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Eintrachts Danny da Costa : Der Minutensammler

  • -Aktualisiert am

Sieht sich näher an der Mannschaft: Eintrachts Danny da Costa muss sich noch bewähren. Bild: Heiko Rhode

Danny da Costa wechselt als Verteidiger in den Offensivmodus und setzt dabei auf seine Vielseitigkeit. Dennoch muss der begabte Vorlagengeber Geduld haben.

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          Wenn Danny da Costa in die Zukunft schaut, beweist er Realitätssinn. Der Rechtsverteidiger der Frankfurter Eintracht ist sich bewusst, dass er sich im Kampf um die Startplätze an den Bundesliga-Spieltagen noch hinten anstellen muss. Dass er sich bei Trainer Niko Kovac erst über Kurzeinsätze für mehr Spielzeit empfehlen muss. „Das ist meine Aufgabe“, sagte der 24-Jährige am Mittwoch.

          Seinen aktuellen Karrierefahrplan setzt da Costa mit Akribie und Entschlossenheit um. Er holt Schritt für Schritt auf. Und aus dem Tritt lässt er sich mit seiner Erfahrung ohnehin nicht bringen. Da Costa hat gelernt, „kühlen Kopf zu bewahren“. Beim 1:1 im Heimspiel am vergangenen Samstag gegen Freiburg durfte sich der ehemalige U-21-Nationalspieler von der 78. Minute an für Marco Russ bewähren. Viel hätte dann nicht gefehlt, und Kevin-Prince Boateng wäre nach Vorlage von da Costa der späte Siegtreffer gelungen.

          Starke Konkurrenz

          Da Costa, der fleißige Vorlagengeber: Kurz vor Weihnachten in Heidenheim hatte Torjäger Sébastien Haller dessen mustergültiges Zuspiel in der Verlängerung zum entscheidenden 2:1 nutzen können, die Frankfurter treffen nun zur Belohnung im Pokal-Viertelfinale zu Hause auf Mainz 05. Da Costa, der auf seiner Position mit Timothy Chandler und Marius Wolf starke Konkurrenz hat, wusste auf dem Weg zum angestrebten Stammplatz Pluspunkte zu sammeln. Im Verbund mit guten Trainingsleistungen sieht er sich nun „näher an die Mannschaft herangerückt“. Dem Trainer hat da Costa mit Tatkraft vor Augen geführt, dass er den Rang eines Ersatzspielers loswerden will. „Auf dem Feld zu stehen ist ein unersetzliches Gefühl“, meint der Rechtsfuß.

          Als da Costa Ende Mai 2017 aus Leverkusen an den Main wechselte, tat er das mit der Botschaft, es jedem zeigen zu wollen, „dass ich Bundesliga spielen kann“. Seine bei Bayer 04 erzielte Jahresabschlussbilanz las sich lediglich in Minuten: In der Bundesliga stand er nur zweimal 45 Minuten und einmal 19 Minuten auf dem Platz. Viel zu wenig für seine Ansprüche, im Alter von 17 Jahren kam er für Leverkusen immerhin schon in der Europa League zum Einsatz.

          Minuteneinsätze und Verletzungspech

          Doch auch in Frankfurt ist da Costa ein Fußballprofi für Minuteneinsätze geblieben. Insgesamt sind es bisher 37 Minuten in drei Erstligabegegnungen, dazu kommen die 20 Minuten aus dem Pokalduell mit Heidenheim. Ein Sehnenanriss im rechten hinteren Oberschenkel, zugezogen in der Hinrunde im Training, hatte da Costa rund zwei Monate an Spielzeit gekostet. „Das war Pech mit der Verletzung, sie hat mich relativ weit zurückgeworfen“, sagt der Sohn einer Kongolesin und eines Angolaners. „Aber jetzt fühle ich mich körperlich voll auf der Höhe. Ich bin hier angekommen.“

          Der Rechtsverteidiger mit großem Offensivdrang, wie sich der gebürtige Neusser selbst beschreibt, ist in den Angriffsmodus gewechselt. Die Positionen des Links- oder Innenverteidigers würde er sich auch zutrauen. Vielleicht kommt Kovac ja auf dieses Angebot zurück, denn in der Verteidigung offenbaren sich aktuell Lücken. Abwehrchef David Abraham (Wadenprobleme) wird wohl auch am Samstag (15.30 Uhr) in Wolfsburg ausfallen, ungewiss sind noch die Einsatzchancen von Marco Russ, dem die Ferse zu schaffen macht. Als Rückkehrer ist der zuletzt gesperrte Simon Falette fest eingeplant. Rechts, links oder in der Mitte? Der Trainer habe seine Vielseitigkeit „auf dem Schirm“, sagt da Costa. „Am besten sieht er mich aber wohl auf der rechten Seite aufgehoben.“

          Der erste Eintracht-Spieler, dem er in Frankfurt begegnet ist, war Alexander Meier. Da Costa absolvierte damals seinen Medizincheck. „Alex Meier bringt enorme Qualitäten mit.“ Diese würde der Verteidiger gerne noch einmal als dessen Mitspieler erleben. Und Meier, der am Mittwoch 35 Jahre alt wurde, macht bei seiner Genesung große Fortschritte. Nach mehreren Operationen an der Ferse verspürt er nun keine Schmerzen mehr.

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