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Eintracht Frankfurts Chefscout : „Jetzt läuft es so, wie es soll“

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Ich muss mich schon ein bisschen in den Trainer hineindenken. Natürlich diskutieren wir über Spieler. Danach legen wir die Richtung fest. Wenn man es perfekt machen wollte, müsste man jetzt eigentlich darüber nachdenken, welche Kandidaten wir im Winter oder für den übernächsten Sommer haben. So sehe ich das Scouting: Ich finde Spieler, die für uns in Frage kommen: auf allen Positionen und zu jedem Zeitpunkt.

Überlegen Sie beim Wechsel zu einem Verein, ob Ihr Denken auch zu den Überlegungen des jeweiligen Trainers passt?

Der Wechsel nach Frankfurt hatte auch sehr viel mit meiner privaten Situation zu tun. Meine Frau kommt aus der Stadt. Und die Möglichkeit, bei der Eintracht zu arbeiten, bekommt man auch nicht jeden Tag. Beides zusammen ist für mich wie ein Sechser im Lotto.

Ihr Engagement ist langfristig angelegt. Von welchem Zeitraum sprechen Sie?

Es dauert drei bis fünf Jahre, bis die ersten großen Talente aus der Jugend herauskommen.

Wo fangen Sie an, zu schauen?

Es funktioniert nicht, eine Scoutingabteilung von der U 7 bis zur ersten Mannschaft aufzubauen. Beim e. V. wird viel abgedeckt über regionale Stützpunkte, die Fußballschule und Talenttraining. Aber bei der U15, wo es anfängt, ernst zu werden, sollte es bei der Zuständigkeit in Richtung Profiscouting gehen. Der Prozess sollte zusammen moderiert und organisiert werden. Unser Trainer und Sportdirektor sollten mit im Boot sein.

Vor kurzem waren zwei Amerikaner und ein Südkoreaner zum Probetraining bei der Eintracht. Und der dritte Torwart kommt aus Aserbaidschan. Will sich die Eintracht internationaler aufstellen?

Frankfurt ist ja auch eine internationale Stadt. Aber klar ist auch, dass Deutschland der erste Markt ist und bleibt.

Ist Ihr Geschäft verschwiegen?

Auf der Tribüne sollte man sicherlich nicht der Lautsprecher sein.

Was zeichnet Sie als Chefscout aus?

Egal, wo ich war, ich habe immer im Team gearbeitet und Wert darauf gelegt, sich alles sagen zu können. Mich haben übrigens viele gefragt, wie es mit mir und Bernd Hölzenbein funktioniert.

Und?

Ich weiß nicht, ob Demut das richtige Wort ist. Aber ich wäre ja schlecht beraten, wenn ich Bernd Hölzenbein mit seiner großen Erfahrung nicht nach seiner Meinung fragen würde. Ich will hier nicht mit der Dampfwalze durchfahren und alles neu machen. Ich will die Dinge im positiven Sinne verändern.

Haben Sie schon einen Transfer vorbereitet?

Vielleicht (lacht).

Was sollte der Anspruch der Eintracht in den kommenden Jahren sein?

Der Verein muss vorgeben, wohin er möchte. Der ganze Klub und die ganze Stadt haben ein Riesenpotential für Ziele, von denen alle träumen. Zum Beispiel das internationale Geschäft.

Wären Sie auch ein guter Trainer?

Mein größter Erfolg als Trainer war die Vize-Kreismeisterschaft mit der E-Jugend von TSG 08 Roth, und zwar 1992. Also im Ernst: Das Trainergeschäft ist nichts für mich. Ich bin mit meiner Aufgabe sehr glücklich.

Das Gespräch führten Jörg Daniels und Marc Heinrich.

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