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Eintracht Frankfurt : „Wir müssen auch Glück haben“

Gegen die Hertha werden die Ränge voller sein: Eintracht-Profi Inui im Testspiel gegen Krakau. Bild: Wonge Bergmann

Neue Frische, altes System: Aber vor dem Spiel gegen Hertha BSC glaubt Eintracht-Trainer Veh nicht, dass seine Mannschaft allein mit ihrem Können in der Bundesliga bleibt.

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          Ein paar Stunden noch. Dann wird sich zeigen, ob die Frankfurter Eintracht wirklich gut durch die bundesligafreie Zeit gekommen ist. „Die Pause hat uns gutgetan“, versicherte am Freitag Trainer Armin Veh: „Wir haben uns neu geordnet. Aber das Spiel gegen die Hertha muss erst einmal gespielt werden. Außerdem haben wir nach dem 1:6 aus der Hinrunde noch etwas gutzumachen.“

          Samstagabend, 18.30 Uhr. Wieder werden mehr als 40000 Zuschauer in der Frankfurter Arena sein, um die Eintracht live Fußball spielen zu sehen. Vor einer knappen Woche noch, beim 2:0-Testspielsieg gegen Wisla Krakau, waren Zuschauer unerwünscht. Veh hat diesen tristen Tag nicht vergessen. „Ohne Zuschauer macht der Job keinen Spaß“, sagte der 52 Jahre alte Coach. Die Stimmung muss stimmen, das Umfeld auch. Dazu beitragen soll zum Rückrundenstart der Gegner. Vor Hertha BSC Berlin haben die Frankfurter gehörigen Respekt. „Die spielen die gleiche Rolle wie wir im Vorjahr“, sagte Veh. „Sie haben eine sehr gute Mannschaft und ein sehr gutes Trainerteam beisammen. Und sie haben schon 28 Punkte gesammelt.“ 13 mehr als die Eintracht, die als Tabellenfünfzehnter neun Ränge hinter der Hertha liegt – und unter einem Makel leidet. Noch immer ist es ihr nicht geglückt, in dieser Saison ein Heimspiel zu gewinnen. Vier Unentschieden, vier Niederlagen: Das ist stark verbesserungsfähig. „Wir wissen, wo wir stehen und dass es ganz schwer werden wird“, sagte Veh über die bevorstehenden siebzehn Prüfungen, an deren Ende die Rettung erster Klasse stehen soll. Mit Können allein, glaubt Veh, könne man dieses Ziel vermutlich nicht erreichen: „Wir müssen auch Glück haben.“

          Hertha als Muntermacher

          Um die Wende zu schaffen, wurde im Winter emsig gearbeitet. Der eigens beschäftigte Sprinttrainer Günter Kern hat den Eintracht-Profis vor allem im Trainingslager in Abu Dhabi mächtig Beine – und sich selbst damit nicht beliebt gemacht. Es war ein geschickter Schachzug, denn der Zorn der Mannschaft richtete sich auf Kern – und nicht auf Veh. Der hat derweil nach Analyse der Hinrunde die Erkenntnis gewonnen, mit bewährten, wieder einsatzfähigen Spielern zu einem bekannten System zurückzukehren. Die Hertha soll mit der 4-2-3-1-Formation bezwungen werden. Mit dieser taktischen Ausrichtung hat Veh den erfolgreichsten und mitreißendsten Fußball gespielt. Gut für die Eintracht ist die Genesung wichtiger Profis: Nicht nur die Außenspieler Takashi Inui und Stefan Aigner sind wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Auch das Führungsduo vor der Abwehr scheint wieder in Form. Pirmin Schwegler und Sebastian Rode sollen den Eintracht-Motor wieder richtig zum Laufen bringen. Und vielleicht gibt es in der Rückrunde ja sogar einen Knalleffekt: ein Tor von Rode.

          Wie also kommt die Eintracht aus den Startlöchern? Veh weiß, dass viel davon abhängt, denn nach dem Spiel gegen die Hertha geht es in gleich drei Wettbewerben Schlag auf Schlag. Berlin kann dafür als Mutmacher wirken. „Psychologisch ist das ungemein wichtig“, sagte der Eintracht-Coach, der zumindest eines versprochen hat: „Ich bin ziemlich sicher, dass wir am Samstag eine gute Leistung abliefern werden.“

          Der Trugschluss von Armin Veh

          Während die elf auserwählten Frankfurter schon seit dem vergangenen Sonntag wissen, dass sie auch gegen Berlin spielen werden, wird es in den darauffolgenden Begegnungen Änderungen geben. Veh will das Rotationsprinzip einsetzen, um den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden: „Im Sommer habe ich noch geglaubt, das passt schon.“ Ein Trugschluss. In der Winterpause wurden entsprechende Korrekturen vorgenommen und mit Alexander Madlung und Tobias Weis zwei weitere Spieler unter Vertrag genommen. „Jetzt sind wir wesentlich frischer“, sagte Veh. „Ich glaube, dass wir im Vergleich zur Hinrunde stärker sind.“ Was gegen die Hertha zu beweisen wäre.

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