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Eintracht Frankfurt : Technische Störung

  • -Aktualisiert am

Angespannt: Trainer Armin Veh und die Eintracht sehen sich zurzeit mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Bild: dpa

Die Eintracht sucht nach Fluchtwegen aus dem sportlichen Krisengebiet. Trainer Veh ist von Neuverpflichtungen in der Winterpause nicht restlos überzeugt.

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          Mitten im Gespräch, Armin Veh hat gerade zur sportlichen Krise der Eintracht Stellung genommen, war Schluss mit lustig. Eine Stimme aus dem Hintergrund in der Frankfurter WM-Arena forderte alle Personen auf, „wegen einer technischen Störung“ das Gebäude umgehend zu verlassen und dabei die angezeigten „Fluchtwege“ zu nutzen. Das hatte mit der Eintracht nichts zu tun und traf doch ziemlich genau ihre Situation. „Das passt“, sagte Veh. Auch der Fußballcoach hat eine „technische Störung“ bei seiner Mannschaft ausgemacht und versucht den Spielern einen Fluchtweg aus der Abstiegszone aufzuzeigen.

          Dabei spricht Veh eine deutliche Sprache: Mit Bundesliganiveau hätten die zuletzt im Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim gezeigten Leistungen nicht mehr viel zu tun gehabt. „Wir sind ganz weit weg von dem, was wir können.“ Seine Mannschaft habe „Probleme ohne Ende“, sowohl spielerisch und taktisch, als auch körperlich und mental. Was Veh vor der Saison schon ahnte, aber nicht einzuschätzen vermochte: Die Dreifachbelastung könnte für seine unerfahrenen Spieler zu viel sein. 25 Spiele brachte die Eintracht schon hinter sich in den zurückliegenden vier Monaten, noch drei Begegnungen hat sie vor sich. Die Formkurve einzelner Spieler und in der Folge auch der ganzen Mannschaft zeigte zuletzt stetig nach unten. „Wir hatten so viele negative Erlebnisse, die die Mannschaft einfach nicht wegstecken kann“, sagte der 52-Jährige und nennt vor allem die vielen Gegentore in den Schlussminuten der Spiele. In den neunzig Minuten gegen Hoffenheim sei neben dem Selbstvertrauen auch noch die taktische Ordnung verlorengegangen. Die Abstände zwischen den einzelnen Spielern in der Defensive seien zu groß gewesen, damit auch die Räume für den Gegner: „Wir haben einfach schlecht gespielt.“

          „Keine Patentrezepte in der Krise“

          Die Probleme sind also hinlänglich erkannt. An Lösungen wird nun gearbeitet. In den wenigen Trainingseinheiten zwischen den Spielen will Veh daran feilen, „dass wir wieder enger stehen und besser gegen den Ball arbeiten“. Dies sei die Grundvoraussetzung, um an diesem Sonntag beim Auswärtsspiel in Leverkusen nicht völlig chancenlos zu sein. Deutlich schwieriger als kämpferische und taktische Änderungen herbeizuführen, dürfte es sein, die „mentale Blockade“, die nicht nur der Trainer festgestellt hat, zu lösen. Er wird seinen Spielern Video-Ausschnitte aus besseren Tagen vorführen, ihnen zeigen, „dass sie viel besser spielen können“. Es werden Bilder aus dieser Saison sein, versichert Veh, „denn wir haben schon ein paar richtig gute Spiele gemacht, teilweise sogar bessere als letztes Jahr“. Selbst die Erinnerungen daran sind schon verschwunden. Veh ist überzeugt, „dass es keine Patentrezepte in der Krise gibt“. Und wird deshalb in dieser Woche etwas Neues versuchen.

          Beim sportlich bedeutungslosen Europapokalspiel gegen Hapoel Nikosia – die Eintracht steht ja bereits als Gruppensieger fest – wird er seine zweite Garnitur aufs Feld schicken. Die Stammkräfte sollen weitgehend geschont werden. Nicht nur angeschlagene oder zuletzt lange verletzte Spieler wie Pirmin Schwegler und Sebastian Rode dürfen durchschnaufen, auch die Außenverteidiger Sebastian Jung und Bastian Oczipka, die wegen Länderspielen noch mehr beanspruchten Carlos Zambrano und Vaclav Kadlec sowie Angreifer Joselu werden nicht in der Anfangsformation stehen. Selbst Torwart Kevin Trapp, eher psychisch als physisch beansprucht, darf sich ausruhen. Für ihn steht zum ersten Mal in einem Pflichtspiel Felix Wiedwald zwischen den Pfosten. Veh hofft, dass er mit Stefano Celozzi und Marco Russ zwei Spieler einsetzen kann, die zuletzt wegen Verletzungen hatten pausieren müssen. Gerade für Russ sei es wichtig, „am Donnerstag zu spielen, um für Sonntag besser vorbereitet zu sein“.

          Veh denkt in diesen Tagen nicht nur an die Zukunft, sondern auch an die Rückrunde, die für die Eintracht von enormer Bedeutung sein wird. Dabei ist er nicht grundsätzlich davon überzeugt, dass neue Spieler in der Winterpause der Eintracht weiterhelfen würden. „Das alleine ist sicher keine Lösung“, sagte er. Sollten die länger verletzten Spieler wie Alexander Meier, Stefan Aigner und Marc Stendera rechtzeitig zur Vorbereitung Anfang des neuen Jahres zurückkehren, könnte es sogar kontraproduktiv sein, den Kader weiter aufzublähen. „Das würde dann nur Unruhe bringen“, meinte Veh.

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