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Eintracht gegen Düsseldorf : Schuss mit Folgen

Eintracht gegen Düsseldorf: Im Rückspiel hat es Adi Hütter praktisch mit einem neuen Gegner zu tun. Bild: dpa

In der Rückrunde präsentiert sich Frankfurt ungeschlagen. Doch auf den früheren Erfolg sollte sich die Eintracht im Spiel gegen Düsseldorf nicht ausruhen.

          Auch die prompte Entschuldigung hat ihm nicht geholfen. Dass die Europäische Fußball-Union Adi Hütter wegen des Wegtretens einer Wasserflasche für das Rückspiel bei Inter Mailand gesperrt hat, kann man machen – muss man aber nicht. Es war eine Petitesse, ein Ausrutscher eines Fußballlehrers, der alles andere als ein Rowdy an der Seitenauslinie ist. In der Vergangenheit hat es Trainer gegeben, die weitaus ausfallender in ihrer Coaching-Zone agiert haben – und nicht bestraft worden sind.

          Eintracht-Trainer Hütter nimmt es sportlich – und sogar mit Humor. Sein Hinweis, dass er die kleine Plastikflasche mit sauberer Technik weggeschossen habe, war eine Reminiszenz an alte Profitage, in denen Hütter damals wie heute mit feiner Klinge zu Werke gegangen ist. Dass der Österreicher am Donnerstag in der lombardischen Kapitale nicht auf der Bank, sondern auf der Tribüne sitzt, ist nicht ideal. Gerade beim Rückspiel in Mailand könnte der Trainer von der Seitenlinie aus viele Signale senden, die das Spiel seiner Mannschaft unterstützen würden. Die Signale, die Hütter nun allenfalls per Mobilfunk senden kann, erreichen das Team nur auf Umwegen.

          Bislang sind die Signale, die Hütter seiner Mannschaft gesendet hat, empfangen worden. Die Eintracht ist in der Rückrunde dieser Bundesligasaison noch immer ungeschlagen und hat ihre gute, in der ersten Halbserie erarbeitete Position weiter gefestigt. Hütters Team liegt auf Europapokalkurs. Das ist keine Selbstverständlichkeit, aber Ausdruck und Lohn für eine weitere gute Saison, die Hasebe, Haller und Co. bislang zeigen. Sogar außergewöhnliche Highlights hat es gegeben. Das 7:1 gegen die Düsseldorfer Fortuna gehört in diese Kategorie. Nicht nur, aber auch wegen der fünf Tore, die Luka Jovic in der Hinserie erzielt hat. Doch die Fortuna von einst hat mit der Fortuna von jetzt nicht mehr viel gemein. Der erfahrene Fußballlehrer Friedhelm Funkel hat nicht nur das Kasperletheater um seine Vertragsverlängerung unbeschadet überstanden.

          Er hat auch mit Ruhe, Umsicht und Können den Aufsteiger in Tabellengefilde geführt, in denen ein weiteres Jahr Bundesligazugehörigkeit geplant werden kann. Die Pläne der Eintracht sind andere. Hütters Mannschaft ist noch in Europa – und will dort ohne Unterbrechung sofort wieder hin.

          Voraussichtliche Aufstellung Fort. Düsseldorf – Eintracht Frankfurt Düsseldorf: Rensing – Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann – Barkok, Sobottka – Fink – Raman, Kownacki, Lukebakio. Frankfurt: Trapp – Touré, Hinteregger, Ndicka – da Costa, Kostic – Rode, Hasebe – Gacinovic – Haller, Jovic. Schiedsrichter: Hartmann (Wangen). Anpfiff: Montag, 20.30 Uhr.

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