https://www.faz.net/-gzg-72byj

Eintracht und DFB : Streit wegen Parkplatzmangels

  • Aktualisiert am

Streit ums Stadion. Bild: Klein, Nora

Der Streit um die Parkplatzsituation an der Frankfurter WM-Arena spitzt sich zu. Heribert Bruchhagen warf den Parteien vor, die Interessen des Vereins zu ignorieren.

          2 Min.

          Der Streit um die Parkplatzsituation an der Frankfurter WM-Arena spitzt sich zu. Zum Start der Saison in der Fußball-Bundesliga hat Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende der Eintracht, den im Frankfurter Stadtparlament vertretenen Parteien vorgeworfen, sie würden die Interessen des Vereins ignorieren und ihm durch die unhaltbare Situation massiv schaden.

          Die Auflösung eines Parkplatzes an der Isenburger Schneise sei ein „verheerender“ politischer Beschluss, der zu Lasten des Klubs gehe, sagte Bruchhagen. Seit einigen Wochen wird die Fläche im Stadtwald als Ausgleich für verschiedene Bauprojekte im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006 renaturiert. Deswegen stehen bei Spielen im Stadion nun rund 1300 Parkplätze weniger zur Verfügung. Welche Konfusion dies im Straßenverkehr nach sich zieht, hat sich vor einer Woche beim Länderspiel Deutschland gegen Argentinien gezeigt, als bis spät in die Nacht rund um den Oberforsthaus-Kreisel kein Durchkommen war. Zahlreiche Besucher hatten ihre Autos wegen des Stellplatzmangels am Straßenrand abgestellt.

          „Chaos noch größer wird“

          Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB), den zahlreiche Beschwerden erreicht hatten, ist offenbar verärgert über das Verhalten der Stadt. Dem Vernehmen nach soll der Verband signalisiert haben, dass Frankfurt auf absehbarer Zeit nicht mehr bei der Vergabe von Länderspielen berücksichtigt werde, wenn eine ordnungsgemäße An- und Abreise der Fans nicht gewährleistet ist.

          Bruchhagen glaubt, dass während der Bundesligasaison „das Chaos noch größer wird“. Alle Versuche, das Thema mit dem Magistrat, den Fraktionsvorsitzenden oder Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zu erörtern, seien „kläglich gescheitert“. „Ich muss feststellen, dass man nichts erreicht, wenn man den politisch sauberen Weg wählt.“

          „Fakten geschaffen zu haben, ohne auf unsere Belange eingegangen zu sein“

          Feldmann zeigte sich gestern jedoch ebenfalls verärgert über die Lage am Stadion. Nach Angaben seines Sprechers hälte der Oberbügermeister die Schließung des Parkplatzes für eine „Schnapsidee“. Der Stadt drohe ein großer Imageschaden. Sie müsse ein Interesse haben, das Stadion zu vermarkten. Dafür müsse es auch gut erreichbar sein.

          Während Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) sagte, dass Bruchhagen „rechtlich bindende Beschlüsse“ nicht kleinreden könne, forderte die FDP-Fraktion den Magistrat auf, den Parkplatz wieder zu öffnen und von der Renaturierung Abstand zu nehmen. „Es ist naiv zu glauben, dass die Bürger plötzlich alle auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, nur weil die Grünen dies gerne hätten“, sagte der umweltpolitische Sprecher Gert Trinklein.

          Bruchhagen warf der Stadt vor, mit dem im Juli begonnenen Abbau von Lampen und Parkbuchten sowie dem Vertikutieren der Fläche „Fakten geschaffen zu haben, ohne auf unsere Belange eingegangen zu sein“. Der Rat, die Zuschauer sollten künftig auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen, gehe an der Realität vorbei. Fast die Hälfte der Fans komme nach Erhebungen des Klubs aus dem Umland oder von noch weiter her - für diese Besucher sei es nahezu unmöglich, mit Bus oder Bahn nach Hause zurückzukehren. Bruchhagen fügte an, dass der Hinweis der Stadt, die Zuschauer könnten auch auf Parkraum am Flughafen ausweichen, nicht ernst zu nehmen sei.

          Weitere Themen

          Wie man um die Ecke schießt Video-Seite öffnen

          Geht doch! : Wie man um die Ecke schießt

          Ecken direkt verwandeln – auf dem Fußballplatz geht das noch vergleichbar einfach. Beim Tipp-Kick braucht es viel Feingefühl. Wir verraten, wie der perfekte Schuss um die Ecke gelingt.

          Pop-up-Schnäppchen

          Geschäftsgang : Pop-up-Schnäppchen

          Das Dilemma des Mode-Einzelhandels zeigt sich in Outlets wie dem von Peek & Cloppenburg im Frankfurter Nordwestzentrum. Es gibt einfach zu viel vom Alltäglichen.

          Topmeldungen

          Bunte Mischung: Auch Arbeitgeber profitieren von Vielfalt.

          Rassismus im Berufsleben : Und wo kommen Sie her?

          Hautfarbe und Herkunft sind im Berufsleben heutzutage kein Thema mehr? Doch! Bloß nicht immer auf den ersten Blick. Dabei bieten verschiedene Perspektiven nur Vorteile im Beruf. Was Betroffene im Fall der Fälle tun können.
          Männer mit Ambitionen: Robert Habeck und Christian Lindner

          F.A.Z. Machtfrage : Ist Scheitern wirklich keine Option?

          Die Ampel-Partner geben sich harmonisch – aber vor allem zwischen Grünen und FDP knirscht es. Was sind die schwierigsten Punkte in den jetzt anstehenden Koalitionsverhandlungen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.