https://www.faz.net/-gzg-9e5d9

Eintracht Frankfurt : Alte Klasse, neue Probleme

Unter Dauerstress: Eintrachts Trainer Adi Hütter Bild: Picture-Alliance

Die Rückkehrer Fabian und Stendera legen sich bei der Eintracht besonders ins Zeug. Abraham und Russ werden dagegen abgeschirmt. Was sollen die Beobachter nicht sehen?

          Gerade noch da – und schon wieder weg. Weil die Nationalkicker aus dem nördlichen Nachbarland Dänemark ihren Streik beendet haben und wieder der Arbeit nachgehen wollen, hat einer von der Eintracht doch noch kurzfristig die (Flug-)Kurve bekommen: Frederik Rönnow. Der Tormann rechnet sich Chancen aus, an diesem Sonntag in Aarhus im Spiel der Nations League gegen Auftaktsieger Wales dabei zu sein. Am Abend vor seinem Abflug in den Norden saß Rönnow noch eine Halbzeit auf der Bank. Nach der Pause war der 26 Jahre alte Däne mittendrin im Testspiel der Frankfurter Eintracht beim FC Ederbergland. Und ebenso wie Kevin Trapp, den Trainer Adi Hütter in der ersten Hälfte ins Tor geschickt hatte, ließ sich Rönnow beim ungefährdeten 5:0 nicht von den wackeren Hessenligaspielern überlisten.

          Wenn nichts Gravierendes passiert und es für die Eintracht im Liga-Alltag wieder richtig ernst wird, dürfte Rönnow ein weiteres Mal als Ersatzkeeper gefragt sein. Am kommenden Freitag müssen sich die Frankfurter unter Flutlicht bei Borussia Dortmund behaupten – mit Nationaltorhüter Kevin Trapp zwischen den Pfosten. Aber auch mit David Abraham und den beiden noch schlimmer angeschlagenen Mijat Gacinovic und Ante Rebic? Am Tag nach dem lockeren 5:0 in der hessischen Provinz haben sich die Fußballprofis ein letztes Mal in der zu Ende gehenden Woche getroffen, um ein knapp 100-minütiges Training zu absolvieren. Auf zwei Übungsplätzen am Rande der Arena wurde vielfältig gepasst, geschossen und gesprintet. Und weiter an der Rückkehr gearbeitet. Rebic und Gacinovic absolvierten abseits der 13 Feldspieler umfassenden Kerngruppe ihre individuellen Programme. Dies taten auch Kapitän Abraham und Innenverteidiger Marco Russ – allerdings ohne jegliche Beobachter. Der in den vergangenen Wochen zweimal von einem sogenannten „Pferdekuss“ getroffene Argentinier arbeitete im Lizenzspielertrakt ebenso „individuell“, wie es neuerdings in Bundesligakreisen heißt, wie auch Russ, der plötzlich Probleme an der Achillessehne hat.

          Besonders engagiert

          Für manchen Zuschauer der öffentlichen Trainingseinheit war es schön mitanzusehen, wie sich bei den intensiven Passspielchen zwei Eintracht-Profis besonders ins Zeug legten: Marco Fabian und Marc Stendera. Vor kurzem noch dafür vorgesehen, sich nach anderen Arbeitgebern umzuschauen, haben die beiden in den Kernkader zurückgekehrten offensiven Mittelfeldspieler so manches von ihrer alten Klasse aufblitzen lassen. Ob es freilich reicht, um auf absehbare Zeit mal wieder den Sprung in das 18 Spieler umfassende Bundesliga-Aufgebot zu schaffen, ist eine der Unbekannten bei der Eintracht. Für die Beantwortung dieser und anderer Fragen bleiben Hütter und seinen Assistenten und Zuarbeitern noch einige Tage Zeit, um Lösungen zu finden. Richtig ist nämlich auch, dass einer wie Danny da Costa sicherlich nicht in allen sieben Spielen innerhalb von gut drei Wochen, beginnend mit der Auswärtspartie in Dortmund, von Anfang bis Ende als Rechtsverteidiger dabei sein wird.

          Hütter wird sich vermutlich schon in den beiden freien Tagen an diesem Samstag sowie am Sonntag erste Gedanken über eine Rotation machen. Das erste Europa League-Spiel in Marseille am 20. September kommt schließlich schneller als gedacht. Bis dahin wird Jetro Willems längst wissen, ob es bei der geforderten Sperre von drei Bundesligaspielen bleibt oder ob die Eintracht-Vertreter eine Reduzierung erwirken können. Am Tag, als Rönnow Richtung Heimat flog, kam die Terminbestätigung vom Deutschen Fußball-Bund: Am 14. September wird mündlich und final über Willems‘ Rot-Strafe verhandelt.

          Weitere Themen

          Alle Hoffnung auf Teil zwei

          Frankfurt patzt in Straßburg : Alle Hoffnung auf Teil zwei

          Eintracht Frankfurt muss um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League bangen. Im Play-off-Hinspiel bei Racing Straßburg konnte der Bundesligaverein vor allem in der ersten Hälfte nicht überzeugen und verlor mit 0:1.

          Topmeldungen

          Handelsabkommen mit Bolsonaro : Berlin ist dafür, Paris dagegen

          Die Bundesregierung will das Mercosur-Freihandelsabkommens ratifizieren. Frankreich und andere EU-Staaten hatten wegen der Haltung Brasiliens zu den Bränden am Amazonas eine Blockade gefordert. Droht kurz vor dem G-7-Gipfel Streit zwischen Berlin und Paris?
          Wer macht’s? Annalena Baerbock und Robert Habeck

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.
          Verkehrsminister Andreas Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Die Pkw-Maut kommt nicht - jetzt werden die Verträge aufgearbeitet. Hat Verkehrsminister Scheuer getrickst, damit die Mauterhebung billiger aussieht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.