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Eintracht Frankfurt : „Wir brauchen jetzt eine Entscheidung“

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Wir haben unser Konzept Anfang Dezember auf der Grundlage einer von uns beauftragten Machbarkeitsstudie den Verantwortlichen der Stadt vorgetragen. Wir haben volles Verständnis dafür, dass die Stadt alles gründlich prüfen muss, bevor sie eine Entscheidung trifft. Sie hat uns eine zeitnahe Entscheidung in Aussicht gestellt.

Aber die Tennisakademie des früheren Davis-Cup-Spielers Alexander Waske möchte sich dort auch vergrößern, fordert zumindest Bestandsschutz. Ist ein Nebeneinander von Fußball und Tennis nicht möglich?

Wir haben der Stadt unseren Nutzungsansatz, unseren Platzbedarf und unser Raumprogramm vorgestellt. Daraus ergibt sich eine klare Bewertung. Wir benötigen einen modernen Trakt für alle Belange des Lizenzspielerbereichs, dazu den Neubau einer größeren Geschäftsstelle. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der administrativen Mitarbeiter der Eintracht Frankfurt Fußball AG von 50 auf 120 erhöht, und sie wird in nicht allzu langer Zeit mit dem Lizenzspielerbereich auf 300 anwachsen. Wir belegen mittlerweile Räume unter allen Tribünen und nutzen aktuell schon Räume im Gebäude der Tennisanlage. Aber jetzt können wir uns nicht mehr weiter ausbreiten. Des Weiteren sind weitere Sportflächen angedacht, unser logischer Wunsch ist es, die U19 und die U17 vom Riederwald zu den Profis ans Stadion zu holen. Das Ganze ist mit 25 bis 30 Millionen Euro veranschlagt und wäre solide zu finanzieren.Wir könnten nach der Entscheidung der Stadt sofort loslegen.

Sie haben großen Druck gegenüber der Stadt gemacht, woanders würden Bundesligaklubs besser unterstützt, die Eintracht würde stiefmütterlich behandelt. Hat das die Fronten verhärtet, oder war das nötig?

Verhärtete Fronten gibt es nicht, denn jeder, der die Verhältnisse bei uns gesehen hat, versteht unser Anliegen. Es war nötig, auf die Dringlichkeit hinzuweisen, denn wir haben ja ein Ablaufdatum. Spätestens am 30. Juni 2020 endet unser Mietvertrag über die Nutzung der Räume im Stadion, und spätestens am 1. Juli 2020 wird ein neuer Stadionnutzungsvertrag gültig werden. Und davor muss klar sein, welche Räume, generell welche Bedingungen es für uns auf dem Stadiongelände gibt. Wenn man dann noch das baurechtliche Verfahren mitrechnet, dann brauchen wir jetzt eine Entscheidung, damit der Bau im Herbst 2019 fertiggestellt sein kann.

Haben Sie einen Plan B, falls sich die Stadt anders entscheidet?

Für uns kommt nur das Stadiongelände in Betracht, weil nur dort die Zusammenführung aller Fußballbereiche der Eintracht möglich ist. Jede andere Entscheidung würde uns um viele Jahre zurückwerfen und im Wettbewerb in der Bundesliga enorm schwächen.

Wie viel Geld bringt der Eintracht der aktuelle Erfolg? Haben Sie schon jetzt im Blick, welche Endplazierung, wie viel TV-Einnahmen bringen würde?

Wir haben die TV-Tabelle immer mit einem Auge im Blick, aber es sind ja nur Momentaufnahmen. Und außerdem ist unsere Plazierung auch von den Ergebnissen der Konkurrenten abhängig. Viele Vereine liegen in der Punktzahl sehr eng beieinander. In beide Richtungen ist sehr viel möglich. Deshalb kalkulieren wir sehr, sehr konservativ.

Wie viel bringt die Verschiebung um einen Platz?

In der kommenden Saison fast zwei Millionen Euro.

Für diese Saison plant die Eintracht mit einem Verlust, wie Ihr Finanzvorstand Oliver Frankenbach bekannte. Wieso eigentlich?

Durch die sportlich so unerfreuliche letzte Saison, die uns in der TV-Tabelle zurückwarf, aber auch einige nicht eingeplante Personalkosten verursachte.

Sie meinen fünf neue Spieler im Winter und den Trainerwechsel?

Ja.

Wir dachten, die Trennung von Trainer Armin Veh wäre kostenneutral verlaufen. Oder etwa nicht?

Dazu möchte ich nichts sagen.

Das Gespräch führte Peter Heß.

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