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Eintracht Frankfurt : Durchbruch und Aufbruch

Ballbesitzfußball: Ante Rebić wird gegen Freiburg spielen, der angeschlagene Mijat Gaćinović (links) eher nicht. Bild: Jan Huebner

2018 ist für Gaćinović und den Rest der Eintracht ein sehr gutes Jahr gewesen. Was 2019 bringt, kann schon der Rückrundenauftakt gegen Freiburg zeigen.

          Für Mijat Gaćinović war es das Jahr des Durchbruchs. Sein Tor gegen die Bayern hat ihn berühmt gemacht. Das Solo des Serben, der im DFB-Pokalfinale auf das leere Gehäuse der Münchner zusprintete und unbedrängt für die Eintracht zum 3:1 in der Nachspielzeit traf, war „der Lauf meines Lebens“. Gaćinović hat es in diversen Interviews viele Male erzählt. Der Kreis im Jahr 2018 hätte sich für den offensiven Frankfurter Mittelfeldspieler schließen können. Doch kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember, stoppte ihn im letzten Hinrundenspiel dieser Bundesliga-Saison eine Muskelverletzung. Ausgerechnet gegen die Bayern, ausgerechnet gegen den Finalgegner vom Berliner Pokalendspiel.

          Gaćinović musste kurz vor der Pause ausgewechselt werden – und kämpft seitdem verbissen um seine Rückkehr. Dass der 23 Jahre alte Serbe an diesem Samstag in der Startelf der Eintracht steht, die es zum Rückrundenauftakt in der Bundesliga von 15.30 Uhr an mit dem Sportclub Freiburg zu tun bekommt, was sich zumindest 47.000 Zuschauer in der Frankfurter Arena anschauen wollen, ist eher unwahrscheinlich. Noch am Mittwoch, der einzigen öffentlichen Trainingseinheit, bei der man sich ein Bild von der Verfassung der Frankfurter Profis machen konnte, hielt sich Gaćinović abseits der Mannschaft fit. Der Mittelfeldallrounder absolvierte diverse Sprints und Läufe.

          Sein Tor im Pokalfinale hatte Seltenheitswert. Denn ansonsten hielt sich der laufstarke Gaćinović mit derartigen Erfolgsmomenten zurück. Tore in der Bundesliga: Fehlanzeige. Der Serbe ist der Mann für die vorbereitenden Momente des Spiels. Einer, der mit einem schnell gespielten Pass Wege und Räume öffnen kann, von denen Mitspieler profitieren. Tore bei der Eintracht – dafür sind andere zuständig. Vornehmlich die stürmischen Drei aus dem sogenannten Magischen Dreieck: Luka Jović, Sébastien Haller und Ante Rebić.

          Zündendes Dreigestirn

          26 der bislang 34 erzielten Hinrundentore gehen auf das Konto dieses Trios. Ein Dreigestirn, das in der Bundesliga für stürmisches Aufsehen gesorgt hat. Sogar Bundestrainer Joachim Löw ist angetan von der Power der Frankfurter Offensive, wie er unlängst am Rande des Neujahrsempfangs der Deutschen Fußball Liga sagte. Sogar die Qualifikation für die Champions League traut der Badener den Hessen zu. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Einer, der gleich zum Rückrundenstart etliche Stolpersteine für die Eintracht im Angebot haben könnte. Freiburg, Bremen, Dortmund, Leipzig – die Mannschaft von Trainer Adi Hütter wird vieles von dem abrufen müssen, mit dem sie in der Hinrunde – nicht nur im Kerngeschäft Bundesliga, sondern auch in der Europa League – monatelang von Sieg zu Sieg geeilt ist.

          Vieles spricht dafür, dass der österreichische Fußballlehrer Hütter auch gegen Freiburg mit drei Angreifern stürmen lässt. Wobei sich Rebić hinter Haller und Jović wiederfinden dürfte. Der kroatische Weltmeisterschaftszweite hat sich in den zurückliegenden Monaten viele Meriten erworben. Nicht unbedingt wegen seiner fünf erzielten Tore, sondern wegen seiner unnachahmlichen Art und Weise, wie Rebić Fußball spielt und lebt und arbeitet. Ein Außenstürmer wie ein Bulldozer, der nur schwer vom Ball zu trennen ist und gegen den es sehr unangenehm ist, spielen zu müssen. Während des Trainingscamp im Sunshine State Florida in den Vereinigten Staaten erzielte Dribbler Rebić ein Elfmetertor gegen São Paulo.

          Tore wie am Fließband – die hat in der Hinrunde der starke Jović geschossen. Zwei seiner Treffer haben es nun sogar in die Auswahl zum Tor des Jahres geschafft. Etwas Derartiges ist einem Frankfurter Stürmer bisher noch nicht geglückt. 2018 war wirklich ein gutes Jahr für die Eintracht. Was 2019 bringt, wird sich weisen.

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