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Sébastien Haller im Gespräch : „Ich will kein Star sein“

  • -Aktualisiert am

Wer ist aktuell der beste Eintracht-Angreifer?

Luka. Er trifft fast in jedem Spiel. Er ist wirklich wichtig für unsere Mannschaft. Jeder von uns dreien hat seine individuellen Stärken. Luka ist auch ein hervorragender Joker. Er kommt ins Spiel und braucht nicht viele Chancen für einen Treffer. Ante ist mehr der verrückte Typ, er gibt alles und haut sich mit seiner Power voll rein. Er ist der ideale Konterspieler. Und ich brauche Zeit, bis ich ein Tor erziele. Oft fallen meine Treffer erst nach 80 Spielminuten.

Warum ist das so?

Ich weiß es nicht wirklich. Vielleicht bin ich zum Schluss hin noch einmal besonders fokussiert. Und womöglich werden meine Gegenspieler auch ein bisschen müde.

Spüren Sie die Angst Ihrer Gegenspieler vor diesem Eintracht-Sturm?

Angst? Das weiß ich nicht. Unsere Gegner haben ihre eigenen Probleme. Mannschaften wie Schalke und Stuttgart sind mit sich selbst beschäftigt, weilsie bisher den Erwartungen hinterherhinken. Sie können nicht befreit aufspielen. In ihrer Situation riskieren sie weniger.

Wenn Sie Manager eines Bundesliga-Klubs wären, welchen Stürmer würden Sie holen?

Das ist leicht für mich (lacht). Ich kann die Frage nicht beantworten, weil ich nicht weiß, welcher Stürmertyp gebraucht wird und wie die Mannschaft um ihn herum aussieht.

Okay. Sie suchen für die aktuelle Bayern-Mannschaft.

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich Luka nehmen. Es gibt nur wenig Platz für die Stürmer, weil sich die Bayern-Gegner auf das Verteidigen verlegen.

Fürchten Sie, dass das magische Eintracht-Dreieck schon bald auseinanderbrechen wird?

Uns dreien geht es sehr gut in Frankfurt, wir und das gesamte Team haben viel Spaß miteinander. Es ist eine schöne Zeit. Unser Team ist besser als in der Vorsaison. Aber ich wäre enttäuscht, wenn wir alle drei hierbleiben würden, aber einer von uns wäre dann nicht mehr glücklich. Keiner weiß im Fußballgeschäft, was passieren wird. Luka und Ante haben sich sicherlich in den Fokus anderer Klubs gespielt. Wenn ein Angebot für sie so gut wäre, dass sie die Eintracht deswegen verlassen müssten, wäre hier jeder glücklich für sie.

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Werden Sie auf jeden Fall die Saison in Frankfurt beenden?

Ja, ich würde mich freuen. Wir haben hier etwas Großartiges gestartet. Und das würde ich gerne zu Ende bringen.

Sicher?

Sicher ist im Fußballgeschäft nichts. Ich würde nie sagen, dass etwas ganz sicher ist. Keiner weiß wirklich, was passieren wird. Eine neue Gelegenheit zu bekommen, gehört zum Leben dazu.

Zum Beispiel mit der Eintracht in der neuen Saison in der Champions League zu spielen?

Es wäre großartig. Es ist ein Traum, den man sich erfüllen kann, wenn alles optimal laufen würde. Mein Ziel ist in dieser Saison, wieder einen europäischen Wettbewerb zu erreichen. Dafür haben wir die Qualität – und die Mentalität. Wir müssen genauso wie bisher weitermachen. Irgendwann würde ich gerne in der Champions League spielen. Warum nicht mit Frankfurt? Das ist möglich. Aber nur mit Worten ist noch nichts gewonnen. Es zählt nun mal auf dem Platz.

Irgendwann würden Sie sich auch gerne in der Premier League weiterentwickeln. Wann wird das sein?

Vielleicht nie. Oder vielleicht in zwei Monaten. Es hängt von den Möglichkeiten ab, die sich ergeben. Ich würde nie in die Premier League wechseln, nur um dort gespielt zu haben. Es muss für mich Sinn machen. Und es muss der richtige Zeitpunkt für mich sein. Was ich im Augenblick definitiv weiß: Ich bin in Frankfurt – und hier fühle ich mich sehr gut. Dazu trägt auch die Europa League bei. Schon jetzt hat sie mir tolle Momente und Erinnerungen beschert.

Kann die Eintracht die Europa League gewinnen?

Alles ist möglich. Wir müssen es versuchen, denn das kostet nichts.

Hat der französische Nationaltrainer Didier Deschamps schon mit Ihnen gesprochen?

Nein, ein persönliches Gespräch gab es bisher nicht.

Überrascht es Sie, dass er sich noch nicht bei Ihnen gemeldet hat?

Nein. Ich weiß, wie die Dinge laufen. Meine Zeit ist noch nicht gekommen. Wenn ich weiter viele Tore schieße, wird sie aber kommen. Die Nationalmannschaft muss man sich verdienen. Die französische Equipe ist eine der besten in der Welt, sie ist Weltmeister. Es ist wirklich schwer, in diese Mannschaft zu kommen. Sie hat großartige Stürmer. Aber ich werde nichts unversucht lassen, in diese Reihe aufgenommen zu werden.

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