https://www.faz.net/-gzg-7vmpr

Eintracht Frankfurt : Der Ärger bleibt

  • -Aktualisiert am

Fordert weniger Fehler von seiner Mannschaft: Trainer Schaaf macht eine deutliche Ansage. Bild: Huebner/Ulrich

Eintracht-Trainer Schaaf zürnt über die Schiedsrichter: „Es wäre besser gewesen, wenn Herr Fandel nichts gesagt hätte.“ Zudem droht Stürmer Meier im Pokal auszufallen.

          2 Min.

          Geografisch betrachtet, stand die Frankfurter Eintracht am Montag auf der Sonnenseite. Zum Start in die neue Arbeitswoche hatte Trainer Thomas Schaaf am Nachmittag jene Trainingsfläche an der Arena ausgewählt, die zumindest zu Beginn des Übungsbetriebs noch in der Sonne lag. Im übertragenen Sinne aber lastete ein großer Schatten auf der Frankfurter Arbeitsgemeinschaft – die denkwürdige 4:5-Heimniederlage zwei Tage zuvor gegen den VfB Stuttgart, bei der die Eintracht-Defensive mit ihrer Instabilität eine Herbstdepression rund um den Fußball-Bundesligaklub auslöste.

          Auch aus der Abteilung Angriff kamen zwei Tage vor dem Pokal-Heimspiel an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) gegen Gladbach schlechte Nachrichten. Denn Torjäger Alexander Meier konnte nur Laufrunden um den Trainingsplatz herum absolvieren, weil ihn abermals Probleme mit der Muskulatur im Oberschenkel plagen. „Sie hören nicht auf und kommen nach den Spielen immer wieder. Es macht für ihn keinen Sinn, zu trainieren“, sagte Schaaf. Und weiter: „Es ist eine offene Nummer. Wir müssen schauen, ob es vor dem Pokalspiel bei ihm einen entscheidenden Sprung nach vorne gibt.“

          Ärger über die Schiedsrichter

          Immerhin kann Schaaf mit Haris Seferovic für das Zweitrundenspiel planen. Nur am kommenden Samstag im Auswärtsspiel gegen Hannover 96 muss der Schweizer Nationalspieler und Rotsünder eine Pause einlegen. Am Montag sperrte ihn das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für diese Begegnung – wegen „Beleidigung des Schiedsrichter-Assistenten in einem leichteren Fall“. In dessen Richtung hatte Seferovic seine beiden Daumen und den Zeigefinger demonstrativ zu einer Brille geformt.

          Mit dem verhängten Strafmaß beim Stürmer kann Schaaf leben. Über DFB-Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel hingegen ärgerte sich der Trainer auch am Montag noch. Aus Sicht von Fandel war der Treffer des Stuttgarter Profis Martin Harnik zum 1:1 aus vermeintlicher Abseitsposition aber regulär. „Wenn Herr Fandel mir erklären will, dass das eine kontrollierte Handlung meines Spielers Aleksandar Ignjovski gewesen sein soll, als er den Ball abfälschte, dann kann ich nur sagen, es wäre besser gewesen, wenn Herr Fandel nichts gesagt hätte“, sagte Schaaf. Für den Eintracht-Trainer lag eine klare Abseitsstellung vor. Er sieht nun sogar ein grundsätzliches Problem, denn er fügte hinzu: „Was Abseits und Handspiel in der Bundesliga angeht, wissen die Herren untereinander nicht, wie es ist. Das ist das erste Problem.“ Schaaf, der Uneinigkeit unter den Schiedsrichtern ausgemacht hat, und die Eintracht fühlen sich zum wiederholten Mal benachteiligt.

          Auf zur Sonnenseite

          So sei auch das Foul des Stuttgarters Adam Hlousek an Stefan Aigner kurz vor dem Abpfiff ein „einwandfreier Elfmeter“ gewesen, urteilte Schaaf. In seiner Bilanz – der Trainer verwies auch auf die Spiele gegen Augsburg und Schalke – sind die Frankfurter „bei spielentscheidenden Entscheidungen maßgeblich benachteiligt“ worden. An die Adresse von Fandel gerichtet, sagte Schaaf daher: „Ich hätte mich da vielleicht nicht geäußert.“

          Bei aller Kritik an der Schiedsrichterzunft ist Schaaf aber am Wichtigsten, dass seine Mannschaft die vielen „Fehler minimiert. Da, wo wir aktiv und eng genug am Mann dran sind, machen wir die Dinge gut. Aber wo wir zu weit weg und zu passiv sind, sieht es bei uns nicht gut aus“, sagte er. Trotzdem: Mit einem Erfolg im Pokal gegen Gladbach will die Eintracht sportlich und wirtschaftlich auf der Sonnenseite stehen. Dank der zusätzlichen Einnahmen – in der kommenden Runde wären allein rund 530.000 Euro garantiert – würde es dem Verein leichter fallen, sich in der Winterpause zu verstärken. „Mit einem Sieg würde unser finanzieller Spielraum deutlich größer sein“, kündigte Finanz-Vorstand Axel Hellmann an. „Anderenfalls hätten wir eigentlich keinen Spielraum für Winter-Zugänge.“

          Weitere Themen

          Zeus und der Mensch

          „Dionysos Stadt“ in Offenbach : Zeus und der Mensch

          Zehn Stunden Theater: Die Münchner Kammerspiele bieten „Dionysos Stadt“ im Sommerbau in Offenbach dar. Dass das Werk nochmals gezeigt wird, ist an sich schon etwas Besonderes.

          Topmeldungen

          Vertriebene afghanische Familien haben ein Flüchtlingslager in Kandahar erreicht.

          Land im Krieg : Laschet will weiter nach Afghanistan abschieben

          Wie schon Innenminister Seehofer argumentiert der Unions-Kanzlerkandidat mit Straftätern. SPD-Chef Walter-Borjans mahnt, niemand dürfe in den Tod geschickt werden. In Afghanistan sind die Taliban weiter auf dem Vormarsch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.