https://www.faz.net/-gzg-8lexw

Eisenbahn-Reiner in Frankfurt : Obdachloser hat Spielzeug wieder

Hat sein konfisziertes Spielzeug zurück: Eisenbahn-Reiner Bild: Frank Röth

Der Frankfurter Obdachlose Reiner Schaad hat sein konfisziertes Spielzeug zurückbekommen. Ein prominenter Fürsprecher hat sich für ihn eingesetzt.

          1 Min.

          Der Obdachlose Reiner Schaad hat sein konfisziertes Spielzeug zurückbekommen. Das teilte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) mit. Man habe Schaad zudem einen Platz in der Nähe der Kleinmarkthalle angeboten, auf dem er sein Spielzeug aufbauen dürfe, solange noch keine offizielle Sondernutzungserlaubnis vorliege. Eine solche könne Schaad, wenn er das wünsche, beantragen. Man werde ihm dann auch helfen, den Antrag auszufüllen.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Zuvor hatte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) interveniert. Er sagte: „Das Vorgehen gegen den Obdachlosen passt nicht zu unserer Stadt.“ Damit reagierte Feldmann auf die Empörung, die der Umgang mit „Eisenbahn-Reiner“ bei Bürgern, aber auch bei vielen Stadtverordneten hervorgerufen hatte.

          Sondernutzungserlaubnis geprüft

          Der Bettler ist vielen Passanten bekannt, weil er vor sich eine kleine Spielzeugwelt aufgebaut hatte, bestehend aus einer elektrischen Eisenbahn, Playmobil, Modellautos und Ähnlichem. Weil ihm die dafür nötige Sondernutzungserlaubnis fehlt, hatten Mitarbeiter des Ordnungsamts nach mehrmaliger Ermahnung das Spielzeug mitgenommen.

          Frank hatte das Vorgehen mit dem Prinzip der Gleichbehandlung gerechtfertigt. Auch wenn „Eisenbahn-Reiner“ beliebt sei, könne die Stadt für ihn keine Ausnahme machen. Feldmann sagte, er sei in den vergangenen Tagen immer wieder auf den Fall angesprochen worden. „Ich denke, das sollte man anders lösen.“ Er habe auch mit Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) gesprochen. Oesterling habe zugesagt, schnell zu prüfen, ob die Stadt eine Sondernutzungserlaubnis für „Eisenbahn-Reiners“ Spielzeugwelt ausstellen könne.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Karin Beck und Andrea Straub in ihrer Drogerie auf der Schwäbischen Alb

          Zehn Jahre nach der Insolvenz : Frauen ohne Schlecker

          Vor genau zehn Jahren ging die Drogeriemarktkette Schlecker unter. Andrea Straub und Karin Beck haben in einer Filiale auf der Schwäbischen Alb auf eigene Faust weitergemacht – und sind immer noch im Geschäft.
          Eröffnung der Ausstellung „Diversity United“ im Flughafen Tempelhof 2021 mit (von rechts nach links) Armin Laschet, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Elke Büdenbender, Michael Müller, Walter Smerling und Hauptsponsor Lars Windhorst.

          Kunst und Macht : Das System Smerling

          Er macht aus dem Berliner Flughafen Tempelhof eine riesige Kunsthalle und leitet sie auch gleich. Alle Mächtigen lieben seine Ausstellungen: Wer ist eigentlich Walter Smerling?

          Marinechef entlassen : Wie ein festgefahrener Eisbrecher

          Der deutsche Marine-Inspekteur Kay-Achim Schönbach verrennt sich in Indien mit Äußerungen zum Ukraine-Konflikt und zu Putin. Dann räumt er seinen Posten. Er saß wohl einer folgenschweren Fehleinschätzung auf.
          Denkt womöglich sogar über ein Karriereende nach: Aaron Rodgers

          Umstrittener NFL-Quarterback : War es das für Aaron Rodgers?

          Die Green Bay Packers scheitern überraschend in den NFL-Play-offs. Quarterback Aaron Rodgers äußert sich anschließend fast schon verheißungsvoll zur eigenen Zukunft – nicht nur in Green Bay.