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Eintracht Frankfurt : Beruhigung und Bewegung

Auf dem Weg nach vorne: Luka Jovic (links) mag es stürmisch. Bild: Jan Huebner

Vor ihrem Aufbruch ins Trainingslager in Südtirol denkt die Eintracht über die Verpflichtung eines Innenverteidigers nach. Die Anfragen für eigene Spieler jedoch überzeugen bislang noch nicht.

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          Es war kein Machtwort von Bruno Hübner – aber eine wichtige und kluge Bemerkung im Dienste der Eintracht. Ganz entspannt sagte der Frankfurter Sportdirektor am Sonntag: „Wir müssen das Thema beruhigen.“ Gemeint war Torhüter Lukas Hradecky, dessen vertragliche Situation seit Monaten die Öffentlichkeit mal mehr und mal weniger aufgeregt beschäftigt. Bis heute konnte sich der 27 Jahre alte Finne nicht dazu durchringen, seinen Vertrag – wie von den Frankfurtern gewünscht – vorzeitig über die kommende Saison hinaus zu verlängern.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Noch finden die wesentlichen Zahlen wie sein Verdienst in dem zu verhandelnden Vertragswerk offenbar nicht die Zustimmung des Torwarts. Nun hat die Eintracht in einem Zwischenschritt mit ihrer Ankündigung halbwegs Fakten geschaffen: „Lukas wird den Vertrag auf jeden Fall erfüllen“, betonte Hübner. Die gleiche Aussage tätigte Trainer Niko Kovac am Tag davor. Bei Hradecky bleiben die Hessen hartnäckig am Ball. „Wir sind bestrebt, den Vertrag zu verlängern, alles andere wird sich ergeben“, meinte der Sportdirektor.

          Grübeln erst bei lukrativen Angeboten

          Ohne Einigung mit dem leistungsstarken Nationaltorhüter würde die Eintracht Gefahr laufen, nach Ablauf der neuen Saison keine Ablösesumme für ihn zu erhalten. Womöglich finden beide Seiten trotz des ausdauernden Pokerspiels ja demnächst einen gemeinsamen Nenner, was ihre Vorstellungen betrifft. Eine Kompromisslösung böte sich in diesem Fall an. In der Sache wäre dann tatsächlich Ruhe.

          Ordentlich Bewegung registriert Hübner in einem anderen Bereich. Er teilte mit, dass die Frankfurter „ ganz viele Anfragen für unterschiedliche Spieler“ hätten. Namen nannte er natürlich keine. Aus der Türkei soll es angeblich Interesse am Frankfurter Abwehrchef David Abraham geben. Auch der mexikanische Nationalspieler Marco Fabian stehe auf dem Transfermarkt im Fokus, hieß es. „Wir setzen keinen aufs goldene Tablett“, sagte nun der Sportdirektor. Über Personalveränderungen ins Grübeln käme die Eintracht erst, wenn bei ihr wirtschaftlich besonders lukrative Angebote für Frankfurter Profis eingingen. Aktuell scheint sich die Vereinsführung keine Gedanken machen zu müssen. Und der Argentinier Abraham wird sowieso als unverzichtbare Stütze der Mannschaft erachtet.

          „Auch so ein Kraftpaket“

          Ihrem Rechtsverteidiger Yanni Regäsel würde die Eintracht keine Steine in den Weg legen, auf dessen Position haben Timothy Chandler und Neuzugang Danny da Costa klar Vorrang. „Für Yanni haben wir einige Anfragen, aber es muss auch für den Spieler passen“, sagte Hübner. Die Eintracht agiert momentan ebenfalls mit dem Ziel, ihre Defensive zu verstärken. Es geht um die Innenverteidigerposition, über deren Neubesetzung mit einem weiteren Spieler sich der Klub „ernsthaft Gedanken“ mache.

          „Es kann immer relativ schnell gehen. Wir haben das eine oder andere im Kopf.“ Mit dem Genesungsprozess des an der Schulter verletzten mexikanischen Nationalspielers und Neuzugangs Carlos Salcedo ist Hübner sehr zufrieden. „Die Reha verläuft sehr gut“, sagte er. „Wir sind relativ optimistisch, dass Carlos früher zurückkommt als erwartet.“ Das könnte Ende August, Anfang September der Fall sein.

          Der neue Linksverteidiger Jetro Willems gab im Training bereits eine Kostprobe seines Könnens ab. In den Eins-gegen-eins-Duellen trafen die Offensivspieler zu ihrem Leidwesen auf einen bissigen Kollegen, der extrem zweikampfstark und schnell ist. Er gab gleich den Platzhirsch und erinnert Hübner von der Statur her an den ehemaligen Eintracht-Profi Constant Djakpa. „Jetro ist auch so ein Kraftpaket.“ Trotzdem zeigte sich der 23 Jahre alte Niederländer, der vom PSV Eindhoven kam, beeindruckt von der Trainingsintensität bei seinem neuen Arbeitgeber.

          Im Training torhungrig und mental stark

          „Er hat hier in zwei Tagen mehr gemacht als in einer Woche in Holland“ – das habe ihm Willems berichtet, sagte Hübner. Kovac hat mit dem 22-maligen Nationalspieler – „Jetro hat nach vorne richtig viel Zug“ – auch viel vor. „Wir wollen über die Flügel sehr viel präsenter sein als in der Vorsaison. Wir brauchen solche Typen wie Jetro und Taleb Tawatha, die bis zum Ende losgehen.“ In der Ehrendivision war Willems in den vergangenen drei Spielzeiten der Verteidiger mit den meisten angekommenen Flanken (142).

          Bei der Eintracht, die an diesem Montag ins Trainingslager nach Gais in Südtirol reist, durchstarten will auch der neue Offensivspieler Luka Jovic – am liebsten als „Mittelstürmer“. Der 19 Jahre alte Serbe, den die Eintracht von Benfica Lissabon ausgeliehen hat, freut sich schon auf das Duell mit Bayern-Abwehrspieler Mats Hummels. „Für mich ist er der beste Verteidiger.“ Gefragt nach seinen sportlichen Vorzügen, zeigte Jovic mit dem Zeigefinger an seinen Kopf. Soll heißen: Er, der im Training torhungrig ist, fühlt sich mental stark.

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