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Eintracht : Trapps Kampfansage: „Ich komme, um zu spielen“

  • Aktualisiert am

Hat Sie die Nikolov-Geschichte nie abgeschreckt?

Natürlich weiß ich, dass er im Verein ein Urgestein ist, dass die Fans ihn lieben. Aber für meine Entscheidung hat das keine Rolle gespielt.

Nikolov und Sie sind Konkurrenten - wie werden Sie ihm begegnen?

Ich bin ein umgänglicher Typ, der sich mit anderen Torhütern ganz gut versteht. Natürlich sind wir Konkurrenten auf dem Rasen. Oka will bestimmt auch wieder spielen. Aber das muss nicht bedeuten, dass wir uns nichts zu sagen haben und Probleme miteinander bekommen.

„Gerry“ Ehrmann, Ihr ehemaliger Torwarttrainer in Kaiserslautern, sagt, dass Sie das größte Talent seien, das er jemals hatte. Und er hatte einige: Wiese, Weidenfeller, Sippel, Fromlowitz. Was zeichnet Sie aus?

Ich spreche nicht so gern über meine Fähigkeiten, das sollen lieber andere beurteilen.

Geben Sie uns doch mal einen kleinen Eindruck.

Ich habe sicher eine gewisse innere Ruhe, die ich mit auf den Platz nehme. Trotzdem bin ich ehrgeizig, ich will die Spiele gewinnen und mich permanent verbessern. Ich habe viel von Gerry gelernt, er hat mir immer gesagt: „Sei mutig, geh raus und schnappe dir die hohen Bälle.“ Auch Fehler waren unter ihm nicht verboten, sie waren Teil des Lernens. Ich glaube, dass ich mich auch in den Eins-zu-eins-Situationen gesteigert habe. Gerry hat mir gesagt, dass ich möglichst lange stehen bleiben soll, und er hat mir erklärt, wie Stürmer eigentlich ticken.

Wie hat er das gemacht?

Durch einen Rollenwechsel. Gerry ist ins Tor gegangen, und ich musste mit dem Ball auf ihn zulaufen. Da habe ich gemerkt, wie schwer es für einen Stürmer eigentlich ist, wenn er allein auf den Torwart zuläuft. Solche Sachen haben mir unglaublich viel gegeben.

Früher kamen nur erfahrene Torhüter als Nummer eins in Frage, inzwischen setzen immer mehr Vereine auf Talente. Warum ist das so?

René Adler und Manuel Neuer haben den Anfang gemacht, und sie haben sich bewährt. Junge Torhüter sind vielleicht ein bisschen unbekümmerter, und sie haben eine andere Art des Torwartspiels kreiert. Offensiver, mutiger, vielleicht auch technisch besser. Schon in der Jugend wird heutzutage auf einem unglaublich hohen Niveau trainiert und gespielt. So etwas hilft einem dann, auch in der Bundesliga mit dem Druck zurechtzukommen.

Haben Sie ein Idol?

Ich würde nicht von einem Idol sprechen, aber es gibt zwei Torhüter, an denen ich mich orientiere. Das ist zum einen Manuel Neuer, weil er sehr komplett ist, er ist groß, reaktionsschnell, hat eine gute Strafraumbeherrschung ist ein guter Fußballer. Und es ist Iker Casillas, weil er mit Spanien und Real Madrid alles gewonnen hat, was man gewinnen kann. Außerdem ist er ein sehr seriöser Torwart, ich mag es, wenn man seine Arbeit macht und nicht zu viel Show.

Sie sind U-21-Nationaltorwart, ist die A-Nationalmannschaft das nächste Ziel?

Ja, das wäre der nächste Schritt. Ich weiß aber auch, wie schwierig dieser sein wird, und ich werde alles mir Mögliche dafür tun.

Das Gespräch führte Michael Wittershagen.

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