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Eintracht Frankfurt : Haller sucht den Anschluss

Mit der Chance auf mehr: Rekordtransfer Sebastien Haller macht auch ohne Tore auf sich aufmerksam. Bild: Jan Huebner

Auf dem Weg nach Europa schickt sich der französische Stürmer an, im Team von Eintracht-Trainer Kovac in die Rolle des Jokers zu schlüpfen, die Jovic zuvor spielte.

          Die eine Gruppe traf sich fern der Heimat zum Workshop im Westerwald, die andere blieb zu Hause und wirbelte am Waldstadion. Während sich die mehr als 140 Geschäftsstellenmitarbeiter der Eintracht Frankfurt Fußball AG am Wiesensee trafen, um sich auch mit Themen, Konzepten und Plänen für die Zukunft zu befassen, lenkte Niko Kovac den Fokus auf die Gegenwart. Diese ist für den Trainer der Eintracht und seine Mannschaft weiterhin vielversprechend, weil aktiv gestaltbar. Der Tabellenfünfte der Fußball-Bundesliga kann selbst darauf Einfluss nehmen, wohin die Reise in den noch ausstehenden fünf Punktspielen führt.

          Europa ist das Ziel, und um seine Mannschaft auf den langen Schlussspurt einzuschwören, hat Kovac wieder zu einem bevorzugten Mittel gegriffen: Er hat die Mannschaft abgeschottet. Schon vier Tage vor einem Spiel sind die Kicker in Deckung gegangen. Nichts von dem, was sich Kovac möglicherweise einfallen ließ, drang nach Außen. Die vage Hoffnung, dass beispielsweise Ante Rebic nach seinem Muskelfaserriss vielleicht doch nicht die prognostizierten vier Wochen ausfällt, sondern eventuell schon früher für die Eintracht am Ball sein kann, wurde durch keinerlei Fakten belegt. Was sicher ist: Kovac muss sich – so oder so – weiterhin personell etwas einfallen lassen, um die tabellarisch gute Ausgangslage zu behaupten.

          Tore im Eintracht-Dress sind Mangelware

          Am vergangenen Sonntag, beim leistungsgerechten 1:1 gegen die TSG Hoffenheim, war es Rückkehrer Marco Fabian, der erstmals nach langer Leidenszeit zeigen durfte, dass der kleine Mexikaner stets mit großem Herzen dabei ist. Tore, bevorzugt nach Standardsituationen wie Freistößen, mit denen Fabian zuletzt im Nationalteam aufwarten ließ, sind bei ihm im Eintracht-Dress in dieser Saison bei allerdings auch nur vier Einsätzen (noch) Mangelware.

          Auch Sebastien Haller hat seit längerem schon nicht mehr getroffen. Das mag verwundern angesichts der acht Tore, die der Franzose fast ausnahmslos in der Hinrunde erzielt hat. Doch es stimmt: Letztmalig hat der 23 Jahre alte Haller auswärts beim 3:1-Sieg in Wolfsburg zugeschlagen. Das war mitten im Winter am 20. Januar. Knapp drei Monate später schickt sich Haller nun an, wieder an alte Zeiten anzuknüpfen. Als Einwechselspieler für den angeschlagenen Luka Jovic in die Partie gegen Hoffenheim gekommen, hatte der Franzose Pech, als ein Kopfball an der Latte landete. Lob gab es trotzdem dafür. „Er hat dem Spiel gut getan“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic über den Kurzeinsatz des Rekordtransfers der Eintracht.

          Die Rückkehr zu alter Stärke würde Haller gleichfalls gut tun – und der Eintracht auch. Der Stürmer hat sich derzeit damit arrangiert, hinter Jovic nur zweite Wahl zu sein. Jovic, der in dieser Saison auch acht Tore erzielt hat, wird nach seinem verletzungsbedingten Ausscheiden gegen Hoffenheim am Samstag in Leverkusen wieder im Vollbesitz seiner Kräfte – und damit erste Wahl sein. Jetzt ist es an Haller, Jovics vormalige Joker-Rolle einzunehmen. Trainer Kovac braucht verlässliche Fußballprofis, die den Traum von Europa am Leben halten. Fünf Runden vor Ultimo wird das Spitzenspiel in Leverkusen Aufschluss darüber geben, ob für die Eintracht eine kleinere oder vielleicht sogar eine große Europa-Lösung möglich ist.

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