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Eintracht Frankfurt : Schweres Spiel mit Schrecksekunde

Schmerzhafter Auftritt: Arjen Robben trifft Kevin Trapp am Knie, der daraufhin verletzt vom Feld muss Bild: Heiko Rhode

Doppelschlag in München: Die Frankfurter Eintracht verliert bei den schier übermächtigen Bayern 0:5. Und Torwart Trapp bekommt die Stollen von Robben zu spüren und zieht sich eine Knochenprellung zu.

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          Die einzig gute Nachricht kam ganz zum Schluss. Als es galt, Bilanz zu ziehen und den Tiefschlag von München einzuordnen, sagte Heribert Bruchhagen: „Es ist kein Kreuzbandriss. Kevin Trapp hat sich eine Prellung zugezogen, eventuell eine Bänderdehnung.“ Der Vorstandschef der Frankfurter Eintracht wirkte erleichtert - aber nur, was den Gesundheitszustand von Torwart Trapp betraf, der bei dem 0:5-Debakel bei den Bayern unglücklich von Arjen Robben in der 74. Minute mit den Stollen am rechten Knie getroffen wurde und durch Felix Wiedwald ersetzt werden musste.

          Zu diesem Zeitpunkt war der Meister für die 35 Punkte hinter den einsam davoneilenden Münchnern auf Tabellenplatz vierzehn liegenden Frankfurtern längst nicht mehr einholbar. 4:0 stand es nach den Toren von Mario Götze (12.), Franck Ribéry (44.), Arjen Robben (67.) und Dante (69.), als Trapp kurz danach unglücklich vom eingewechselten Holländer am Knie getroffen wurde. Es war eine Schrecksekunde, die den Eintracht-Verantwortlichen durch Mark und Knochen ging. Veh präzisierte später Bruchhagens Feststellung und sagte über Trapps Verletzung: „Es ist eine schwere Knochenprellung.“

          Der Wert der Bayern-Spieler

          Einen Tag nach seinem 53. Geburtstag war Veh vom Auftritt der Bayern schwer beeindruckt. „Pep, deine Spieler sind jeden Cent wert, den sie verdienen“, sagte der Frankfurter Fußballlehrer. „Wir hätten überhaupt nur den Hauch einer Chance gehabt, wenn wir einen Sahnetag erwischt hätten.“ Das hatten die Frankfurter aber nicht. Überhaupt: Es waren die besten Bayern in dieser Saison 2013/2014, gegen die die Eintracht anzutreten hatte - und in nahezu allen Belangen chancenlos war. „Das war das beste Spiel der gesamten Saison“, lobte Bayern-Trainer Pep Guardiola seine Mannschaft. Veh wusste, was auf sein Team zukommen würde. Auch deshalb „wollten wir tief stehen und die Räume eng machen. Aber gegen diese Bayern kriegst du es einfach nicht gebacken. Sie spielen in ihrer eigenen Liga. Auch deshalb geht der Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung.“

          Veh hielt Wort. Er brachte genau die elf Spieler zum Einsatz, die er schon während der Woche auf das scheinbar hoffnungslose Unterfangen eingestimmt hatte, sich beim übermächtigen Branchenprimus Bayern zu beweisen. Dass Alexander Meier in der Anfangsphase vor Neuer auftauchte, mit links aber für keine ernsthafte Gefahr sorgen konnte, war einer der wenigen überraschenden Momente an diesem trüben Sonntagabend. Nach einer kurzen Anlauf- und Eingewöhnungszeit kam der zunächst nur mit halber Kraft angetriebene Bayern-Express ins Rollen. Nach zwölf Minuten lag die Eintracht 0:1 zurück - dass das Unterfangen, ausgerechnet den Bayern ein Bein zu stellen, tatsächlich hoffnungslos war, bestätigte sich. Dabei taten die Münchener eigentlich nur das Nötigste, um auch im 44. Bundesligaspiel in Folge ungeschlagen zu bleiben.

          Ballgeschiebe der Bayern

          Geradezu gespenstisch war es nach dem Seitenwechsel. Die 71.000 Zuschauer in der traditionell ausverkauften Arena schwiegen und sahen dem Ballgeschiebe der Bayern sprachlos zu. Keine Anfeuerungsrufe, keine Unterstützung, nichts. Auch die Eintracht-Anhänger verspürten keine Lust, ihre Mannschaft anzuspornen. Erst nach drei Minuten wurde es lauter - und die Eintracht sah sich wieder in arger Bedrängnis. Rafinha prüfte Trapp, abermals reagierte der Frankfurter Torhüter prächtig (57.). Eine Minute später wäre er machtlos gewesen, doch Ribérys Heber landete an der Latte. Kurz danach ging es Schlag auf Schlag. Der eingewechselte Robben erhöhte auf 3:0 (67.), Dante schaffte sogar noch Treffer Nummer vier für die in allen Belangen überlegenen Bayern (69.). Und als es der für Trapp in die Partie gekommene Ersatzkeeper Wiedwald fast geschafft hätte, in den verbleibenden Minuten ohne Gegentor zu bleiben, schlugen die Bayern sechzig Sekunden vor dem Ende durch Mario Mandzukic zu. Schlimm war das nicht, „denn wir haben einfach keine Chance gehabt. Bis zur Pause haben wir das noch ganz okay gemacht“, sagte Alexander Meier. „Doch spätestens nach dem 0:3 war das Spiel gegen diese klasse Bayern verloren.“

          Meier imponierte beim 0:5 ganz besonders, „dass die einfach keinen Ball verlieren. Aber das ist kein Zufall. Die Bayern sind nicht umsonst die beste Mannschaft der Welt.“ Ein Umstand, der Vorstandschef Bruchhagen schon seit längerem bewusst ist. „Die Frage, ob wir mit Sebastian Rode und Carlos Zambrano besser abgeschnitten hätten, ist hypothetisch“, sagte der Vorstandschef. „Tatsache ist: Im Abstiegskampf der Bundesliga stehen sechs Mannschaften enorm unter Druck und befinden sich in einer prekären Situation. Wir auch.“ Besserung könnte der kommende Samstag bringen. Der Tabellenletzte Braunschweig kommt nach Frankfurt. Torwart Trapp will bis dahin wieder fit sein.

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