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Eintracht Frankfurts Chefscout : „Jetzt läuft es so, wie es soll“

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Sind diese Gedanken für Ihre Mitarbeiter neu?

Teils, teils – weil der Prozess jetzt strukturierter abläuft.

Das bedeutet, aktuell, kurz vor dem Ende der Saison ist für Sie im Hinblick auf die kommende Runde die stressigste Phase des Jahres?

Nein. Wir planen 365 Tage im Jahr. Die sportliche Leitung und ich tauschen uns wöchentlich aus, klären sämtliche Fragen zu allen relevanten Personen und Positionen.

Besitzt die Eintracht auch eine Datenbank?

Seit Juli 2014 besitzen wir einen Vertrag mit „Scout7“. Das ist einer der weltweit größten Anbieter. Wir füllen die Programme jetzt eigenständig mit Einträgen und Namen. Bei diesen Computerprogrammen ist immer das Problem, welche Fakten und Bewertungen zugrunde liegen. Beim Scouting kommt es nicht nur darauf an, den Spieler zu finden, auf den vorher noch keiner gekommen ist. Es kann auch derjenige der Richtige sein, den man schon länger kennt – bei dem man aber jetzt den aktuellen Leistungszustand überprüft.

Die Eintracht ließ in der Vergangenheit Spieler, die vor ihrer Haustüre, beim FSV oder den Kickers, groß in Erscheinung getreten waren, links liegen. Zum Beispiel André Hahn, der vom OFC über Augsburg in Mönchengladbach landete und dort mittlerweile zum Nationalspieler aufstieg. Schenken Sie jetzt der unmittelbaren Umgebung einen größeren Stellenwert?

Das ist unsere primäre Hausaufgabe. In Frankfurt, der Rhein-Main-Region und Hessen sollten wir alle Spieler kennen und einschätzen können. Wenn sie dann nicht genommen werden, ist es ein Beschluss, der dann nichts mit dem Scouting zu tun hat, sondern den Vorstand, Management und Trainer verantworten. Bei Hahn ist der Fall aus meiner Sicht jedoch anders gelagert: Den haben wir während meiner Zeit beim HSV weggeschickt, weil wir uns sicher waren, der packt es nicht! Bei ihm war es letztlich keine Frage des Talents, sondern der Mentalität. Hahn hat sich gegen alle Erwartungen im zweiten Anlauf durchgebissen.

Wie arbeiten Sie mit dem Leistungszentrum am Riederwald zusammen: Auch dort werden junge Talente ausgebildet, kommt es nicht zu Überschneidungen?

Wir stimmen uns eng ab, es gibt mehr und mehr gemeinsame Termine. Ein 16-Jähriger, der uns in der Hessenauswahl auffällt, ist künftig in unserer Datenbank drin. Dann lässt sich sein Weg verfolgen, und wir wissen, wenn er 18 oder 19 ist, ob er womöglich ein passender Kandidat für unsere Profis wäre. Wir werden bei der Eintracht an einem Strang ziehen.

In Ingolstadt hieß es nach Ihrer Verabschiedung, Sie hätten keinen Transfer getätigt, der ein Flop gewesen wäre. Waren das warme Worte auf der Abschiedsfeier oder entsprach es den Tatsachen?

Das klang gut. Das können wir ruhig so stehen lassen (lacht)

Und wie wird es bei der Eintracht laufen, haben Sie schon ein Gespür nach einem halbem Jahr?

Es wird auch mal kein Treffer dabei sein. In den Kopf der Spieler kann man nicht reinschauen. Es gibt Spieler, die funktionieren bei anderen Vereinen, und nach dem Wechsel klappt es dann nicht mehr so, wie es sich alle gedacht hatten.

Müssen Sie wissen, wie Thomas Schaaf tickt? Oder sind Sie bei Ihrer Tagesarbeit so frei zu sagen: „Ich glaube, der Mannschaft fehlt der bestimmte Spieler, weil ich bereits 29 Partien in dieser Saison von ihr gesehen habe!“

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