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Tunnel unter Frankfurt : Gut für die Stadt, die Bahn und das Klima

  • -Aktualisiert am

Kopfbahnhof, das war einmal: In Antwerpen wurde der historische Hauptbahnhof 2009 um einen Fernbahnhof erweitert. Bild: culture-images/viennaslide

Ein Tunnel unter der Innenstadt könnte den Zugverkehr zuverlässiger machen. Ein Eisenbahnexperte fordert daher in diesem Gastbeitrag, eine alte Idee aufzugreifen. Und erklärt, warum diese wenig mit Stuttgart 21 gemein hat.

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          Die Idee eines Tunnels für Fernzüge unter der Frankfurter Innenstadt ist nicht neu. 1984 schlug der Verfasser, damals wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Eisenbahnwesen der Technischen Hochschule Darmstadt, für den Hauptbahnhof den Bau eines viergleisigen Durchgangsbahnhofs in Tieflage vor. Er sollte wie bei der erfolgreichen S-Bahn die Nachteile des Kopfbahnhofs nun auch für Fern- und Regionalzüge in Ost-West-Richtung beseitigen und die Fahrzeiten verkürzen. Zudem würde es keine gegenseitigen Behinderungen der ein- und ausfahrenden Züge mehr geben. Bei gleicher Leistungsfähigkeit wie bisher wären oberirdisch mehrere Gleise entbehrlich geworden, was städtebauliche Chancen einer Bebauung an den Rändern eröffnet hätte. Zugleich wäre die zentrale Bedeutung des Hauptbahnhofs für die Zukunft gefestigt worden, stand doch die Verlegung des Halts von Fernzügen zum Süd- oder zum Flughafenbahnhof im Raum.

          Fünf Jahre später kam unter dem Titel „Querdenken“ ein Vorschlag des Stuttgarter Stadtplaners Hans-Jörg Bohm auf den Tisch. Er sah wie bei Stuttgart 21 die Verlegung aller Bahnsteige in eine Tieflage und deren Drehung um 90 Grad vor. Alle Strecken hätten unterirdisch neu angeschlossen werden müssen. Die Kosten sollten durch die Verwertung der freiwerdenden Flächen gedeckt werden. Als der damalige Oberbürgermeister Volker Hauff der Bundesbahn eine gemeinsame Arbeitsgruppe dazu vorschlug, lehnte diese 1990 dankend ab. Das Modell sei zu komplex und risikobehaftet. Man wolle stattdessen den bisherigen Vorschlag für einen Fernbahntunnel weiterverfolgen. Durch die Wiedervereinigung sei mit zusätzlichen ICE-Linien zu rechnen.

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