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Eintracht Frankfurt : Schonen für Bremen

Auf ein Neues: Großkreutz und Jung treffen an diesem Samstag schon wieder aufeinander. Bild: REUTERS

Eintracht-Trainer Veh hofft auf eine Überraschung in Dortmund, setzt aber auf andere Partien. Verteidiger Zambrano spielt deshalb nicht, bekommt aber Rückendeckung.

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          Dortmund, die zweite. Nach dem Pokal ist vor der Bundesliga, und so dauert es keine neunzig Stunden, bis sich die Frankfurter Eintracht und die Dortmunder Borussia abermals gegenüberstehen. Die Erinnerung an das knappe 0:1 im DFB-Pokalviertelfinale am späten Dienstagabend ist noch frisch und allgegenwärtig. Doch es gilt, den Fokus auf den Liga-Alltag zu lenken. „Wir brauchen Punkte“, sagte Constant Djakpa. Die wollte der stürmische Linksverteidiger der Eintracht zwar schon im Pokal gegen den BVB holen. Doch der Mann von der Elfenbeinküste musste sich über die Regularieren belehren lassen. Punkte holen –das kann er gemeinsam mit den Kollegen an diesem Samstag. Doch das dürfte schwierig werden. Trotz der Tatsache, dass die Dortmunder in den vergangenen vier Heimspielen nichts Substantielles auf die Beine gestellt haben. Ein Remis, drei Niederlagen in Folge: So schlecht ist die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp in der Bundesliga seit Jahren nicht mehr vor heimischer Kulisse aufgetreten (siehe auch nebenstehenden Artikel). Fingerzeige für ein mögliches Abschneiden der Eintracht?

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Armin Veh hält nichts von Statistiken. Obwohl der Frankfurter Trainer abergläubisch ist, vertraut er dem, was er aus eigener Anschauung am besten weiß. Zum Beispiel dies: Beim Pokal-Aus am Dienstag war seine Mannschaft öfter am Ball als die seines Kollegen Klopp. „56 Prozent Ballbesitz gegen Dortmund, gegen eine Mannschaft, in der ein Spieler so viel wie unsere Mannschaft kostet, das ist nicht schlecht.“ Soll heißen: An einem außergewöhnlichen Tag, an dem ein Rädchen in das andere greift und alle Spieler auf höchstem Niveau agieren, ist auch gegen Borussia Dortmund eine Überraschung möglich. Ein solcher Tag ist zuletzt der 7. Februar 2010 gewesen. Gut vier Jahre liegt dieser Moment zurück, in dem es der Eintracht gelang, im größten deutschen Fußballstadion 3:2 zu gewinnen. Es war der überhaupt erst sechste Auswärtssieg der Eintracht während der vergangenen 45 Jahre. 7. März 1969, 27. August 1977, 19. Januar 1980, 15. August 1981, 20. April 1991 und eben der 7. Februar 2010. Für Frankfurter Fußballprofis sind Dienstreisen nach Westfalen meist ein hoffnungsloses Unterfangen gewesen.

          Zambrano in 18 Spielen 34 Fouls

          Aktuell macht es die Aufgabe nicht leichter, dass Veh nicht seine beste Mannschaft aufbieten kann. Pirmin Schwegler steht wegen des Knorpelbruchs am Rippenbogen „definitiv nicht zur Verfügung“, wie der Eintracht-Trainer sagte. „Und Tranquillo Barnetta wird im Normalfall auch ausfallen.“ Zudem ist Johannes Flum, einer von Vehs Lieblingsspielern, angeschlagen. Über seinen Einsatz wird kurzfristig entschieden. Änderungen also werden kommen – vor allem in der Defensive, in der der mit neun Gelben Karten belastete Carlos Zambrano eine Pause erhält. Wie schon beim Auswärtsspiel in München wird Veh seinen Abwehrchef auch in Dortmund schonen, weil er den Peruaner in der darauffolgenden Heimbegegnung benötigt. Gegen Braunschweig, als 3:0 gewonnen wurde, ging der Plan auf. Und auch gegen den SV Werder Bremen, der sich am nächsten Sonntag in der dann mit einem neuen Rollrasen ausgestatteten Frankfurter Arena vorstellt, soll Zambranos Mitwirken zu einem Sieg führen. „Wir brauchen Carlos“, sagte Veh am Freitag. „Er ist einer der besten Verteidiger der Bundesliga.“ Vor wenigen Tagen erst, im Pokal beim ersten Wochenvergleich mit der Dortmunder Borussia, hat sich Zambrano mit Robert Lewandowski etliche kleinere und größere Scharmützel geliefert.

          Am Ende des Tages wurde der Peruaner zwar als eine Art Buhmann dargestellt. Doch dagegen verwahrte sich Veh energisch. „Ja, es stimmt, er macht ab und zu Mätzchen, und dafür kritisiere ich ihn auch und fordere ihn auf, das abzustellen. Es ist aber auch so, dass Carlos ständig provoziert wird.“ Und dann griff Veh, der eigentlich nichts von Statistiken hält, doch in die Archivkiste, um ein paar aussagekräftige Zahlen zu nennen. Danach hat Zambrano in 18 Spielen 34 Fouls begangen, also weniger als zwei pro Begegnung. Gleichzeitig ist der Peruaner aber selbst 57 Mal gefoult worden – der dritthöchste Wert aller Bundesligaspieler. Zambrano ist damit sogar derjenige Profi, der die meisten Fouls aller Verteidiger einstecken musste. Beim zweiten Duell mit der Borussia wird Zambrano nichts passieren: Veh lässt ihn draußen. „Bamba Anderson ist wieder gesund und fit. Ich habe ihn jetzt zweieinhalb Jahre bei mir. Der Junge kann Bundesliga spielen.“ Zum Beispiel an diesem Samstag in Dortmund.

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