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Eintracht Frankfurt : Stürmer auf der Flucht

  • -Aktualisiert am

Abschiedsfoto: Vaclav Kadlec packte nach dem Vormittagstraining am Mittwoch seine Sachen und verließ Frankfurt. Bild: Heiko Rhode

Mit großen Hoffnungen war er gekommen. Doch Vaclav Kadlec kann im Team von Trainer Schaaf nicht Fuß fassen. Jetzt verleiht die Frankfurter Eintracht den Tschechen an Sparta Prag.

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          Am Mittwochvormittag war Vaclav Kadlec noch mittendrin. Jedenfalls so, wie er es im letzten halben Jahr bei der Frankfurter Eintracht gewesen war. Das heißt, er nahm fleißig am Training teil. Da ihn das aber nicht weiterbrachte, Trainer Thomas Schaaf hat dem ehemaligen tschechischen Nationalspieler in diesem Jahr noch keine einzige Einsatzminute gegönnt, nachdem er in der gesamten Bundesliga-Hinrunde auch nur 115 Minuten mittun durfte, trat er jetzt die Flucht in die Heimat an.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Ab sofort spielt der 22 Jahre alte Prager wieder bei seinem Heimatklub Sparta – auf Leihbasis. Kadlec möchte an der Junioren-Europameisterschaft U 21 in Tschechien teilnehmen. Um sich für die Auswahl zu empfehlen muss er spielen und nicht sitzen. „Auf Wunsch von Vaclav haben wir uns mit Sparta auf eine Leihe bis zum Saisonende geeinigt“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner am Mittwoch, nachdem er und die weitere sportliche Leitung des Klubs lange gezögert hatten, einer der vielen Nachfragen nachzugeben.

          Wechsel zum Heimatverein das Nächstliegendste

          „Es gab viele Möglichkeiten für Vaclav. Aber eine Leihe zu seinem langjährigen Heimatverein, wo jegliche Integrations- und Umstellungsprobleme wegfallen, war für beide Seiten die einzig sinnvolle Option“, erläuterte Hübner die Meinungsänderung. Sparta liegt in der tschechischen Meisterschaft hinter Viktoria Pilsen mit einem Punkt Rückstand auf Platz zwei. Der Wechsel ist noch möglich, weil in Tschechien das winterliche Transferfenster erst am 21. Februar schließt.

          Nach dem Erfolgs-Duo Meier/Seferovic war Kadlec der dritte Stürmer. Doch Trainer Schaaf schickte zuletzt lieber Halbstürmer wie Piazon, Kittel oder Inui aufs Feld, um im Spielverlauf den Angriffsdruck noch mal zu erhöhen. Sogar Innenverteidiger Madlung wurde ihm wegen seiner Kopfballstärke vorgezogen, wenn es galt, in den Schlussminuten einen Rückstand aufzuholen.

          Zu wenig Tore geschossen

          Dabei war Kadlec einmal die große Sturm-Hoffnung der Eintracht gewesen. Viele Monate der Verhandlungen und eine Ablösesumme von etwas über drei Millionen Euro investierte die Eintracht, um den Tschechen im Sommer 2013 an den Main zu locken. Der Angreifer deutete oftmals seine Begabung an, aber richtig durchzusetzen vermochte er sich nie. Erschwert wurde sein Aufenthalt in Frankfurt durch Sprachschwierigkeiten. Kadlec war lange nicht richtig im Team integriert.

          In 25 Bundesligaspielen erzielte er sechs Tore – zu wenige, um Stammspieler zu werden, zu wenige, um sich wohl zu fühlen. An das Potential Kadlecs, der einen Vertrag bis 2017 besitzt, glaubt zumindest Sportdirektor Hübner nach wie vor. Ob er jedoch bei seiner Rückkehr im Sommer weiter in den Frankfurter Planungen eine Rolle spielen wird, ist ziemlich unwahrscheinlich. Trainer Schaaf scheint nicht der größte Fan des Tschechen zu sein.

          Dabei gerät gerade ein Hauch Bewegung ins Sturmspiel der Eintracht. Der Schweizer Seferovic konnte im Jahr 2015 bisher nicht an seine Leistungen aus der Hinrunde anknüpfen, und Torjäger Alexander Meier plagen im hohen Fußballalter von 32 Jahren immer wieder kleinere Beschwerden. So fehlte der Schlaks am Mittwoch beim Mannschaftstraining wegen einer Verhärtung im Oberschenkel und konnte nur eine leichte Laufeinheit absolvieren. Meier will jedoch schon am Donnerstag wieder einsteigen. Das tat der zuletzt stark erkältete Bamba Anderson schon am Mittwoch. Trainer Schaaf erwartet, dass der Brasilianer am Samstag gegen den FSV Mainz 05 einsatzbereit sein wird. „Ich hoffe, ich muss das nicht zurücknehmen“, sagte er und deutete an, dass er mit Anderson in der Startaufstellung plane.

          Schaaf hat gegen Mainz fast sein komplettes Personal zur Verfügung. Außer den Rekonvaleszenten Djakpa, Waldschmidt und Valdez fehlt nur Makoto Hasebe wegen seiner Gelbsperre. Da die Innenverteidiger Zambrano und Anderson einsatzfähig sind, bietet sich Marco Russ als Ersatzmann für den Japaner im defensiven Mittelfeld an. Der 29 Jahre alte Hanauer gehört zu Schaafs Vertrauensleuten. Wann immer er fit war, hat er gespielt. Das heißt, Russ fehlte nur im letzten Hinrundenspiel gegen Leverkusen, nachdem er sich zuvor gegen die Hertha nach einer halben Stunde einen Muskelfaserriss zugezogen hatte und ausgewechselt werden musste. Ansonsten wurde der Defensiv-Allrounder nur noch gegen Augsburg ausgewechselt. Alle Spiele absolvierte er über 90 Minuten.

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