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Eintracht Frankfurt : Das ultimative Endspiel

  • -Aktualisiert am

Ballorientiert: Eintracht-Torjäger Meier im ersten Relegationsduell mit dem Nürnberger Kerk. Bild: Imago

Verlängerung ja, Elfmeterschießen nein: Eintracht-Coach Kovac will den angestrebten Klassenverbleib im entscheidenden Relegationsspiel gegen Nürnberg „vorher geregelt haben“.

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          „Ich beschäftige mich nicht mit dem Scheitern, Ausrufezeichen.“ Niko Kovac versucht bis zum letzten Moment, unverwüstliches Selbstbewusstsein zu demonstrieren. Der Eintracht-Trainer kann nur hoffen, dass auch seine Spieler sich diese Einstellung bewahren. Denn fangen sie erst einmal an, darüber nachzudenken, was an diesem Montag in Nürnberg (Anstoß 20.30 Uhr/Live in der ARD) alles auf dem Spiel steht, dann könnte das zu einer Blockade führen. Das Saison-Endspiel entscheidet über Absturz oder Rettung, über das Erleben einer riesengroßen Enttäuschung für sich und viele tausend Menschen oder einer gigantischen Erleichterung. Und das Spiel gegen den Abstieg ist für jeden einzelnen Profi mit einer Menge Geld verbunden. Die Zweitklassigkeit ist mit drastischen Gehaltseinbußen verbunden.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          „Wir schaffen es, weil wir an uns glauben, weil wir bewiesen haben, dass wir in schwierigen Situationen unseren Mann stehen, dass wir dem Druck standhalten und dass wir Tore schießen können.“ Kovacs Antwort auf die Frage, warum es die Eintracht schafft, erstklassig zu bleiben, klingt allerdings überzeugender, als sie ist. Denn gleicht man die Worte mit der Realität ab, dann ist die Eintracht in den beiden allerletzten Spielen gegen Bremen und Nürnberg zwar nicht eingeknickt. Aber wie eine robuste kämpferische Einheit, die bedingungslos von sich überzeugt ist, trat sie auch nicht auf. Und das mit dem Toreschießen-Können, ist auch so eine Sache. Das gelingt infolge spielerischer Mangelerscheinungen nur in homöopathischen Dosen.

          Mehr Angriffsdruck gegen Nürnberg

          Was den Frankfurter Optimismus am meisten begründet, ist der Nürnberger Auftritt im ersten Relegationsspiel. „Wir haben gesehen, dass wir das Spiel sicher in der Hand hatten. Nürnberg hat nicht einmal auf unser Tor geschossen“, sagte Kovac am Sonntag. 65 Prozent Ballbesitz konnte die Eintracht für sich verbuchen, allerdings von den Nürnbergern provoziert. Denn die Franken hatten gar nicht den Ehrgeiz, ein eigenes Kombinationsspiel aufzuziehen. Sie konzentrierten sich darauf, das eigene Tor zu schützen und rückten bei Ballbesitz nur zögerlich nach vorne. Überrascht hat Kovac diese Taktik nicht. „Sie spielten, wie wir es erwarteten.“ Und er glaubt nicht an einen Wechsel der Nürnberger Taktik. „Sie können in drei Tagen nicht ändern, was sie die ganze Saison über praktiziert haben.“

          Immerhin erzielten die Nürnberger in der Zweitligasaison aber 68 Tore. Ganz so harmlos wie in Frankfurt müssen sie also nicht in jedem Spiel sein. Doch Kovac erklärt die fränkische Sturmflaute lieber mit der Defensivstärke seiner Mannschaft. Genauso dominant wolle sein Team auch in Nürnberg auftreten. Nur soll diese Dominanz zu mehr eigenen Angriffsdruck führen. „Wir haben gesehen, wo sie anfällig sind, aber wir haben es nicht geschafft, ihre Löcher und Problemzonen häufiger zu bespielen.“

          Dabei setzt der Eintracht-Trainer wieder auf Mijat Gacinovic, der den Ausgleichstreffer am Donnerstag erzielte. „Er hat auch sonst ein gutes Spiel gemacht: Er ist frisch, stark im 1:1, und er kann Fouls ziehen“, beschreibt Kovac die Vorzüge der Offensivkraft. Ob es aber Umstellungen im sonst flauen Angriff gibt, ließ Kovac offen. Seferovic und Meier konnten sich am Donnerstag so gar nicht gegen die Nürnberger Verteidiger durchsetzen.

          „Wir können zurückkommen"

          Immerhin habe Meier die Belastung der 70 Minuten ganz ordentlich verkraftet, so der Eintracht-Coach. Einem weiteren Einsatz steht zumindest gesundheitlich nichts entgegen. Meier nahm seine eigene bescheidene Leistung nicht weiter tragisch: „Mir fehlt der Rhythmus, das ist doch klar. Aber ich hisse nicht die weiße Flagge.“ Er werde weiter alles für die Eintracht geben. Auch als Joker kann Meier wertvoll sein.

          „Ein einziges Tor, und wir sind wieder voll im Geschäft. Das 1:1 ist auch für Nürnberg ein gefährliches Ergebnis“, sagt Kovac, der sich mit der Ausgangslage arrangiert hat. „Nach dem Spiel waren wir ein bisschen geknickt. Aber ich sehe das Ergebnis heute sehr viel besser als am Donnerstag. Selbst wenn wir in Rückstand geraten sollten, genügt ein Tor für die Verlängerung. Und wir haben zuletzt dreimal bewiesen, dass wir zurückkommen können.“ Verlängerung ja, Elfmeterschießen, bitte nicht. „Das ist doch vor allem Glückssache, das wollen wir vorher geregelt haben.

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