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Eintracht Frankfurt : Rückhalt und Frohnatur

Alles okay: Torwart Lukas Hradecky ist zufrieden mit seinem Start bei der Frankfurter Eintracht. Bild: Heiko Rhode

Die Fußstapfen, die Lukas Hradecky in Frankfurt füllen soll, sind groß. Doch der finnische Torwart ist schnell zu einem Publikumsliebling bei der Eintracht geworden.

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          Er ist so etwas wie der Kosmopolit der Eintracht. Spricht mit Slowakisch, Finnisch, Dänisch und Englisch gleich vier Sprachen. „Und Deutsch kommt als nächstes dazu.“ Doch der polyglotte Lukas Hradecky hat noch andere Vorzüge. Der sportlich wertvollste: Er ist ein erstklassiger Torhüter. „Lukas ist ein guter Junge“, sagt Manfred „Moppes“ Petz, der es wissen muss. Der Torwarttrainer der Frankfurter Eintracht hat nahezu täglich mit den Keepern zu tun.

          Dass Petz seit dem Bundesligastart auch und vor allem mit dem Finnen Hradecky arbeiten darf, empfindet er als besonders angenehm. Wobei: Schon das Tagesgeschäft mit Heinz Lindner, dem Torwart Nummer zwei der Eintracht, hat sich in der sommerlichen Vorbereitungsphase in Lindners österreichischer Heimat gut angelassen. Beide Schlussmänner sind nett und sympathisch. Doch nur einer kann die Spitzenkraft sein. Hradecky ist es vom Start weg geworden: eine gute, eine richtige Entscheidung.

          Ein Transfer mit besonderer Sorgfalt

          Eintracht-Trainer Armin Veh hat damit ein richtiges Näschen bewiesen und im Zusammenspiel mit Bruno Hübner das Geduldspiel um Hradecky positiv beendet. Richtig ist: Der Frankfurter Sportdirektor Hübner hat sich viel Zeit gelassen, um Hradecky von dessen vormaligem Klub Brøndby aus Dänemark nach Deutschland zu transferieren. Ein Deal, der länger als manch andere Verpflichtung dauerte. Doch der Rückendeckung von Veh konnte sich Hübner sicher sein.

          Die Eintracht wollte Hradecky mit Macht – und sie hat ihn gegen Zahlung einer Ablösesumme von zwei Millionen Euro bekommen. „Wir haben einen sehr guten Torwart abgegeben und einen sehr guten Torwart geholt“, sagt Veh. Noch bevor feststand, dass sich der letztjährige Kapitän Kevin Trapp aus Frankfurt verabschieden und eine neue sportliche und wirtschaftliche Herausforderung beim französischen Abonnementmeister Paris St.-Germain finden würde, hatte die Eintracht ihre Fühler nach dem finnischen Nationaltorhüter ausgestreckt. „Es hat mir unheimlich geholfen, dass Veh total entspannt war und den Weg mitgegangen ist“, sagte Hübner zu dem Plan, bei Hradeckys Transfer besonders viel zeitliche Sorgfalt walten zu lassen. „So hatten wir die Chance, den Spieler fünf, sechs Mal aktuell zu beobachten.“ Nicht nur in Spielen für Brøndby, sondern auch im Tagesgeschäft bei der Trainingsarbeit, wo sich mitunter ein anderes Bild ergeben kann.

          Hradecky will fehlerfrei und torlos bleiben

          Nicht so bei Lukas Hradecky. Der Finne war schon in Dänemark eine Frohnatur mit einer positiven Ausstrahlung – und ist es auch in Deutschland bei der Frankfurter Eintracht. Wenn der 25 Jahre alte Keeper um Auskunft gebeten wird, hat man es in der Folge mit einem freundlich parlierenden Fußballprofi zu tun. Das Strahlen in seinem Gesicht ist auch nach den ersten drei Punktspielprüfungen nicht geringer geworden. Schließlich hat Hradecky drei gute Bundesligaspiele absolviert und mithin das gehalten, was man sich vorab von ihm versprochen hatte. Mit einem kleinen Schönheitsfehler freilich: Sowohl in Wolfsburg (1:2) als auch gegen Augsburg (1:1) und zuletzt in Stuttgart (4:1) ist es dem umsichtigen, mit einer hohen Spielintelligenz und technischen Ballfertigkeit ausgezeichneten Eintracht-Schlussmann verwehrt geblieben, unüberwindlich zu sein. „Das nächste Mal will ich ohne Gegentor bleiben“, sagte er vor einigen Tagen, als er sich aus Frankfurt verabschiedete und zur finnischen Nationalmannschaft flog, die in der Europameisterschafts-Qualifikation in Griechenland und zu Hause in Helsinki gegen Färöer gefordert ist.

          Das nächste Mal – es wird das Heimspiel gegen den 1. FC Köln sein. Wenn sich die überaus positiv in die neue Fußballsaison gestarteten Rheinländer am 12. September als Tabellenvierter von 18.30 Uhr an in der Frankfurter Arena beim Rangachten vorstellen, werden sie sich anstrengen müssen, um Hradecky zu überwinden. Der Finne will fehlerfrei und torlos bleiben – und später mit einem Strahlen im Gesicht im Interviewmarathon seinen Mann stehen. Möglicherweise sind dann auch schon die ersten deutschen Sätze dabei.

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