Flecken und blutige Finger - all das wird es zu sehen geben, wenn Frankfurt am Rad dreht.

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