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Eintracht Frankfurt : Soforthelfer in den Startlöchern

Ganz neue Möglichkeiten: Kaan Ayhan, bislang noch nicht zum Zug gekommen, arbeitet auf sein Debüt hin. Bild: Heiko Rhode

Integration muss keine Frage von Wochen oder Monaten sein: Für Ben-Hatira und Regäsel könnte es bei der Eintracht ganz schnell gehen. Auch Ayhan wittert seine Chance.

          3 Min.

          Neue Spieler, neue Chancen. Armin Veh hält nichts von der vermeintlichen Faustregel, nach der eine Woche nicht ausreiche, um Neuzugänge zu integrieren. Für den Trainer der Frankfurter Eintracht kann es im Bundesliga-Geschäft auch viel schneller gehen. Gut für Änis Ben-Hatira, gut für Yanni Regäsel? Am Montag hatte die Eintracht entgegen ursprünglicher Ankündigungen doch noch auf dem Transfermarkt zugegriffen und sich die Dienste der beider Herthaner gesichert. Am Dienstag tummelten sie sich erstmals im Kreise ihrer neuen Spielkameraden – und auch am Mittwoch haben der linke offensive Mittelfeldmann Ben-Hatira und der rechte Verteidiger Regäsel abermals munter mitgemischt, als wären sie schon länger dabei. „Ein Fingerzeig für Samstag ist das aber nicht“, sagte Veh. Beide aus Berlin nach Frankfurt gekommenen Fußballprofis fanden sich übungshalber in der vermeintlichen Startelf wieder.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Für Veh eine Selbstverständlichkeit, „ich will sie schließlich sehen“. Und auch die Nebenleute sollen einen Eindruck von den Neuzugängen aus der Hauptstadt gewinnen. „Carlos Zambrano kennt Yanni Regäsel überhaupt nicht“, sagte Veh. Also schickte er den 20 Jahre alten Rechtsverteidiger in die Defensivreihe, die für das Heimspiel der Eintracht an diesem Samstag gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr) wegen der Sperren von Makoto Hasebe und David Abraham umgebaut werden muss. Regäsel auf Anhieb in der ersten Elf? „Es kann durchaus sein, dass er schon in dieser Halbserie seine Chance bekommt, von Anfang an zu spielen.“ Veh weiß, dass im Fußball vieles möglich ist. So auch die Rückkehr von Slobodan Medojevic.

          Vom Transfermarkt unter die besten Elf

          Der fleißige Serbe rechnet sich Chancen aus, einen der beiden Plätze auf der sogenannten Sechser-Position zu erhalten. Am Mittwoch ging Medojevic mit großem körperlichen Einsatz seiner Arbeit nach und scheute sich auch nicht, im Kampf um den Ball Constant Djakpa rüde, aber fair von den Beinen zu holen. Um wieder richtig auf die Beine zu kommen, durfte sich Marc Stendera ein weiteres Mal abseits der Mannschaft laufend fit halten. „Er hat Probleme mit dem Sprunggelenk“, sagte Veh, beruhigte aber sogleich. „Es ist nichts Schlimmes. Wir haben ihn vorsichtshalber rausgelassen.“ Stendera gehört bei der Eintracht in die Abteilung der sogenannten Kreativspieler.

          Jene Gruppierung, die für die besonderen Momente eines Spiels zuständig ist und von der sich Veh überraschende und belebende Impulse erhofft. Fähigkeiten und Fertigkeiten also, über die auch Szabolcs Huszti verfügt. Der erfahrene Ungar, vor seinem Engagement bei der Eintracht fünf Jahre in Hannover, drei Jahre bei Zenit St. Petersburg sowie zuletzt in China beschäftigt, hat schon gezeigt, dass man sich auf Anhieb einen Platz in der Gruppe der besten Elf ergattern kann. Auch Marco Fabian durfte sich in der Vorwoche beim Auswärts-Remis in Augsburg von Beginn an für seinen neuen Klub empfehlen. Zwei Neuzugänge, zwei Startspieler, zwei Beispiele, die zeigen, dass Integration keine Frage von Wochen oder Monaten sein muss. Ben-Hatira und Regäsel, die beiden auf den letzten Drücker zur Eintracht gekommenen Neuzugänge, sind gleichfalls bestrebt, schnell in Frankfurt Fuß zu fassen.

          Ayhan „brennt darauf, loszulegen“

          Ein Ziel, das sich auch Kaan Ayhan fest vorgenommen hatte, als er sich dazu entschloss, Schalke 04 den Rücken zu kehren und sich im Rahmen eines Leihgeschäfts vorerst bis zu diesem Sommer an die Eintracht zu binden. Der Innenverteidiger mit deutsch-türkischen Wurzeln ist bislang nicht wie gewünscht zum Zug gekommen. Am Mittwoch sagte er, „dass ich noch lange nicht am Ende meines Prozesses angekommen bin“. Gleichwohl gab er zu verstehen: „Ich brenne darauf, dass ich endlich loslegen kann.“ Im Wintertrainingslager von Abu Dhabi hatte er noch darauf gehofft, bei allen 17 Rückrundenspielen dabei zu sein.

          Jetzt sind es noch 15 Spiele, in denen die Eintracht gefordert ist, den Status ihrer Erstklassigkeit auch über das Saisonende hinaus zu sichern. Dank der guten Resultate der vergangenen Begegnungen ist Vehs Mannschaft diesem Ziel als aktueller Tabellendreizehnter einen Schritt nähergekommen. „Durch den Ausfall von David Abraham ist ein Platz in der Innenverteidigung freigeworden“, sagte Ayhan. „Alles ist offen. Ich fühle mich von Tag zu Tag besser.“ Ein Gefühl, das auch Ben-Hatira und Regäsel seit ihrer Ankunft in Frankfurt verspürt haben dürften. Sicher ist: Veh hat durch die Transfers weitere Optionen hinzugewonnen. Für das Wiedersehen mit seinem alten Meisterklub VfB sind das nicht die schlechtesten Voraussetzungen.

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