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Eintracht-Kommentar : Wie war das noch vor zwei Jahren?

Zielstrebig, gewissenhaft, zielorientiert: Eintracht Frankfurt-Trainer Adi Hütter Bild: dpa

Die Eintracht befindet sich im Höhenflug: Trainer Hütter ist es gelungen, die Mannschaft zu einem wirklichen Team werden zu lassen. Dazu hat auch die Kombination aus harter Arbeit und Spielglück beigetragen.

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          Wo soll das noch hinführen? Womöglich sogar bis in die Champions League? Es war richtig und wichtig, dass der erfahrenste Eintracht-Profi nach dem Sieg in Augsburg das Wort Arroganz benutzt hat. Marco Russ warnte eindringlich davor, jetzt abzuheben und übermütig zu werden. „Aber dafür sorgt der Trainer schon.“ Der Mann also, der – von außen betrachtet – mit ruhiger Hand seine Mannschaft führt und formt. Adi Hütter macht dies zielstrebig, gewissenhaft, zielorientiert. Auch den ersten Bundesligasieg der Eintracht überhaupt in Augsburg genoss Hütter mehr im Stillen. „Es sind die Spieler, die es auf dem Platz richten“, sagte der Österreicher. Doch es ist der Coach, der seinen Profis Handlungsanweisungen mit auf den Weg gibt und sie taktisch einstellt.

          Zwölf von 34 Spielen sind absolviert, die Eintracht hat 23 Punkte geholt. So viele, wie lange nicht mehr? Nein! Vor zwei Jahren stand die Eintracht zum gleichen Zeitpunkt bei 24 Punkten! Die Saison endete nicht in der Königsklasse, sondern auf Rang elf mit 42 Punkten. Schon aus dieser Statistik lässt sich nachvollziehen, warum Hütter die Frankfurter Fangesänge in der prallgefüllten Augsburger Arena zwar deutlich vernahm, aber von ihnen nichts hören wollte. „Deutscher Meister wird nur die SGE.“ Der Anhang dürfe träumen, erwiderte der Eintracht-Trainer. „Aber wir nicht.“ Hütter tut gut daran, seinem eingeschlagenen Kurs treu zu bleiben. Er weiß nur zu genau, wie schnell das Glück sich wenden kann, sein Start in Frankfurt verlief nicht gerade nach Wunsch.

          Von alten Denkmustern verabschieden

          Hütter ist es jedoch gelungen, mit seiner umsichtigen Vorgehensweise die Mannschaft zu einer wirklichen Mannschaft werden zu lassen. Zu einem Team, das nicht nur von der Wucht und der Klasse ihrer drei herausragenden Stürmer Haller, Rebic und Jovic lebt. Sondern vom Zusammenwirken aller Mannschaftsteile. Hütters vielleicht größte Leistung ist es gewesen, sich dabei von alten Denkmustern zu verabschieden. Seine bevorzugte Viererabwehrkette – Makulatur. Die Eintracht überzeugt mit einem Dreierblock, angeleitet von dem souveränen Hasebe. Und auch auf die langwierigen Ausfälle von Salcedo und Chandler hat Hütter die passenden Antworten gefunden. Ndicka und da Costa spielen eine starke Saison und haben sich als verlässliche Stützpfeiler etabliert.

          So überraschend der Höhenflug der Eintracht in der Bundesliga als auch in der Europa League sein mag: Er ist die Frucht harter Arbeit, gepaart mit Spielglück. Selbst als Tabellenplatz zwei nach dem 3:1 von Augsburg erklommen war, ließ Hütter nicht locker: „Wenn wir nicht hundert Prozent geben, verlieren wir.“ Passieren wird dies in jedem Fall – nur wann?

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

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