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Eintracht : Mehr Geld? Von wegen - Bruchhagen zieht Grenzen

In wahrer Eintracht halten sie sich Arm in Arm: Eintracht-Spieler Sebastian Rode (links) und Frankfurts Trainer Armin Veh (rechts). Bild: dpa

Eintracht-Boss bremst Ausgaben und hält Rode für unverkäuflich. Und Bruchhagen sagt, dass die Eintracht immer handlungsfähig sei.

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          An den typischen Spekulationen in der Sommerpause will er sich nicht beteiligen. „Das habe ich noch nie getan“, sagt Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt. „Ich spreche über Transfers erst dann, wenn sie abgeschlossen sind.“ Eine alte Kaufmannsregel, auch mit nunmehr 63 Jahren bleibt sich Bruchhagen in dieser Beziehung treu. Torwart Kevin Trapp (1. FC Kaiserslautern), Rechtsverteidiger Stefano Celozzi (VfB Stuttgart), Mittelfeldspieler Stefan Aigner (1860 München) - drei Profis für rund 1,5 Millionen Euro hat der Verein bisher präsentiert, andere sollen folgen. Sportdirektor Bruno Hübner spricht von sechs weiteren Neuzugängen, für die der Klub rund sechs Millionen Euro zur Verfügung hätte. Einer Rechnung, der Bruchhagen nun gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung widerspricht: „Sechs Millionen Euro gibt es nur dann, wenn wir Spieler abgeben, wenn wir einen entsprechenden neuen Hauptsponsor gefunden haben und die Einnahmeseite gedeckt ist.“ Erst dann werde der Spieleretat im Jahr eins nach dem Wiederaufstieg auf rund 24,5 Millionen Euro erhöht. „Das ist unser Ziel“, sagt Bruchhagen. „Ob wir es wirklich erreichen, weiß ich noch nicht.“ Eines ist sicher: Die Eintracht scheut weiter das finanzielle Risiko, einen Vorgriff auf die zu erwartenden Mehreinnahmen bei den TV-Geldern werde es nicht geben.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Derzeit befinden sich die Verantwortlichen der Eintracht in konkreten Gesprächen mit einem möglichen neuen Hauptsponsor. Allerdings scheint ein Vertragsabschluss noch nicht in Sicht. Dafür spricht zumindest folgende Aussage Bruchhagens: „Wir sprechen derzeit noch mit mehreren Kandidaten, aber wir haben einen klaren Favoriten.“ Für die sportliche Ausrichtung ist vor allem Hübner zuständig, der derzeit mit dem Trainerteam auf Fuerteventura Urlaub macht. Seinen Wunschzettel hat ihm Armin Veh längst überreicht, der Trainer fordert für die steigenden Ansprüche in der Bundesliga zwei neue Stürmer, einen Innenverteidiger, einen Linksverteidiger und einen Mann für das Mittelfeld. Dem Aufstiegskader trauen die Verantwortlichen das Erreichen des Klassenziels Nichtabstieg nicht zu.

          „Ein Angebot liegt uns nicht vor“

          Doch für Bruchhagen gibt es Grenzen, den finanziellen Spielraum zu erhöhen. So schließt er beispielsweise den Verkauf von Talenten wie Sebastian Rode kategorisch aus: „Solange ich die Verantwortung habe, wird das nicht passieren Es sei denn, ich werde überstimmt, aber das kann ich mir nicht vorstellen.“ Zuletzt wurde der U-21-Nationalspieler Rode unter anderem mit Tottenham Hotspur in Verbindung gebracht, auch bei anderen Bundesligavereinen soll er in den Fokus geraten sein. Doch Bruchhagen betont: „Ein Angebot liegt uns nicht vor.“ Noch keine Transfererlöse, noch kein neuer Hauptsponsor - ob die Eintracht derzeit überhaupt in der Lage sei, mit weiteren Spielern zu verhandeln und diese womöglich auch unter Vertrag zu nehmen? „Wir sind immer handlungsfähig“, sagt Bruchhagen.

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