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Eintracht Frankfurt : Rolle rückwärts – Bruchhagen und das Risiko

Kein Disput? Bruchhagen und Hellmann treten in Abu Dhabi gemeinsam auf. Bild: Huebner/Hujer

Die Eintracht verlässt ihr Trainingslager in Abu Dhabi mit einem „guten Gefühl“. Auch der Disput zu Finanzfragen ist geklärt: Heribert Bruchhagen rudert nach seinen Aussagen vom Wochenende zurück.

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          Jetzt ist Schluss! Kurz vor der Heimreise nach Frankfurt ist Heribert Bruchhagen ein Fehltritt unterlaufen, den er wohl nie vergessen wird. In einem Freundschaftsspiel zwischen Angestellten der Eintracht Frankfurter Fußball AG und Journalisten zog sich der Vorstandsvorsitzende eine Verletzung an der Leiste zu, die sich als Muskelbündelriss herausstellte: „Das war definitiv mein letztes Fußballspiel“, sagte er anschließend. Die abschließenden Fußwege in Abu Dhabi – das Team und die Begleitgruppe verließen in der Nacht zum Mittwoch die Stadt schon wieder – legte der 66-Jährige nur noch hinkend und unter Schmerzen zurück.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Vor der Rückkehr nach Hessen trat er dabei noch einmal vor die Mikrofone, diesmal in Begleitung seines Vorstandskollegen Axel Hellmann – und nicht wie am Wochenende in getrennten Auftritten, als beide binnen zwei Stunden über die Finanzsituation des Klubs sprachen und dabei völlig unterschiedliche Ansichten vertraten.

          Bankdarlehen komme nicht in Frage

          Bruchhagen räumte ein, dass durch „meine Einlassungen nachvollziehbare Irritationen“ entstanden sind. Vor allem seine Äußerung, im Zweifelsfall Geld bei einer Bank zu leihen, um die erhofften Vertragsverlängerungen von Kevin Trapp, Carlos Zambrano und Bastian Oczipka zu bezahlen, relativierte er. Er sagte nun am Dienstag, dass, wie zuvor von Hellmann detailliert dargelegt, in Aufsichtsrat und Vorstand klare Beschlüsse existieren, dass eben doch Modelle geprüft werden, wie mit Hilfe von Investoren die wirtschaftliche Schlagkraft des Klubs auf dem Transfermarkt gesteigert werden kann. „Wir brauchen eine Zufuhr von außen, um unser Eigenkapital zu stärken“, sagte Bruchhagen. Ein Bankdarlehen, das zu einem bestimmten Stichtag abgelöst werden muss, so wie von ihm am Sonntag als bevorzugte Lösung präsentiert, komme dafür nicht in Frage.

          Die Suche nach einem geeigneten Partner konzentriere sich dabei zunächst auf den Kreis der „Freunde der Eintracht“. Darin sind das Bankhaus Metzler, die DZ Bank, die Hessische Landesbank und die BHF Bank vereint, die zusammen rund 33 Prozent der Aktien handeln; außerdem gibt es die Steubing AG (3,6 Prozent), die zuletzt vor allem dem Verein bei Engpässen zur Seite sprang. Hellmann betonte, dass mit „Institutionen“ Verhandlungen liefen, die „wir am Risiko unseres Wachstums beteiligen möchten“. Gegen entsprechende Renditen. Er fügte an, dass damit „alles klargestellt“ sei und von einem Disput fortan keine Rede mehr sein könne. Machtworte, zum Beispiel durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Wilhelm Bender, der vorzeitig abgeflogen war und sich aus Deutschland in den Zwist eingeschaltet hatte, „muss es keine geben“, meinte Hellmann.

          Flum verletzt, Zambrano genesen

          Von den Aufregungen im Umfeld wenige Tage vor der Präsidentenwahl an diesem Sonntag zeigte sich Thomas Schaaf unbeeindruckt. Er kehre mit einem „guten Gefühl nach Hause zurück“. Der Trainer sagte, er freue sich auf den Pflichtspielstart in anderthalb Wochen in Freiburg, „wir haben gut gearbeitet“. Es gebe nur wenige personelle Fragezeichen. Unter anderen haben sich Aleksandar Ignjovski und Alexander Madlung mutmaßlich durch den permanenten Wechsel zwischen der Wärme außerhalb des Hotels und der Klimaanlagenkühle innerhalb der Busse, die sie zu den Testspielen nach Al Ain brachten, stark erkältet und konnten die Abschlusseinheiten nicht mehr mitmachen; auch Johannes Flum trat wegen Muskelbeschwerden kürzer. „Im Plan“ liegen dagegen Trapp und Zambrano. Der Torhüter habe sich in Abu Dhabi so in Szene setzen können wie vor seinem dreimonatigen Ausfall wegen einer Fußverletzung. Dass er die Abschlusseinheit vorzeitig wegen Schmerzen abbrechen musste, ist laut Sportdirektor Bruno Hübner nicht gravierend: „Kevin hat einen Schmerz im rechten Adduktorenbereich gespürt. Aber nach einer ersten Untersuchung können wir Entwarnung geben.“

          Innenverteidiger Zambrano machte derweil auf dem Weg zum Comeback nach seinem Innenbandriss einen großen Schritte voran. Körperlich gebe es bei dem Peruaner „keine Probleme mehr“, sagte Schaaf. An diesem Samstag, beim Privatspiel gegen Servette Genf in der Frankfurter WM-Arena, sei er schon wieder eine Alternative. Möglicherweise wird die Partie gegen den Schweizer Zweitligaklub für Vaclav Kadlec die letzte Gelegenheit, den Coach von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Während der Woche in Abu Dhabi gelang es ihm wiederum nicht. „Wenn das richtige Angebot für ihn kommt, werden wir darüber nachdenken“, sagte Schaaf. Die Offerte des SC Paderborn, der den 22-Jährigen Stürmer gerne ausleihen würde, wies die Eintracht am Dienstag zurück.

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