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Eintracht Frankfurt : Verzückt über Bordeaux, Nikosia und Tel Aviv

Europacup: Weil Alexander Meier und Takashi Inui gegen Qarabag treffen, darf sich die Eintracht-Familie nun auf Bordeaux, Nikosia und Tel Aviv freuen. Bild: Wonge Bergmann

Die Eintracht hat es bei der Auslosung gut erwischt: attraktive Gegner, die gut zu erreichen sind. Gegen Dortmund droht am Sonntag allerdings der Ausfall einiger Spieler.

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          Bordeaux, Nikosia, Tel Aviv. Europa lässt sich für die Frankfurter Eintracht seit Freitag konkret mit Namen fassen. Es war genau 13.44 Uhr, als im Grimaldi Forum in Monaco das letzte Los gezogen und der Gruppe F zugeordnet wurde. Jener Gruppe, in der vom 19. September an die Eintracht ihre Spiele in der Europa League absolviert. Girondins Bordeaux stand schon fest, Apoel Nikosia auch. Dann fiel die Wahl in dem Fürstentum an der Mittelmeerküste auf Maccabi Tel Aviv.

          Die ersten Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. „Das ist eine interessante Gruppe“, sagte der Frankfurter Trainer Armin Veh, der erst am Vorabend mit dem 2:1 im Play-off-Rückspiel gegen den aserbaidschanischen Tabellenführer FK Qarabag Agdam den Sprung in die wirtschaftlich lukrative Gruppenphase geschafft hatte. Weil nämlich vor dem Anpfiff in der Frankfurter Arena, in der dank beeindruckender Choreographien schon Europapokal-Stimmung herrschte, der VfB Stuttgart ausgeschieden war, darf die Eintracht auf Mehreinnahmen von einer Million Euro auf dann insgesamt sechs Millionen Euro hoffen, wie Vorstandsmitglied Axel Hellmann den Verteilerschlüssel vorrechnete.

          Fans boten „spektakuläre Choreografie“

          Die Nacht war kurz für Trainer Veh. Wie sonst auch „in 23 Jahren Fußball“, wie er am Freitagmittag ausführte, fand er keine Ruhe. „Den Schlaf hole ich am Nachmittag nach“, sagte er. Die Auslosung verfolgte er zwei Tage vor dem Bundesliga-Duell mit Champions-League-Finalist Borussia Dortmund (Sonntag, Anpfiff 17.30 Uhr) an seinem Arbeitsplatz im Frankfurter Stadtwald. Vor allem für die Fans, die ihm und seiner Mannschaft gegen Qarabag eine „spektakuläre Choreographie“ geboten hätten, freute sich Veh. „Das war eine Stimmung wie in der Champions League. Ich bin froh, dass mit Tel Aviv, Nikosia und Bordeaux schöne Reisen für die Fans dabei sind.“

          Auch Sportdirektor Bruno Hübner lenkte in einer ersten Stellungnahme den Fokus auf die Frankfurter Anhänger. „Bei unseren phantastischen Fans haben wir vor der Auslosung gesagt: Egal, wer kommt, es wird ein Highlight für uns werden. Wir treffen mit einem großen Traditionsverein wie Bordeaux, dem israelischen Meister Tel Aviv und dem zyprischen Meister Nikosia sportlich gesehen auf eine interessante Gruppe. Das wird für uns eine sportliche Herausforderung werden, aber es besteht bei der Ausgeglichenheit der Gruppe die Chance weiterzukommen.“ Vorstandschef Heribert Bruchhagen, der bei der Auslosung in Monaco vor Ort war, sprach von einer „extrem ausgeglichenen Gruppe. Es gibt keinen Favoriten und keinen Außenseiter. Außerdem bin ich sehr froh, dass es Städte sind, die für unsere Fans noch gut erreichbar sind.“

          Veh: “Meier ist speziell“

          Europapokal. Jetzt ist es Realität geworden, jetzt stehen auch die konkreten Termine fest, an denen sich die Eintracht immer donnerstags messen darf (siehe Kasten in der rechten Spalte) - und bei aller Begeisterung über den Einzug in die Gruppenphase nicht das Kerngeschäft aus den Augen verlieren sollte. Dass sich am Sonntag Borussia Dortmund in der mit 51500 Zuschauern ausverkauften Arena vorstellt, weckt bei Veh zwiespältige Gefühle. „Früher haben wir immer gehofft, dass die Borussia die Zusatzbelastung Champions League hatte. Nun sind wir es, die drei Spiele in der Woche gemacht haben. Diese Belastung kennen wir nicht.“ Erste Folge: Nach dem 2:1 gegen Qarabag beklagt Veh einige angeschlagene Spieler. „Die haben was abbekommen“, sagte er. So wird der 52 Jahre alte Coach erst kurzfristig entscheiden, ob Johannes Flum (Adduktorenprobleme), Sebastian Rode (Außenbanddehnung im Knie), Bamba Anderson (Wadenprobleme) und Stefano Celozzi (Knöchelprobleme) spielen können. Besonders die Oberschenkelverletzung von Alexander Meier macht Veh Sorgen.

          Für Sonntag, signalisierte der Eintracht-Trainer, bestehe eine „kleine Chance“. Doch könne es auch passieren, ohne den besten Torschützen auskommen zu müssen, der auch im Rückspiel gegen Qarabag erfolgreich war (neben Takashi Inui). „Meier ist speziell“, sagte Veh über seinen Führungsspieler. „Er ist für uns nicht zu ersetzen.“ Am Freitag, als die Frankfurter Profis zur Auflockerung mit dem Mountainbike durch den nahe gelegenen Stadtwald radelten, fehlte Meier. Der stellvertretende Kapitän zog es wegen seiner muskulären Probleme vor, lieber auf dem Heimtrainer in der Geschäftsstelle zu radeln. Meier muss schnell wieder fit werden. Die Eintracht braucht ihn - in der Bundesliga wie in der Europa League.

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