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Eintracht : Veh offensiv: Spitzen gegen den DFB

Ist sich seiner Stärken gewiss: Eintracht-Trainer Armin Veh. Bild: dapd

Vor dem Spiel gegen Hannover ärgert sich der Trainer über das Misstrauen im Fall des erkrankten Sebastian Rode - und lobt dann den gefährlichen Gegner der Eintracht.

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          Reißt die Serie? Spiele der Eintracht gegen Mannschaften, die von Mirko Slomka betreut werden, sind bislang wenig erfreuliche Begegnungen gewesen. Fünf Niederlagen, zwei Unentschieden - noch niemals haben es die Frankfurter geschafft, Slomka entscheidend zu treffen. Glückt nun endlich die Wende?

          Armin Veh weiß, „dass wir auf einen schweren Gegner treffen. Was Hannover in den vergangenen zwei Jahren erreicht hat, haben sie sich verdient.“ Sportlich haben sich die Niedersachsen für kurze Zeit auf Augenhöhe mit den Hessen befunden. Dann jedoch sind sie davongezogen und haben sich auf den Weg Richtung Europa gemacht - mit Slomka, der in diesen Tagen und Wochen begehrt ist wie nie. Seitdem Slomka bei den „Roten“ das Sagen hat, herrscht ein Dauerhoch über Hannover. „Deshalb wird mein Kollege ja auch bei anderen Klubs gehandelt“, sagte Veh am Freitag anerkennend.

          „Wir wissen, dass das auch mal in die Hose gehen kann“

          Zweiter gegen Fünfter: Rein tabellarisch betrachtet handelt es sich bei der Partie zwischen der Eintracht und 96 um ein Spitzenspiel. Die andere herausragende Begegnung des achten Bundesligaspieltags ist das Derby zwischen Dortmund und Schalke. Das Westfalenstadion wird ausverkauft sein - die Arena im Frankfurter Stadtwald vermutlich auch. Der so furios gestartete und erst einmal geschlagene Aufsteiger Eintracht hat sich vor allem durch seinen Offensivfußball viele Sympathien erworben. Der dafür verantwortliche Trainer Veh weiß dies, und deshalb schloss er vor dem Duell mit Hannover an diesem Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr) eines kategorisch aus: „Wir dürfen auf keinen Fall unser eigenes Spiel aufgeben.“ Auch gegen Hannover heißt die Devise, mit beherztem Angriffsspiel die Herzen des Publikums im Sturm zu erobern. „Wir wissen, dass das auch mal in die Hose gehen kann“, sagte Veh. „Aber die große Linie halten wir bei.“ Es könnte höchstens kleinere taktische Änderungen geben.

          Gut für Veh und die Eintracht: Der zuletzt kranke Sebastian Rode ist wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Seine Teilnahme an den beiden Länderspielen der U-21-Nationalmannschaft hatte der Frankfurter Dauerrenner noch absagen müssen. Und obwohl das eigentlich schon Geschichte ist, nutzte Veh am Freitag die Gelegenheit, sich in der Causa Rode abschließend zu Wort zu melden. „Der DFB hatte ein permanentes Misstrauen, ob Seppl wirklich krank gewesen ist. Für mich ist es unverständlich, dass so etwas auf dem Rücken des Jungen ausgetragen wird.“ Zur Erinnerung: Schon vor der Auswärtspartie in Mönchengladbach hatte sich der mittlerweile 22 Jahre alt gewordene Rode gesundheitlich angeschlagen gefühlt. Trotzdem wollte er seinen Mann stehen und sich in den Dienst der Mannschaft stellen. „Am Tag danach“, erinnerte sich Veh, „ging es ihm dann richtig schlecht. Wir haben sofort eine Untersuchung gemacht und ein Blutbild erstellt.“ Die Ergebnisse seien dem DFB umgehend mitgeteilt worden. Der kranke, nicht spielfähige Rode meldete sich daraufhin für die beiden Europameisterschafts-Qualifikationsspiele beim DFB ab. „Doch anscheinend wollten sie täglich ein neues Blutbild haben“, sagte Veh.

          „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ausgekontert werden“

          Drei Punkte gegen Hannover - das ist es, was die Eintracht gerne haben möchte. Doch das ist schwer. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ausgekontert werden“, warnte Veh. „Gerade über die Außenposition hat Hannover großes Potential.“ Die Folge: Die Niedersachsen sind ähnlich torgefährlich wie die Hessen und weisen fast die gleiche Tordifferenz auf (Hannover 15:10, Frankfurt 16:10). Hinter Branchenprimus Bayern München und Meister Dortmund sind Slomkas und Vehs Mannschaften damit das Angriffslustigste, das die Bundesliga derzeit zu bieten hat.

          Offensiv ausgerichtet, das ist auch Karim Matmour. Jener Spieler in den Reihen der Eintracht, der sich aufgrund der guten Trainingsleistungen als Erster berufen fühlen darf, eingewechselt zu werden. Andererseits: „Er könnte auch mal anfangen“, sagte Veh und gab einer in Aussicht gestellten personellen Änderung damit Raum für Spekulationen. In der Abwehr ist Innenverteidiger Carlos Zambrano an der Seite des wieder genesenen Bamba Anderson relativ alternativlos. Doch Veh weiß nicht, wie der Peruaner die Reisestrapazen weggesteckt hat, die anstrengender als die WM-Qualifikationsspiele in Südamerika (1:1 in Bolivien und 0:1 in Paraguay) gewesen sind. Nicht ausgeschlossen, dass Vadim Demidov nach seinem Bundesligadebüt in Gladbach eine zweite Möglichkeit erhält, sich einem großen Publikum zu präsentieren. Egal, wer letztlich spielt: Die Eintracht will alles dransetzen, dass die ganz spezielle Negativserie gegen Slomka endlich reißt.

          So wollen sie spielen

          Eintracht Frankfurt - Hannover 96

          Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler, Rode - Aigner, Meier, Inui - Occean.

          Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Rausch - Stindl, Pinto - Schlaudraff, Huszti - Sobiech, Ya Konan.

          Schiedsrichter: Dingert (Thallichtenberg).

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