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Eintracht Frankfurt : Rendezvous im Revier

Keine breite Brust: Um „auf“ Schalke zu bestehen, kann Lucas Piazón und der Eintracht höherer Beistand nicht schaden. Bild: Picture-Alliance

Gräfe und die Eintracht begegnen sich schon wieder: „Auf“ Schalke wird der Referee als vierter Offizieller eingesetzt. Schaaf sieht’s locker und seine Spieler in der Pflicht.

          3 Min.

          So klein ist die Bundesliga-Welt. Schon an diesem Samstag kommt es zu einem Wiedersehen zwischen Manuel Gräfe und der Eintracht. Bei der Partie des vierten Erstliga-Spieltags, der für die Frankfurter die Auswärtsaufgabe beim FC Schalke (15.30 Uhr) bringt, wird der vierzig Jahre alte Berliner als vierter Offizieller an der Seitenlinie eingesetzt. Am Sonntag, bei der Heimniederlage der Hessen gegen den FC Augsburg, war dem Referee ein folgenschwerer Fauxpas unterlaufen. Nach einer Viertelstunde übersah Gräfe ein Foulspiel an Vaclav Kadlec im Strafraum. Dass er die unfaire Attacke, die einen Strafstoß für die Eintracht hätte zur Folge haben müssen, nicht ahndete, begründete der Unparteiische hinterher mit einer Technikpanne. So habe sein Headset versagt, und Patrick Ittrich, der als vierter Offizieller das Geschehen besser im Blick hatte, habe ihn so mit Hilfe des Linienrichters nicht informieren können.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Thomas Schaaf, der Coach der Hessen, die durch das 0:1 gegen die Schwaben die erste Saisonniederlage hinnehmen mussten, kommentierte das überraschend schnelle Rendezvous mit dem Schiedsrichter gelassen. Der Deutsche Fußball-Bund, dem aktuell jedes Wochenende 42 Schiedsrichter zur Verfügung stehen, die in Vierergespannen an den neun Spielorten eingesetzt werden können, wollte keine Stellungnahme abgeben, warum es Gräfe und die Eintracht unmittelbar wieder miteinander zu tun bekommen. Schaaf äußerte sich dagegen konziliant: „Damit habe ich kein Problem“, sagte der Coach, der sportlich nicht frei von Sorgen ist. Gräfe habe seinen Fehler eingestanden, sich dafür entschuldigt – mehr könne er nicht tun, meinte der Dreiundfünfzigjährige. Er sei nicht nachtragend und konzentriere sich gegen Schalke „auf das, was auf dem Platz passiert, und nicht auf das Drumherum“.

          Piazón mit Umstellungsproblemen

          Auf Bamba Anderson, der seit dem Saisonstart in der Viererkette seine Sache zuverlässig erledigte, wird er gegen die „Königsblauen“ nicht zurückgreifen können. Dem Brasilianer gehe es nach seiner Grippe besser, „aber nicht so gut, dass er dabei sein kann“. Bei dem Innenverteidiger will Schaaf jedes Risiko vermeiden. Anderson soll sich auf seine Genesung konzentrieren, um beim Rhein-Main-Duell an diesem Dienstag gegen Mainz 05 auf jeden Fall einsatzfähig zu sein. Um die Lücke in der Defensive zu stopfen, bieten sich ihm zwei naheliegende Lösungsmöglichkeiten: Er kann Marco Russ aus dem defensiven Mittelfeld zurückziehen und an die Seite von Jubilar Carlos Zambrano (100. Bundesligaspiel) beordern; oder Alexander Madlung aufbieten und auf der Sechserposition alles so lassen, wie es sich zuletzt eingespielt hat. Wobei vieles für eine Versetzung von Russ spricht, zumal mit Neuzugang Slobodan Medojevic eine ordentliche Alternative parat steht: Der technisch versierte Serbe ließ bei seiner Einwechslung gegen Augsburg durchblicken, dass er dem Team mit seiner Ballsicherheit und seiner Zweikampfstärke durchaus weiterhelfen kann. „Wir müssen unsere beste Leistung abrufen, wenn wir Erfolg haben wollen“, formulierte Schaaf den grundsätzlichen Anspruch an seine Auswahl – ganz gleich, wen er berücksichtigt.

          Umbauten deuten sich auch offensiv an, wo Stefan Aigner nach seiner ausgestandenen Knieverletzung auf sein verspätetes Saisondebüt drängt; für ihn müsste Vaclav Kadlec ins zweite Glied rücken oder auf den linken Flügel ausweichen, wo Lucas Piazón bislang nur im Test gegen Inter Mailand eine wirklich gute Figur abgab. Doch Schaaf zeigte sich in der Beurteilung des jungen Brasilianers, der für zwölf Monate vom FC Chelsea ausgeliehen wurde, milde: „Er ist ein herausragender Spieler“, sagte der Trainer, „wir sind froh, dass wir ihn haben.“ Aber es sei richtig, dass er „noch nicht all das aufgezeigt hat, was in ihm steckt“. Piazón, der zuvor in den Niederlanden für Vitesse Arnheim und in Spanien beim FC Málaga zum Einsatz kam, habe noch Umstellungsschwierigkeiten auf das höhere Tempo hierzulande. Wie die Mehrzahl seiner Kollegen habe der Zwanzigjährige gegen Augsburg „unglücklich“ agiert, sagte Schaaf, doch eben auch die größte Kilometerleistung aller Eintracht-Spieler absolviert: 12,1 Kilometer (Schnitt des Teams 10,0). Für den Trainer steht daher unzweifelhaft fest: „Der Junge will.“ Das allein wir nicht reichen, um einen kapitalen Negativtrend zu durchbrechen: Die vergangenen elf Auftritte in Gelsenkirchen endeten für die Hessen erfolglos, ihr letzter Sieg „auf“ Schalke datiert vom 22. Mai 1999.

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