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Eintracht Frankfurt : Warnung vor den zwei Gesichtern

Wieder fit und voll dabei: Olivier Occean. Bild: Jan Huebner

Die Eintracht tritt am Sonntag beim VfB Stuttgart an, der Veh in bester Erinnerung ist. Schwegler und Occean wieder fit. Vertragsgespräche erst nach Klassenverbleib.

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          Wirklich im Klaren, was ihn und seine Mannschaft erwartet, ist sich Armin Veh noch nicht. Denn, so hat es der Trainer im Laufe dieser Saison festgestellt, der kommende Gegner ist einer, der seine Herausforderer mit seiner Unberechenbarkeit mächtig verwirren kann: „Der VfB Stuttgart ist bislang eine Mannschaft mit zwei Gesichtern“, meint der Coach der Eintracht, die am Sonntag (15.30 Uhr) ihren zweiten Tabellenplatz bei dem Gastspiel in Schwaben behaupten möchte. In der Europa League, gegen den FC Kopenhagen, zeigten sich die Stuttgarter mal wieder von ihrer unattraktiven Seite. Bei dem torlosen Unentschieden, das ein Scout der Frankfurter im Auftrag von Veh live im Stadion verfolgte, gab es nicht allzu viel zu notieren, was der Chefcoach seinen Spielern beim Abschlussgespräch im Hotel warnend mit auf den Weg geben müsste. Doch Vorsicht, meinte der Fußball-Lehrer der Frankfurter, „sie können halt auch anders“. Das habe der VfB in der Bundesliga zuletzt beim Sieg in Hamburg demonstriert, als sie aus ihrer Außenseiterposition das Beste machten - und sich drei Zähler verdienten. Dies müsse seiner Mannschaft eine Warnung sein, die Schwierigkeit der Partie nicht zu unterschätzen.

          Auf Spekulationen, wonach der im hinteren Mittelfeld um mehr Beständigkeit ringende VfB durch die internationale Zusatzschicht vom Donnerstagabend womöglich erschöpft in das Kräftemessen mit den Hessen gehen könnte, wollte sich Veh nicht einlassen: „Dreimal in einer Woche sollte man schon spielen können“, meinte der Einundfünfzigjährige und erinnerte an eine vergleichbare Ausgangslage, als es unlängst gegen Mönchengladbach ging: Auch die Borussia hatte sich auf der europäischen Bühne gegen Fenerbahçe Istanbul nicht mit Ruhm bekleckert - und trotzdem bei nächster Gelegenheit der Eintracht Grenzen aufgezeigt. Das 0:2 am Niederrhein ist die bis jetzt einzige Niederlage, die die ansonsten glänzende Bilanz des Aufsteigers (sechs Siege, ein Unentschieden) ein wenig trübt. Auch weil sich die Personalsituation entspannt hat, geht Veh optimistisch in die sportliche Auseinandersetzung mit seinem ehemaligen Arbeitgeber, den er vor fünf Jahren zum Titel führte. Aus dem Meisterteam von damals kommt es zum Wiedersehen mit Serdar Tasci, Christian Gentner und Arthur Boka; der Brasilianer Cacau, ebenfalls unter Veh groß herausgekommen, fehlt wegen eines Kreuzbandrisses. Es wird sein erster Wettkampf-Auftritt in der neuen Stuttgarter Arena, die er bislang nur aus der Zuschauerrolle kennt: „Das ist sicher kein normales Spiel für mich. Wir hatten dort auch zwischenmenschlich ein gutes Verhältnis“, meinte Veh. „Dass ich dort gern gesehen werde, kann ich gut nachvollziehen. Aber ich sehe die Leute in Stuttgart auch noch sehr gern.“

          „Wir werden dann sprechen, wenn wir unser Ziel, den Klassenerhalt, erreicht haben“ 

          Ihm selbst stehen wieder viele taktischen Optionen offen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird er sein Team im 4-2-3-1-System beginnen lassen, das sich in den zurückliegenden Wochen so bewährt hat. Mit den wiedergenesenen Pirmin Schwegler und Olivier Occean meldeten sich zwei Stammkräfte rechtzeitig fit. Der Kapitän konnte wegen muskulärer Probleme zu Wochenbeginn nur eingeschränkt trainieren, doch dem 100. Pflichtspiel des Schweizers im Trikot der Hessen steht nach ausgiebiger Behandlung nun nichts mehr im Weg. Der kanadische Stürmer kurierte derweil seinen grippalen Infekt aus und steht vor der Rückkehr in die Startelf - für ihn muss der gegen Hannover auch als Torschütze überzeugende Aushilfs-Angreifer Karim Matmour wahrscheinlich weichen. „Er war auch im Training richtig gut, aber im Normalfall wird Occean von Beginn an spielen“, legte sich Veh fest.

          Deutlich Stellung bezog er am Freitag auch in der Frage nach seinen eigenen beruflichen Ab- und Aussichten. Nachdem im Zusammenhang mit den Vertragsgesprächen mit Sebastian Rode das Umfeld des vielfach umworbenen Mittelfeld-Profis mit den Worten zitiert wurde, man würde schon ganz gerne wissen wollen, wer denn in absehbarer Zeit bei der Eintracht das Kommando führe, reagierte Veh mit der ihm eigenen Gelassenheit: Er gedenke, sich erst nach dem Erreichen des nächsten Etappenabschnitts mit Gedankenspielen über die weitere Zukunftsplanung zu beschäftigen. Wer wollte, konnte darin auch einen wohlgemeinten Rat an Rode und seine Berater heraushören, die in den vergangenen Tagen vor allem mit Verhandlungen mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht wurden, es doch ähnlich zu halten. „Wir“, sagte Veh schließlich und meinte damit sich und den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen, „haben wie im letzten Jahr am Anfang der Saison eine klare Regelung getroffen: Wir werden dann sprechen, wenn wir unser Ziel, den Klassenerhalt, erreicht haben.“ Zumindest in diesem Punkt herrscht also absolute Klarheit.

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