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Elektromobilität in Frankfurt : Mit gutem Beispiel voran

  • -Aktualisiert am

Tankwartin: Als Petra Roth 2010 im Parkhaus Börse die erste Elektrotankstelle in einem Frankfurter Parkhaus eröffnete, war sie noch Oberbürgermeisterin. Bild: Dieter Rüchel

Frankfurt will Vorreiter in der Elektromobilität werden. Bisher ist es beim Wunsch geblieben. Jetzt erhalten die Ämter Zuschüsse für Elektroautos.

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          Die Bediensteten der Stadt sollen nicht mehr die Luft mit Autoabgasen verpesten. Geht es nach dem Magistrat, werden sie in Zukunft in größerer Zahl mit Elektroautos unterwegs sein. Man wolle in Frankfurt mit gutem Beispiel vorangehen und Elektrofahrzeuge im Alltag in den Ämtern und Fachabteilungen einsetzen, hat Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) angekündigt.

          Die Stadtregierung beschloss dazu jüngst eine „Beschaffungsinitiative“. Durch einen finanziellen Anreiz sollen Dezernate und Ämter animiert werden, Autos mit Elektroantrieb anzuschaffen. Die Zuschüsse, die das Wirtschaftsdezernat dafür gewährt, sollen die gegenüber konventionellen Fahrzeugen höheren Beschaffungskosten ausgleichen. Man wolle „Vorreiter“ bei der Elektromobilität werden, sagte Dezernent Frank.

          Noch einige Probleme zu bewältigen

          Das haben er und der mittlerweile verstorbene Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Die Grünen) freilich schon vor mehr als fünf Jahren behauptet. Aus Anlass der damaligen Automobilmesse testete die Stadt das erste für den Massenmarkt hergestellte Elektroauto „i-Miev“ des japanischen Konzerns Mitsubishi. In der Mainmetropole müsse belegt werden, dass die neue elektrische Antriebsform alltagstauglich eingesetzt werden könne, hatte damals Stadtrat Frank gesagt. Sein Kollege Sikorski hatte hinzugefügt, man werde unentwegt für die extrem saubere und leise Elektromobilität werben.

          Abgesehen davon, dass man die Herstellung von Elektrizität für den Fahrzeugantrieb bei dem derzeit hohen Anteil von Kohlekraftwerken an der Stromherstellung nicht unbedingt als sauber bezeichnen kann, hat das Werben nicht allzu viel genutzt. Frankfurt ist zwar mit Offenbach, Wiesbaden und Kassel „Modellregion Elektromobilität“ und erhält dafür Geld vom Bund. Aber der städtische Fuhrpark ist noch längst nicht elektrifiziert.

          E-Busse für den Stadtverkehr

          Dabei hat sich Frankfurt hohe Ziele gesetzt, wie das 2009 von der Wirtschaftsförderung und der Continental AG erarbeitete Strategiepapier „Elektromobilität in Frankfurt am Main im Jahr 2025“ belegt. Bis 2025 sollen zehn Prozent des gesamten automobilen Verkehrs in der Stadt elektrisch betrieben sein, heißt es zum Beispiel darin. Im Stadtkern innerhalb des Alleenrings sollen bis dahin Elektrofahrzeuge sogar die Hälfte der Autos ausmachen. Der Strom, mit dem ihre Batterien aufgeladen werden, soll darüber hinaus zu 100Prozent aus regenerativen Energiequellen stammen.

          Immerhin gibt es jetzt in vielen Parkhäusern Ladestationen für Elektroautos. Und der eine oder andere Kommunalpolitiker geht sogar mit gutem Beispiel voran: Der SPD-Stadtverordnete Roger Podstatny etwa hat sich einen Opel Ampera angeschafft und lässt ihn zuweilen im Parkhaus Römer „auftanken“. Dagegen wird der Dienstwagen von Wirtschaftsdezernent Frank immer noch von einem Verbrennungsmotor angetrieben. Auch der von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Das Trommeln für die E-Mobilität ist offenbar nicht laut genug gewesen.

          Das Strategiepapier Elektromobilität sieht übrigens für 2015 unter anderem den Einsatz von Elektrobussen anstatt von Dieselbussen vor. Die alten Ruß-Busse sollen kontinuierlich durch E-Busse ersetzt werden. Es sieht aber nicht so aus, als ob dieses Ziel erreicht werden kann. Derzeit gibt es keinen E-Bus auf dem Markt, den die hiesige Nahverkehrsgesellschaft Traffiq für ökonomisch und alltagstauglich hält. Nicht einmal die Hybrid-Busse konnten sich durchsetzen. Lediglich drei Fahrzeuge mit dieser Technik sind derzeit im Nahverkehr unterwegs.

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