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Eintracht : Wieder an Bord

Trainiert nach seiner verletzungsbedingten Pause wieder: Pirmin Schwegler. Bild: Setzer, Claus

Pirmin Schwegler meldet sich nach der Verletzungspause fit und motiviert zurück. Mit der Eintracht will sich der Kapitän in der ersten Liga etablieren: „Wir sind keine graue Maus.“

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          Erstaunlich, was ein paar Ballkontakte bewirken können. „Es war ein Genuss.“ Hochgefühle auf 600 Meter in den Bergen. Immer wieder huscht Pirmin Schwegler ein Lächeln über das Gesicht, wenn er von der ersten Trainingseinheit erzählt, die er gemeinsam mit den Kollegen absolviert hat. Mehrere Wochen lang war der Kapitän der Frankfurter Eintracht nicht in der Lage, professionell gegen den Ball zu treten. Doch weil der Schweizer die vorgenommene Leistenoperation bestens überstanden hat, erhielt er gegen Ende des ersten sommerlichen Trainingslagers in Windischgarsten die Freigabe, sich wieder in das Getümmel zu stürzen. „Von meiner Seite her war da überhaupt keine Bremse im Spiel“, sagt er, um sich selbst Mut zu machen: „Ich habe nicht viel verloren und verpasst.“

          Der Kapitän ist wieder da. Mittendrin, statt wie zuletzt nur am Rande, als der 25 Jahre alte Fußballprofi mit Reha-Trainer Michael Fabacher Runde um Runde auf einem Nebenplatz drehte und anschließend im Kraftraum abseits der Öffentlichkeit seinen Körper schulte. Dass er während des Vorbereitungscamps in Oberösterreich fast schon beiläufig von Trainer Armin Veh in seinem Amt bestätigt wurde, empfindet der neue und alte Spielführer als „Ehre und Verantwortung zugleich. Gerade in der ersten Liga Kapitän zu sein, ist schon eine besondere Sache. Nach drei Jahren in Frankfurt habe ich vieles richtig gemacht“, sagt er selbstbewusst. „Deshalb bin als Person auch so weit, diese Verantwortung zu tragen.“

          „Ich will dazu beitragen, dass sich die Eintracht in der Ersten Bundesliga etabliert“

          Wer mit Schwegler spricht, gewinnt den Eindruck: Dieser Fußballprofi ist mit sich im Reinen. Im Frühjahr erst verlängerte er seinen Vertrag um drei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2015. Nach der Unterschrift unter das neue Arbeitspapier sagte Schwegler: „Ich will dazu beitragen, dass sich die Eintracht in der Ersten Bundesliga etabliert.“ Die Grundlage dafür, den Aufstieg, hat der Frankfurter Anführer gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden schon gelegt. Und wenn es nun Ende August wirklich losgeht mit Spielen gegen die Bayern, Dortmund und Schalke, „dann wird es für uns mehr Highlights als in der zweiten Liga geben“. Als Schwegler gefragt wird, ob der Aufsteiger in der neuen Saison eine „graue Maus“ sein könnte, zeigt er sich fast entrüstet. „Wir sind keine graue Maus. Wir sind Eintracht Frankfurt.“

          Über die Pläne seines Trainers und Förderers Veh, der in den kommenden Jahren auf den Spuren von Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach wandeln will und mit der Eintracht die Qualifikation für den Europapokal anstrebt, äußert sich der Kapitän diplomatisch. „Anders als die Vereinsverantwortlichen brauchen wir Spieler nicht so weit zu gucken.“ Auch dass nach dem Weggang von Stammkraft Gordon Schildenfeld jetzt sogar drei neue Innenverteidiger verpflichtet werden müssen, „hat uns nicht zu interessieren“. Schwegler weiß die Bemühungen, neues Personal nach Frankfurt zu holen, bei Sportdirektor Bruno Hübner und Vorstandschef Heribert Bruchhagen in den besten Händen. Und wenn die Eintracht dann wirklich komplett ist und Spieler wie möglicherweise Bamba Anderson, Henrique Sereno und Erwin Hoffer den Weg nach Frankfurt (zurück)gefunden haben sollten, geht der vorsichtige Schweizer von einem „schweren Jahr“ aus, „in dem es auch Rückschläge geben wird. Wir sind einer von drei Aufsteigern und müssen uns in der Bundesliga erst einmal als Mannschaft finden.“

          Für Schwegler persönlich kann die Rückkehr in die Erstklassigkeit zum Sprungbrett werden. Mit Ottmar Hitzfeld, dem Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, hat es nämlich schon länger keine Telefongespräche mehr gegeben. „Bei Olympia hätte ich sehr gerne mitgespielt. Doch das hat sich ja durch meine Verletzung von selbst erledigt.“ Nun aber ist Schwegler wieder gesund - und als gestärkter Kapitän voller Tatendrang. Der Anführer der Eintracht ist wirklich wieder da.

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