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Eintracht Frankfurt : Dem „kleinen Kloppo“ auf der Spur

  • -Aktualisiert am

Reine Männerrunde: Thomas Förster, Dieter Burkert, Reinhard Gödel, Frank Behrens, Hans-Dieter Brenner,Philip Holzer, Wolfgang Steubing, Peter Fischer und Claudio Montanini (von links) bilden den neuen Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Bild: Wonge Bergmann

Die Eintracht steht kurz vor der Verpflichtung des neuen Trainers. Am alten lässt Aufsichtsratschef Steubing kein gutes Haar. Er hat klare Vorstellungen von dessen Nachfolger.

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          Wer gedacht hat, dass nach der Wahl von Wolfgang Steubing zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Eintracht Frankfurt Fußball AG alles ganz schnell gehen würde, der sieht sich getäuscht: Der neue Trainer und Nachfolger von Thomas Schaaf lässt weiter auf sich warten. Es gibt Indizien, dass die Suche nach dem künftigen Chefcoach an diesem Wochenende zu Ende geht. Denkbar ist aber auch, dass die Entscheidung erst Anfang kommender Woche fallen wird. Dieses Zeitmaß legte zumindest Sportdirektor Bruno Hübner am Dienstag fest – nach einer Vorstandssitzung mit Boss Heribert Bruchhagen und dem Finanzvorstand Axel Hellmann. Weiter ins Detail wollte der Manager nicht gehen. Was bedeutet das jetzt für die Trainersuche? Auf welchem Stand ist die Eintracht? Hinkt sie hinterher oder ist sie doch schon ziemlich weit?

          Marc Heinrich
          (mah.), Sport

          Im Anschluss an seine Ernennung am Montagabend sagte Steubing, dass der Vorstand dem Aufsichtsrat bislang keinen Trainerkandidaten präsentiert habe. Das Kontrollorgan muss das finanzielle Volumen des bedeutsamen Geschäfts prüfen und genehmigen. Den designierten Trainer benennt schließlich Bruchhagen, in enger Abstimmung mit Hübner.

          Warum Eintracht bei Trainerfrage zögert

          Fünf Kandidaten sollen auf der Frankfurter Wunschliste stehen. Darunter auch Auserwählte, die noch einen Vertrag bei einem anderen Verein besitzen. Das trifft auf Sascha Lewandowski, den Nachwuchschef von Bayer Leverkusen, zu. Ihm, der auch beim FC Schalke im Gespräch ist, sicherte der Werksklub zu, er könne sich nach einem neuen Arbeitgeber umschauen – wenn dieser bereit ist, eine Ablösesumme zu zahlen; sie soll sich dem Vernehmen nach auf eine Million Euro belaufen. Auch der Lauterer Zweitligacoach Kosta Runjaic ist noch gebunden und müsste gegebenenfalls aus einem bestehenden Anstellungsverhältnis abgeworben werden. Zu den Pfälzern, bei denen Hübner einst als Profi aktiv war, besitzt der Eintracht-Coach seit jeher gute Geschäftsbeziehungen, die er schon mit einem halben Dutzend Deals am laufen hielt. Runjaic sagte zum angeblichen Frankfurter Bemühen um seine Person ganz allgemein, dass die „erste Liga für jeden Fußballlehrer reizvoll“ sei. In seiner Situation ist das die Standardaussage.

          Dass die Eintracht keinen Vollzug vermeldet, kann vielerlei bedeuten. So ist es denkbar, dass ihr Wunschtrainer bereits feststeht, aber zum Beispiel die Gehaltsmodalitäten noch geklärt werden müssen. Als Aufsichtsratsvorsitzender wird Steubing die Zahlen genau dargelegt bekommen wollen. Oder ganz profan: Trotz Übereinkunft mit dem Trainer will dieser aus privaten Gründen (Urlaub mit der Familie) erst in der kommenden Woche vorgestellt werden. Möglich wäre aber auch, dass sich Bruchhagen, Hellmann und Hübner erst am Dienstag auf ihre Wunschlösung geeinigt haben – nachdem der Sportdirektor die Bewerber in den zurückliegenden Tagen Punkt für Punkt abgeklopft hatte. „Bei uns ist alles geordnet“, sagte Bruchhagen am Dienstag dieser Zeitung. Jetzt stünden „die finalen Gespräche“ unmittelbar bevor.

          „Suchen eine eierlegende Wollmilchsau“

          Wie Vereinspräsident Peter Fischer kündigte er eine „zeitnahe“ Entscheidung an. Insofern müssen bereits ziemlich viele Fakten geschaffen worden sein. Fischer äußerte sich bereits, wie er sich den neuen Trainer vorstellt. Zum einen müsse dieser Begeisterung wecken können, also „ein emotionaler Typ“ sein. Und er sollte die Talentförderung und das Nachwuchsleistungszentrum bei seiner Arbeit mit den Bundesligaprofis im Blick haben, verlangte der Präsident. So gesehen wäre Lewandowski wohl ein Topkandidat. Allerdings eilt ihm aus Leverkusen der Ruf voraus, wie Schaaf kein großer Freund einer medienwirksamen Öffentlichkeitsarbeit zu sein.

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