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Elefantenhaus im Opel-Zoo : Warten auf den großen Umzug

Großprojekt: Nur unklare Vorstellungen haben die Elefanten von dem, was sie im neuen Haus erwartet. Bild: Kaufhold, Marcus

Im Opel-Zoo in Kronberg kommt der Neubau des Elefantenhauses voran. Am Samstag ist darin Richtfest gefeiert worden. Von März an sollen die drei Elefantendamen einziehen können.

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          Im Rohbau unterscheidet sich das künftige Elefantenhaus des Opel-Zoos kaum von anderen Gebäuden. Betonwände, ein Stahlgerüst für das lichtdurchlässige Dach, dazwischen ein Baukran. Wenn man genau hinsieht, sind allerdings Absperrgitter zu entdecken, deren Dimension ein Hinweis auf die späteren Bewohner ist. Die Lücken zwischen den Stäben sind so groß, dass sich kleinere Tiere leicht hindurchzwängen könnten. Zugleich aber ist die Konstruktion so massiv, dass sie der Kraft eines tonnenschweren Dickhäuters standhält.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die Besucher des Richtfests am Samstag konnten auch an dem Rednerpodest mit etlichen Metern Durchmesser erahnen, warum eine Unterkunft für Elefanten andere Ansprüche erfüllen muss als ein Pferdestall. Bei der flachen, wannenartigen Konstruktion handelt es sich um die künftige „Erlebnisdusche“ für die exotischen Bewohner.

          Von der Regionalliga in die erste Liga

          Für den Vorstandsvorsitzenden der von Opel Hessischen Zoostiftung, Gregor von Opel, ist das neue Elefantenhaus das wichtigste Projekt der gesamten 27 Jahre, in denen er sich um das Freigehege für Tierforschung kümmert. Und das nicht nur wegen der Investitionssumme von zehn Millionen Euro, zu deren Finanzierung unter anderem Spenden der Liselott- und-Klaus-Rheinberger-Stiftung, der Flughafen-Stiftung und der Stadt Eschborn beitragen. Die Übernahme der Schirmherrschaft durch den hessischen Ministerpräsidenten sei ein wichtiges Signal gewesen, dass die Bedeutung des Zoos mit den einzigen Elefanten Hessens weit über die Region hinausreiche, sagte Opel. Die mit Direktor Thomas Kauffels in der „Zoo-Vision“ beschriebene Weiterentwicklung des Tiergeheges habe endlich die nötige Planungssicherheit verschafft. „Wir waren in der Regionalliga und hatten jetzt Pläne für die erste Liga“, so der Vorstandsvorsitzende.

          Als wichtige Institution, die Tiere und Menschen einander näher bringe, bezeichnete der Staatssekretär im hessischen Umweltministerium, Mark Weinmeister (CDU), den Opel-Zoo. Sie vermittle damit die Bedeutung der Artenvielfalt. „Man kann nur schützen, was man kennt“, sagte Weinmeister in Vertretung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Die Diskussion um die Haltung von Tieren in Zoos werde oft verkürzt. Die Voraussetzungen müssten stimmen, so wie es hier in Kronberg der Fall sei. Gegen überzogene Ansprüche wandte sich auch Zoodirektor Kauffels. Die Strategie mancher Tierschützer sei es, die Anforderungen so hoch zu schrauben, dass sie nicht erfüllt werden könnten.

          Ein beheizter Rohbau bis Weihnachten

          Die alte Elefantenanlage war nach den Worten des Direktors von 1958 bis zum Neubau derjenigen im Kölner Zoo vor sieben Jahren die größte in Deutschland. Im neuen Haus müssen die Tiere nicht mehr wie bisher angekettet werden. Es wird einen mehr als 800 Quadratmeter großen Innenstall haben, dazu drei Einzelboxen und zwei zusätzliche für die Bullenhaltung.

          Bis Weihnachten solle der Rohbau gedeckt und beheizbar sein, sagte Kauffels. Im März könnten dann die drei Elefantendamen Aruba, Wankie und Zimba umziehen - wenn sie es denn wollten. Denn wie schnell die Dickhäuter nach 30 Jahren ihr neues Zuhause annähmen, hänge weitgehend von ihnen ab.

          Im April werde der fünf Jahre alte Elefantenbulle Tamo aus dem Zoo Wuppertal hinzukommen. Damit schließt sich für Kauffels ein Kreis: Tamos Eltern hat er dort einst als zweijährige Tiere in Empfang genommen. Das 5500 Quadratmeter große Außengehege soll bis Anfang September fertig sein. Dann wird die gesamte neue Elefantenanlage eröffnet.

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