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Eintracht Frankfurt : Vollgas geben – nicht nur im Freizeitpark

In der schnellsten Achterbahn der Welt: Die Eintracht im Geschwindigkeitsrausch bei bis zu 240 Sachen. Bild: Heiko Rhode

Das 2:3 gegen den HSV hat gezeigt, dass in der Vorbereitung noch viel Arbeit auf die Eintracht wartet. Johannes Flum ist mit seiner Rolle in Frankfurt unzufrieden, „aber ich haue nicht ab“.

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          Abu Dhabi ist eine Stadt, die scheinbar niemals schläft. An vielen Ecken wird beinahe rund um die Uhr geschraubt, gehämmert und gewerkelt. Heerscharen von asiatischen Arbeitern kümmern sich darum, dass auf dem sandigen Boden Wolkenkratzer in die Höhe wachsen oder futuristisch anmutende Bauwerke das Bild der Wüstenmetropole im Schnelldurchgang verändern. Nur freitags kehrt aus religiösen Gründen Ruhe ein – ein wenig zumindest. Die Laster, Betonmischer und Bagger verschwinden dann von den Straßen, doch dafür haben die Sprösslinge der Herrscherfamilien freie Fahrt, um in ihren protzigen Sportwagen noch ein bisschen zügiger als sonst über die Pisten zwischen dem Hafen und der Corniche zu sausen und die Reifen quietschen zu lassen. Auch die Eintracht, die sich im Reich der wohlhabenden Scheichs auf kommende Aufgaben in der Bundesliga einstimmt, frönte zum Start ins Wochenende erstmals seit der Ankunft ein wenig dem Müßiggang – und machte dennoch Tempo.

          Das Team von Trainer Thomas Schaaf war in die „Ferrari World“ eingeladen. Eine der neuesten der vielen Touristenattraktionen des kleinen Landes. Dank der – laut Eigenwerbung – rasantesten Achterbahn der Welt und einer Ausstellung mit besonders edlen Hochgeschwindigkeitsflitzern des italienischen Herstellers durchaus ein passendes Ausflugsziel für die Frankfurter Fußballprofis, von denen einige einen Hang zu schönen, schnellen und teuren Autos haben. Schaaf nannte die Unterbrechung des Übungsalltags eine günstige Gelegenheit, um „ein bisschen durchzupusten“ während der Vorbereitung, in der „wir bislang sehr gut gearbeitet haben“. Im Privatspiel gegen den Hamburger SV in Al Ain spiegelte sich der vom Coach gelobte Fleiß noch nicht im Ergebnis wider. Die Hessen, die über eine Stunde kaum eine gelungene Offensivaktion zustande brachten und in der Abwehr vom Gegner oft düpiert wurden, waren mit dem 2:3 gut bedient. Das knappe Resultat räumte Schaaf die Gelegenheit ein, die positiven Eindrücke, die es in einer Handvoll Szenen gab, in den Fokus zu rücken und keine deutlichere Kritik am lange zaghaften Auftreten seiner Elf äußern zu müssen. Alexander Meier, der in der 61. Minute den Anschlusstreffer erzielt hatte (dem Marco Russ 120 Sekunden später noch das zweite Tor folgen ließ), sprach anschließend bei der Ursachenforschung davon, dass es „vielleicht auch eine Einstellungssache war“. Er und seine Nebenleute seien „kaputt und nicht richtig wach gewesen“. Nach dem Seitenwechsel, so erzählte er, „haben wir uns zusammengerissen, denn wir wussten: Wir waren in der ersten Halbzeit einfach schlecht“.

          Entwarnung für Marc Stendera

          Vor allem im zentralen Mittelfeld kamen die Frankfurter nicht zurecht. Die Abstimmung nach der Balleroberung oder dem Verlust der Kugel sowie die Abstände zwischen den Reihen stimmten selten. Slobodan Medojevic, der für die Rolle des Organisators vor der Viererkette vorgesehen war, tat sich damit schwer und sorgte durch verlorene Zweikämpfe immer wieder für Ungemach. Der Serbe scheint bei Schaaf momentan erste Wahl zu sein, wenn es darum geht, die Vakanz zu überbrücken, die durch Makoto Hasebes Abwesenheit entstand. Der Japaner wird wie dessen Landsmann Takashi Inui bis auf weiteres ausfallen, da das Duo mit dem Nationalteam an den Asienmeisterschaften teilnimmt – Ausgang und Rückkehr nach Frankfurt sind offen. Hasebe war es zuletzt gelungen, eine defensive Ordnung herzustellen, und übernahm als Antreiber und Aufpasser Führungsverantwortung.

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