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Eintracht Frankufrt : Schwieriger Markt

Gefragter Gesprächspartner: Sportvorstand Fredi Bobic bei der Kinder-Pressekonferenz im Eintracht-Museum. Bild: Michael Kretzer

Die Eintracht sucht immer noch nach einem neuen Innenverteidiger. Fraglich ist zudem, ob Dauerpatient Anderson überhaupt wieder aus Brasilien nach Frankfurt zurückkommt.

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          Die Zeit drängt. Doch von Hektik keine Spur. Bei der Eintracht lassen sich die Verantwortlichen nicht aus der Ruhe bringen. Sie sind sicher: Die schon vor etlichen Wochen begonnene Suche nach einem dringend benötigten Innenverteidiger wird gelingen. „Wir haben ja noch ein bisschen Zeit“, sagte am Mittwoch Fredi Bobic. „Wir hoffen, dass wir bis zum Pokalspiel in Magdeburg Vollzug melden können“, sagte der Sportvorstand des erstklassigen Frankfurter Fußballvereins. Der 44 Jahre alte ehemalige Nationalspieler weiß: „Wir müssen uns ja nicht nur mit dem Spieler, sondern auch mit dem abgebenden Verein einig werden.“ Die Gespräche mit dem Favoriten für die vakante Führungsposition in der Abwehrzentrale der Eintracht seien weit fortgeschritten. „Wir sind dran“, bestätigte Bobic.

          „Es ist ein schwieriger Markt, jemanden für die Innenverteidigung zu finden. Und es liegt nicht nur an Frankfurt, dass wir noch nicht fertig sind.“ Namen nannte Bobic keine. Immerhin schloss er am Mittwoch kategorisch aus, dass der zukünftige Nebenmann von Eintracht-Abwehrchef David Abraham aus den Vereinigten Staaten kommt und Matt Miazga heißt. „Ich kenne Matt sehr gut. Ich habe ihn in New York gesehen. Das ist ein guter, junger, großer Junge. Aber er ist keine Option für Eintracht Frankfurt.“ Unter Vertrag steht der 21 Jahre alte Miazga beim englischen Spitzenklub FC Chelsea. Allerdings spielt er in den Planungen des Premier-League-Teams keine Rolle, sondern muss sich über Einsätze in der zweiten Mannschaft fit halten.

          Ähnliche Situation vor zweieinhalb Jahren

          Auch ein anderer Profi, der auf der Insel sein Geld verdient und verschiedentlich mit der Eintracht in Verbindung gebracht worden ist, wird zukünftig nicht in Frankfurt spielen. Sein Name: Serge Gnabry. Der in Stuttgart geborene Kicker mit deutsch-ivorischen Wurzeln ist aktuell in Brasilien für das deutsche Olympiateam von Trainer Horst Hrubesch im Einsatz – und auch deshalb kein Thema, weil seine Stärken in der Offensive liegen. Und eben nicht in der Defensive, wo die Frankfurter der Schuh besonders drückt. „An Serge ist nichts dran“, sagte Bobic über Gnabry, der beim FC Arsenal im Kader steht.

          Die Eintracht und ihre Innenverteidigung: Das ist ein Kapitel, das in den vergangenen Jahren immer wieder mal die Schlagzeilen bestimmte. Vor zweieinhalb Jahren, als die Not ähnlich groß war, bewies Sportdirektor Bruno Hübner ein glückliches Händchen, als er den knorrigen Alexander Madlung zur Eintracht lotste. Madlung erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen zur vollsten Zufriedenheit, ist aber schon länger Geschichte in Frankfurt.

          „Ein großes Fragezeichen“

          Ein Dauerthema bei der Eintracht ist Bamba Anderson. Einst von der Mönchengladbacher Borussia gekommen, schlägt sich der technisch gefällige Brasilianer immer wieder mit seinen bekannten Knieproblemen herum. In der vergangenen Saison kam Anderson überhaupt nicht zum Einsatz. Und auch jetzt steht in den Sternen, ob der 28 Jahre alte Abwehrspieler überhaupt wieder seinem Beruf nachgehen kann. „Mit ihm können wir nicht planen“, sagte Bobic schon zum Trainingsauftakt Anfang Juli.

          An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert. Der Knorpelschaden macht Anderson zu einem Dauerpatienten, der sich in die Hände derjenigen begeben hat, denen er vertraut. „Es gibt ja die freie Arztwahl“, sagte Eintracht-Sportdirektor Hübner am Mittwoch. Um Spekulationen, auch was die Frage einer möglichen Sportinvalidität betrifft, vorzubeugen, sagte Hübner diplomatisch: „Er ist Spieler von Eintracht Frankfurt. Er ist nicht da. Er ist in Brasilien.“ Und weiter: „Es ist ein großes Fragezeichen, ob er überhaupt zu uns zurückkommt.“ Einer wird gewiss kommen: der Innenverteidiger, der der Eintracht eine konstante Hilfe sein muss.

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