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Eintracht-Spieler Ante Rebic : Der Eisen-Mann

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„Was nutzt mir das, wenn sofort Foul gepfiffen wird, wenn ich meinen Körper einsetze? In der Bundesliga ist fast jeder Kontakt ein Foul und jeder etwas härtere Kontakt eine Gelbe Karte.“

Auf die Bundesliga-Schiedsrichter ist der Kroate nicht immer gut zu sprechen. Er wünschte sich Bewertungsgrundlagen wie in England.

„Ich habe gute Gene“

„Ich habe zuletzt das Spiel Liverpool gegen Manchester City gesehen, es lief fast ohne Pfiff durch. Ja, es stimmt, ich ärgere mich auf dem Platz oft über die Schiedsrichter. Ich habe keine Schwierigkeiten, mich an Regeln zu halten, aber die die Schiedsrichter manchmal aufstellen, sind schwer zu befolgen.“

Ob er sich für einen aggressiven Typ halte?

„Ich habe in 950 Spielminuten sieben Gelbe Karten bekommen, ich muss also ein aggressiver Typ sein.“

Rebic lächelt ironisch bei diesem Satz. Aber ganz so harmlos ist der Profi auch nicht. Gegen Freiburg stellte er sich während einer Spielunterbrechung seinem Gegenspieler Kübler mit aller Kraft auf den Fuß, bis dessen Zehen blau anliefen. Gegen die Bayern rempelte er den schmächtigen Philipp Lahm, der ein paar Meter weit flog. Dann protestierte Rebic gegen den Pfiff, bis er Gelb sah. Nicht nur die Natur hat ihm zu einem Körper aus Eisen verholfen, der Kroate hat eine Menge dafür getan.

„Ich habe gute Gene und als Jugendlicher mit meinem Freund Ivan viel Bodybuilding gemacht. Ich glaube, auch deshalb war ich viel verletzt. Seitdem ich das Krafttraining reduziert habe, bin ich in besserer Form und weniger verletzt.“

Wenig überrascht von wenigen Toren

Rebics Stärke sind auch die überraschenden Dribblings. Oft glaubt man, er hätte den Ball schon verloren, und dann kommt er doch noch am Gegner vorbei.

„Bei Luis Suárez vom FC Barcelona glaubt man auch, dass er den Ball schon verloren hätte, aber er behält ihn immer. Das ist ein Zeichen von Klasse. Ich überlege mir nicht viel, bevor ich ein Dribbling starte, das ist alles intuitiv. Aber ich verliere auch oft den Ball, das sagen jedenfalls die Statistiken. Aber ich bin ein Typ, der das Risiko sucht, nur mit Sicherheitsfußball kommen wir nicht weiter.“

Dass die Eintracht sehr wenige Tore schießt,– und er nur einen Treffer erzielt hat –, überrascht ihn nicht sonderlich.

„Mir war schon nach dem ersten Gespräch mit Kovac bewusst, dass es schwer werden wird mit dem Toreschießen. Er sagte bei den Verhandlungen, dass erst mal gut verteidigt werden muss. Die Null muss stehen, dann sehen wir weiter, was vorne geht. Wir haben die ganze Saison über nicht viele Tore geschossen, zuletzt hatten wir nur mehr Pech als zu Beginn. Ich denke an den Elfmeter gegen Ingolstadt, den wir vergeben haben, dann an meinen Treffer gegen Freiburg, der aberkannt wurde, oder an die große Chance von Hrgota gegen die Bayern.“

Schnell und körperlich stark

Für den früheren Eintracht-Nationalspieler Thomas Berthold, Weltmeister von 1990, ist der Fall klar: Unter Kovac müssten die Stürmer so viel rennen, dass ihnen beim Torschuss die letzte Konzentration fehle.

„Vielleicht ist ein bisschen was dran, aber das ist nun mal unser Spiel. Und Tore kann man auch schießen, wenn man zuvor viel gelaufen ist. Aber Mittelstürmer wie Hrgota oder Meier ist ohnehin nicht meine Position. Ich kann das spielen, aber auf dem Flügel fühle ich mich wohler. Ich will mich nicht mit ihnen vergleichen, weil sie auf einem ganz anderen Level sind: Aber meine Spielweise ist mehr die von Cristiano Ronaldo und Gareth Bale. Ich bin schnell, körperlich stark und kann mit beiden Füßen flanken.“

Kein Ding der Unmöglichkeit

Zu Trainer Kovac hat Rebic ein besonderes Verhältnis entwickelt, obwohl er ihn so viel laufen lässt und immer wieder hohe Ansprüche stellt.

„Vor allem respektieren wir einander. Er weiß, was ich kann und wie er mich nehmen muss, und ich weiß, dass er einen guten Charakter hat, was ich sehr schätze. Für solche Menschen versuche ich immer, mein Maximum zu geben.“

Und auf das Maximale zielt er auch im Saisonendspurt für die Eintracht ab.

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