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Eintracht Frankfurt vor Porto-Spiel : Positive Zeichen im Drachenstadion

Dehnen im Blick: Eintracht-Trainer Veh beobachtet die Übungen zweier seiner Spieler in Porto Bild: AFP

Die Frankfurter Eintracht kommt per Flieger namens „Offenbach“ in Porto gut an. Sie stimmt sich mit viel Respekt, aber auch einer Prise Optimismus auf das Europa-League-Sechzehntelfinale (21.05 Uhr) ein - wobei Schweglers Anwesenheit hilft.

          3 Min.

          Reiner Zufall. Dass der Airbus A340 den Namen „Offenbach“ trägt, ist bedeutungslos. Sagt zumindest Flugkapitän Joachim Germershaus, der die große Eintracht-Familie am Mittwochvormittag nach Porto fliegt. Lauter Frankfurter also an Bord der Maschine „Offenbach“. Die wichtigsten Leute sitzen vorne. Trainer Armin Veh und seine Spieler. Unter ihnen ist einer, auf dessen Rückkehr die Kollegen sehnsüchtig warten: Pirmin Schwegler. Der Anführer der Eintracht, zuletzt gehandicapt und nicht einsatzfähig wegen eines Knorpelbruchs am Rippenbogen, gehört mit zur Reisegesellschaft, die sportlich ein großes Ziel hat: beim FC Porto im Sechzehntelfinale der Europa League möglichst gut abzuschneiden.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Bis zur ersten K.o.-Partie an diesem Donnerstag (Anpfiff 21.05 Uhr MEZ, live bei Kabel 1 und F.A.Z.-Liveticker) sind es noch ein paar Stunden. Zeit für Veh und die Mediziner der Eintracht, Schwegler für einen Einsatz im Estadio do Dragao fit und möglichst frei von Schmerzen zu bekommen. „Es sieht gar nicht so schlecht aus“, sagte Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger. „Pirmin hat schon seit Tagen stützende Verbände um den Brustkorb.“ Der Schweizer wäre wichtig für das Gefüge der Eintracht, gibt er dem Spiel(aufbau) doch Halt, Kontur und die mitunter entscheidenden Akzente. Die kann und wird der Tabellenzwölfte der Fußball-Bundesliga benötigen, um beim aktuellen Rangzweiten der portugiesischen Liga zu bestehen. Wen immer man auch fragt bei der Eintracht: Die Favoritenrolle liegt klar beim 27-maligen Landesmeister FC Porto. „Toll, dass wir im Wettbewerb noch dabei sind“, sagt Heribert Bruchhagen. Der Vorstandsvorsitzende findet es „ausgesprochen schön, dass wir gegen einen solch renommierten Gegner spielen dürfen“.

          Auch früherer OFC-Chef dabei

          Schön ist auch, dass an Bord des Sonderfluges LH342 reichlich Prominenz ist. Die aktuelle Eintracht-Führung hat die Chance genutzt, um ehemalige Präsidenten und Vorstandsvorsitzende mit nach Porto zu nehmen. Klaus Gramlich ist dabei, Rolf Heller ebenso, und auch Steven Jedlicki, um die Jahrtausendwende zu Octagon-Zeiten im Amt, will schauen, wie sich die Eintracht der Gegenwart schlägt. Thomas Pröckl, der langjährige Finanzvorstand, und Heiko Beeck, einst ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Eintracht Frankfurt Fußball AG, gehören gleichfalls zu der illustren Gruppe, der sich auch der ehemalige Offenbacher Kickers-Präsident Dieter Müller angeschlossen hat. Geballte Fußballkompetenz, beseelt von einem Wunsch: dass sich die Eintracht für das Rückspiel in einer Woche eine vernünftige Ausgangssituation erarbeitet.

          Die Grundlage dafür soll an diesem Donnerstag gelegt werden. Gut 24 Stunden vor dem Anpfiff gab Trainer Veh bei der obligatorischen Pressekonferenz im Drachenstadion Auskunft über die Lage seiner Mannschaft. Über die bedeutsamste Personalie äußerte er sich erwartungsgemäß offen. „Es ist kein schlechtes Zeichen, dass Pirmin Schwegler dabei ist. Er selber hat ja gesagt, dass er nur mitfliegen wird, wenn er auch spielen kann. Ob er aber spielt, das sage ich nicht.“ Die Prognose sei gewagt: Der Schweizer wird gegen Porto in der Startelf stehen - Seite an Seite mit Sebastian Rode vor der Abwehr. Die Eintracht braucht ihren Kapitän, „denn Porto ist ein großer Verein mit großen Erfolgen“, wie Veh ausführte. „Der FC ist der Favorit. Er würde auch in der Bundesliga eine gute Rolle spielen und ganz oben dabei sein.“

          Schwärmen von der Konkurrenz

          Obwohl sich Veh nicht über einzelne Spieler der Portugiesen äußern wollte, geriet er bei der Nennung der beiden „starken Außenverteidiger“ doch ins Schwärmen. „Bei der Analyse des Gegners habe ich keinen Schwachpunkt erkannt.“ Es war ziemlich viel Lob, das vom Eintracht-Coach am Tag vor dem Spiel der Spiele auf die „Drachenelf“ einprasselte. Und auch Carlos Zambrano schloss sich der Einschätzung seines Trainers an. „Ein großer Klub, ein großer Verein in Europa“, sagte der peruanische Innenverteidiger der Frankfurter Eintracht. Endlich ist er wieder am Ball, nachdem Veh in der Bundesliga erst in München und zuletzt in Dortmund auf seinen Abwehrchef wegen der neun Gelben Karten verzichtet hatte. „Ich finde, dass wir hier schon ein gutes Resultat erzielen können. Das wäre wichtig für uns“, sagte Zambrano in dem Kinosaal ähnlichen Pressekonferenzraum im schmucken Estadio do Dragao. Als der 24 Jahre alte Südamerikaner, der mal auf spanisch, mal auf deutsch antwortete, gefragt wurde, was für ihn und die Mannschaft das Wichtigste sei, erwiderte er spontan: „dass wir hinten zu null spielen“.

          Und vorne schießt Alexander Meier ein Tor? Es war eine der Fragen, die die portugiesischen Reporter am meisten bewegte. „Meier genießt bei uns einen guten Ruf“, sagte einer. „Wir machen uns Sorgen um ihn.“ Veh schmunzelte, als er das hörte. Signalisierte es ihm doch, „dass Porto schon ein bisschen Respekt vor uns hat. Sie sind und bleiben der Favorit. Diese Rolle müssen sie annehmen“, sagte der Eintracht-Coach. „Aber im Sport hat man immer eine Chance.“ Mehr als 5000 Eintracht-Fans glauben dies auch. Sonst hätten sie sich nicht auf den langen Weg nach Portugal gemacht, um an diesem Donnerstag im Drachenstadion live dabei zu sein.

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