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Eintracht Frankfurt : Störfeuer bei der Eintracht

Wird sein Vertrag verlängert? Axel Hellmann, Finanzvorstand von Eintracht Frankfurt. Bild: Wonge Bergmann

Hinter den Kulissen des Klubs rumort es kräftig. Über die zukünftige personelle Ausrichtung wird spekuliert. Sicher ist: Der Aufsichtsrat befindet über einen neuen Vertrag für Vorstandsmitglied Hellmann.

          Es steht viel auf dem Spiel. Wenn der Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG an diesem Freitag zu seiner turnusgemäß letzten Sitzung vor dem Jahreswechsel zusammenkommt, wird es dem neunköpfigen Gremium an Themen, über die sich kontrovers diskutieren lässt, nicht mangeln. Die prekäre sportliche Situation vor der Heimpartie gegen den FC Bayern München bietet genug Gesprächsstoff, doch damit nicht genug: Die Frage, wer bei dem Klub künftig den Kurs vorgibt, steht zwar diesmal noch nicht offiziell auf der Tagesordnung, doch sie beschäftig längst die Kontrolleure der Aktiengesellschaft, die mit knapp 100 Millionen Euro Umsatz zu einem Wirtschaftsunternehmen geworden ist, dessen Bedeutung weit über die Stadt hinaus geht und dessen komplettes Führungspersonal innerhalb der kommenden Monate zur Wahl steht.

          Im Januar wird der Verein Eintracht Frankfurt, der mit 62,9 Prozent größte Anteilseigner der AG, sein Präsidium neu bestimmen; Amtsinhaber Peter Fischer muss dabei nach 14 Jahren in Reiner Schäfer erstmals die Konkurrenz eines Herausforderers fürchten. Von Wilhelm Bender, dem Aufsichtsratsvorsitzenden, wird dagegen kolportiert, dass er nach vier Jahren nicht weitermachen und sich im kommenden Juni zurückziehen wird. Die Suche nach einem Nachfolger für ihn ist längst im Gange, Namen wie der des Frankfurter Privatbankiers und Ehrenbürgers Friedrich von Metzler und von Philip Holzer (Goldman Sachs) werden dabei besonders hoch gehandelt. Abtreten wird bald auch Heribert Bruchhagen: Der Vorstandsvorsitzende wird sich im Sommer 2016 in den Ruhestand verabschieden. Gute Chancen, seinen Posten zu übernehmen, werden Andreas Rettig zugeschrieben, der als Geschäftsführer noch bis 2015 bei der Deutschen Fußball Liga beschäftigt ist. Insgesamt gilt: Nichts Genaues weiß man nicht - und das sorgt in diesen Tagen, da sich bei der Eintracht nach vier Pflichtspielniederlagen ohnehin Nervosität breitmachte, für zusätzliche Unruhe.

          Auf der Suche nach „Mister X“

          Allein die Tatsache, dass an diesem Freitag bei der Zusammenkunft der Räte über eine vorzeitige Vertragsverlängerung von Axel Hellmann, dem zweiten Vorstandsmitglied, abgestimmt werden soll, ist gesichert. In einer Beschlussvorlage ist die Rede davon, den 43-Jährigen bis 2019 an die Eintracht zu binden. Hellmann, der zuvor als Jurist arbeitete, ist für die Abteilungen Finanzen, Personal, Ticketing und Merchandising zuständig, in denen es zuletzt viele Erfolgsmeldungen (Umsatzsteigerung, Befriedung der Fanszene, Etablierung von Eintracht-TV) zu verkaufen gab; ähnliches Geschick wird von ihm demnächst in den Verhandlungen mit der Stadt erwartet, wenn es darum geht, den Mietvertrag für das Stadion fortzuschreiben. Mit den derzeitigen Konditionen, die bis 2020 gelten, ist die Eintracht nicht glücklich. Sie zahlt mit bis zu acht Millionen Euro per annum deutlich mehr als mancher Mitbewerber in ähnlicher Situation und erhofft sich eine spürbare Entlastung ihres Budgets. Dass Hellmann in Bruchhagens Rolle schlüpfen wird, gilt als wenig wahrscheinlich.

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