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Sorge um Inklusion : Elternbund gegen Ausbau der Förderschulen

Zusammen: Der Elternbund ist für eine inklusive Beschulung von geistig behinderten Kindern. Bild: dpa

Frankfurt plant einen Ausbau der Förderschulen für „Geistige Entwicklung“. Der Elternbund Hessen sieht darin einen Rückschritt hinsichtlich der Inklusion von behinderten Kindern.

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          Der in Frankfurt geplante Ausbau der Förderschulen für „Geistige Entwicklung“ ruft den Widerspruch des Elternbunds Hessen hervor. Die reformorientierte Elternvereinigung sieht in zusätzlichen Kapazitäten an den Schulen einen Widerspruch zum Gebot der Inklusion. Damit stellt er sich auch gegen die Position des Stadtelternbeirats und des Stadtschülerrats, die mehr Förderschulplätze für geistig behinderte Kinder befürwortet hatten.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Meinung des Elternbunds würde das dazu führen, dass Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung weiterhin auf Förderschulen statt in den inklusiven Unterricht an Regelschulen geschickt würden. Der Ausbau sei nicht mit den Vorgaben im Hessischen Schulgesetz vereinbar. Danach sei der gemeinsame Schulbesuch von Kindern mit und ohne Förderbedarf die Regel und die Trennung in Regel- und Förderschulbesuch die Ausnahme. Das Land Hessen habe sich im Jahre 2012 in seinem Aktionsplan zur Verwirklichung der UN-Behindertenrechtskonvention zu den Verpflichtungen aus der Konvention bekannt und sich zum Ziel gesetzt, dass Förderschulen ihre Angebote und ihre Kompetenzen schrittweise unter das Dach der allgemeinen Schule zur wohnortnahen inklusiven Beschulung verlagern.

          Unzulässig sei daher auch die nach Einschätzung des Elternbunds weiterhin gängige Praxis, Eltern von geistig behinderten Kindern eine Förderschule wegen dort bestehender besserer Fördermöglichkeiten zu empfehlen. Über die Möglichkeit der inklusiven Beschulung entscheide noch immer die Schulaufsichtsbehörde. Diese sei befugt, das Kind gegebenenfalls auch gegen den erklärten Willen der Eltern einer Förderschule zuzuweisen.

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