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Eintracht Frankfurt : Trainer Veh bekommt Butscher

  • -Aktualisiert am

Vielseitiger Führungsspieler: Heiko Butscher war mal Kapitän in Freiburg, jetzt wird er Frankfurter. Bild: dapd

Eintracht Frankfurt hat am Donnerstag einen neuen Verteidiger unter Vertrag genommen. Der frühere Freiburger Kapitän bringt jede Menge Erfahrung mit - und Flexibilität.

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          Armin Veh hat sich in den letzten Tagen klar positioniert. Einen Abwehrspieler, der in der Viererkette sowohl innen als auch außen verteidigen kann, hatte der Trainer der Eintracht für den Kampf um den Aufstieg als dringend notwendig erachtet - und am Donnerstagmittag bekam er in Person von Heiko Butscher seinen Wunsch erfüllt. Für die Frankfurter war es ein glücklicher Zufall, dass exakt ein Spieler, der dem Anforderungsprofil entsprach, bei seinem alten Arbeitgeber in Ungnade gefallen war: Der SC Freiburg, Schlusslicht der ersten Liga, stellte in der Winterpause Kapitän Butscher frei und versprach ihm, dass er ablösefrei den Verein verlassen darf, sofern er einen neuen Arbeitgeber finden sollte. Nachdem die Frankfurter anfangs gezögert hatten, griffen sie nun beherzt zu.

          An diesem Freitag wird der Neue am Mittag in der WM-Arena vorgestellt, ehe anschließend um 16 Uhr an der Wintersporthalle ein Privatspiel gegen den VfR Aalen stattfindet, zu dem keine Zuschauer zugelassen sind. Am Samstag bricht das Team dann ins zehntägige Trainingslager nach Qatar auf. Anderen Interessenten wie dem TSV 1860 München und dem Karlsruher SC sagte Butscher ab, nachdem er zuvor bei Eintracht-Mannschaftsarzt Dr. Jakob Grevenstein in Mainz erfolgreich einen Belastungstest absolviert hatte. Er unterschrieb beim Zweitliga-Dritten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013. Nach den Worten von Sportdirektor Bruno Hübner gilt er sowohl für die Bundesliga wie auch eine Klasse tiefer. Der sogenannte Defensivallrounder verfügt mit 169 Profipartien über jede Menge Bundesligaerfahrung, kann im Abwehrzentrum agieren und auf der linken Seite verteidigen. Durch Butschers Verpflichtung dürften die Tage des bei Veh in Ungnade gefallenen Griechen Georgios Tzavellas endgültig gezählt sein. „Ich bin sehr froh, dass wir diesen Transfer realisieren konnten“, sagte Hübner am Donnerstagabend, „Heiko ist ein Typ, der uns voranbringen wird.“ Der Sportdirektor erhofft sich vom neuen Verteidiger nicht nur eine Anhebung des spielerischen Niveaus in der Abwehr, sondern auch einen „emotionalen Schub für die ganze Mannschaft“. Butscher sei ein Spieler, „der die anderen anschieben kann“, meinte Hübner. Im psychologischen Bereich hatte Veh zuletzt Defizite ausgemacht.

          Prioritäten verschoben

          Bei den Breisgauern hatte Butscher gehen müssen, nachdem er im Auftrag der Kollegen der Vereinsführung Probleme mit dem Trainer Marcus Sorg geschildert hatte. Um Sorg zu stützen, wurden zunächst Butscher und einige andere freigestellt, doch inzwischen wurde auch der Coach entlassen. In Frankfurt hatte in den vergangenen Tagen die angespannte personelle Lage den Handlungsdruck erhöht. Der Brasilianer Bamba Anderson, kurz vor Weihnachten am Außenmeniskus operiert, ist noch nicht, wie eigentlich vereinbart, aus seinem Heimaturlaub zurückgekehrt. Spätestens an diesem Freitag soll er eintreffen, doch wann der Vierundzwanzigjährige tatsächlich wieder spielen kann, ist offen. Zumindest bis zum Zweitligastart am 5. Februar gegen Braunschweig könnte es nach dem operativen Eingriff eng werden. Andersons erster Vertreter, Stefan Bell, plagt sich mit einem Bänderanriss im Knöchel, und der Kroate Gordon Schildenfeld konnte bisher die Erwartungen nicht vollends erfüllen.

          Diese Gemengelage führte dazu, dass die Verantwortlichen ihre Prioritäten auf dem Transfermarkt verschoben. Hieß es erst, zunächst müsse ein Ersatz für den in die Türkei verkauften Stürmer Theofanis Gekas gesucht werden, wurde das Augenmerk unlängst auf die Verpflichtung eines Abwehrspielers gelegt - und deshalb wurde der Butscher-Transfer entsprechend forciert. Was jetzt aber nicht heißt, dass der Trainer von seiner Forderung nach einem Stürmer Abstand genommen hätte. Denn auch im Angriff sieht es aktuell nicht rosig aus. Bei Mohamadou Idrissou verhält es sich wie bei Anderson - nach der Knöcheloperation Mitte Dezember ist der Angreifer noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Noch mindestens zehn Tage könnte der Einunddreißigjährige nicht mit den Kollegen auf dem Platz arbeiten, mutmaßte Veh: „Er darf alles machen, nur nicht laufen.“ Der Kameruner wird dennoch mit ins Trainingslager an den persischen Golf reisen, dort aber hauptsächlich mit Rehatrainer Michael Fabacher arbeiten. Als aussichtsreicher Kandidat für die Gekas-Nachfolge gilt nach wie vor der Noch-Wolfsburger Patrick Helmes.

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