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Eintracht Frankfurt : Auf der Suche nach der klaren Linie

  • -Aktualisiert am

Wegweiser: Thomas Schaaf verdeutlicht Haris Seferovic (rechts), in welche Richtung es gehen soll. Bild: Heiko Rhode

Die Eintracht bereitet sich unter erschwerten Bedingungen auf das Spiel gegen den HSV vor. Im Angriff stellen sich Fragen: Was ist mit Meier los? Wer spielt für Seferovic?

          2 Min.

          Die Stimmung bei der Frankfurter Eintracht ist nach der ärgerlichen Niederlage im Derby gegen Mainz nicht gerade gut. Zambranos Platzverweis, Sportdirektor Hübners Kritik an Schiedsrichter Brych und dem Torjäger Meier verstärkten noch die schlechten Gefühle, die ein unnötig verlorenes Bundesligaspiel mit sich bringen. Am ersten Trainingstag nach dem 1:3 machte Trainer Thomas Schaaf seinen Spielern mit besonders deutlichen Worten und Gesten klar, was er von ihnen verlangt. Dabei teilte er am Dienstagmorgen die Trainingsgruppe. Diejenigen, die nicht oder nur in Teilzeit in Mainz mitgewirkt hatten, unterhielten sich mit einem lockeren Spielchen. Diejenigen, die an der Niederlage direkt beteiligt waren, übten eine Stunde lang im großen Rechteck die Jagd nach dem Ball, dessen Eroberung und dann das Verteidigen des Ballbesitzes. „Es geht darum, was den Ballbesitz angeht, dass wir klarer, sicherer und deutlicher miteinander spielen. Das habe ich versucht, mit dieser Einheit zu erreichen“, sagte Schaaf.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          So sehr die drei Gegentore innerhalb von zwölf Spielminuten die Eintracht ärgerten, dass es die Mannschaft in den verbleibenden 40 Minuten nicht schaffte, Druck auf das Mainzer Tor zu entwickeln und nicht mal ansatzweise die Chance hatte, das Desaster noch zu korrigieren, machten mindestens genauso betroffen. Das in der Hinrunde so gefürchtete Sturm-Duo Seferovic/Meier wurde nicht ein einziges Mal in Schussposition gebracht. Ob vor allem die Mittelfeldspieler zu einfallslos oder die Angreifer zu unbeweglich waren, darüber gehen die Meinungen auseinander, auf jeden Fall waren beide Mängel während dieses für die Eintracht so traurigen Derbys zu beobachten.

          Erwartungen an Kadlec

          Während Meier, auch wenn er trifft, fast immer unauffällig bleibt, fällt bei Seferovic ein Leistungsabfall deutlich auf. Der Schweizer wirkt in denselben Szenen unbeweglich und umständlich, in denen er sich in der Vorrunde athletisch und zielstrebig gezeigt hatte. Die Pause, die ihm Trainer Schaaf nicht geben wollte, wird ihm nun aufgezwungen. Nach der fünften Gelben Karte fehlt Seferovic am kommenden Samstag gegen den HSV wegen der obligatorischen Sperre.

          Das wäre eine Gelegenheit, nach der sich Vaclav Kadlec lange gesehnt hatte. Aber der tschechische Stürmer spielt wieder für seinen Heimatklub Sparta Prag. Dort führte er sich prächtig ein. Nach 55 Minuten ins Spiel gebracht, erzielte Kadlec in der verbleibenden Spielzeit seines Debüts gegen FK Pribram zwei Tore und bereitete ein drittes vor. Schaafs Reaktion: „Das ist gut für ihn, das zeigt, dass der Schritt erst Mal richtig war.“ Der Eintrachttrainer trauert der Entscheidung nicht nach, den Stürmer ausgeliehen zu haben: „Er soll Spielpraxis sammeln und stärker zurückkehren. Wir erwarten noch etwas von ihm.“ Das ist auf die nächste Saison gemünzt, in dieser Spielzeit zog er stets andere Spieler vor, wenn einer der gesetzten Angreifer gefehlt hatte.

          Denkfehler in Sachen Piazon

          Wer das sein könnte? Schaaf hat sich zum Wochenanfang noch nie auf Personalien festgelegt. Für den Platz neben Meier stehen Aigner, Inui, Piazon oder Kittel bereit. Und auch Nelson Valdez wird nach seiner langen Pause wegen eines Kreuzbandrisses langsam zu einer Option: „Wir müssen uns noch gedulden, aber was wir wahrnehmen, schaut gut aus, er hat keinerlei Probleme mehr“, sagte Schaaf über die Fortschritte von Valdez. Die geringsten Umbauten innerhalb des Mannschaftsgefüges würde ein Einsatz von Piazon oder Inui im Zentrum bedeuten. Beide bearbeiten gewohnheitsmäßig den linken Flügel, aber beide haben in der Findungsphase der Sommervorbereitung einige gute Ansätze im offensiven Zentrum gezeigt – bevor sich das Duo Meier/Seferovic als konkurrenzlos erwies.

          Doch beide sind im Moment nicht gerade in berauschender Form. Der Brasilianer hatte dem Japaner zuletzt den Rang als Linksaußen abgelaufen, aber überzeugend waren seine Leistungen nicht. Schaaf hält diese Beurteilung für zu streng: „Man begeht bei Lucas einen Denkfehler, da hinter ihm der Name Chelsea steht. Alle glauben, er hätte schon viel Erfahrung, aber er ist erst 21 und hat nur in der holländischen Liga gespielt.“ Der Eintracht-Trainer behauptet, total von den Fähigkeiten Piazons überzeugt zu sein. „Wir wissen, was er zu leisten imstande ist. Aber wir müssen ihm Zeit dafür geben. Bei Marc Stendera hat jeder dafür Verständnis, bei Lucas hat das keiner.“

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