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Eintracht Frankfurt : Rätselraten um Flum

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Er will nur spielen! Johannes Flum wehrt sich mit engagierten Trainingsleistungen gegen das wachsende Gefühl, bei der Eintracht nicht mehr gebraucht zu werden. Bild: Jan Huebner

Der vielseitige und zuvor hochgeschätzte Fußballprofi Johannes Flum spielt bei der Eintracht unter Schaaf keine Rolle mehr:„Das ist die schwerste Phase meiner Karriere.“ Konkrete Gründe nennt der Trainer nicht.

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          In der Stadt Frankfurt fühlt sich Johannes Flum „pudelwohl“. An seinem Arbeitsplatz bei der Eintracht sieht er sich außerdem als Teil einer „super Mannschaft“. Und der Fußballprofi sagt in der Arbeitswoche vor dem Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen Paderborn auch: „Ich habe große Lust, weiterhin bei der Eintracht zu spielen. Es ist ein unglaublicher Verein mit unglaublichen Fans.“ Alles prima offenbar. Der Siebenundzwanzigjährige hört sich an, als würde er gerade die schönste Zeit in seiner Karriere erleben. Mit Erfolgserlebnissen und persönlichen Glücksgefühlen.

          Aber das Gegenteil ist der Fall: Nach jetzigem Stand ist Flum sogar sportlich ohne Perspektive in Frankfurt – trotz eines Vertrags bis Juni 2016. Denn bei Trainer Thomas Schaaf ist der gestandene Spieler zum großen Außenseiter geworden. Warum, ist ein Rätsel. Trotzdem will sich Flum nicht unterkriegen lassen.

          Unter Veh gehörte Flum noch zu den Lieblingen

          Drei Kurzeinsätze mit einer Spielzeit von insgesamt nur 41 Minuten – das ist die unbefriedigende Bilanz von Flum in dieser Bundesliga-Saison. Seit dem dritten Spieltag kam er nicht mehr zum Einsatz, bevor ihn Schaaf am 14. Februar im Heimspiel gegen Schalke 04 (1:0) in der 90. Minute einwechselte. Ein Trost war das natürlich nicht für ihn. In den darauffolgenden drei Begegnungen blieb ihm abermals nur die Zuschauerrolle. Härter hätte also der Schnitt für ihn in dieser Spielzeit kaum sein können.

          Zur Erinnerung: In der Vorsaison unter Trainer Armin Veh gehörte Flum noch zu den Vielspielern – auf verschiedenen Positionen wie im defensiven Mittelfeld und auf der rechten oder linken Mittelfeldseite. Gelegentlich half der Allrounder auch in der Verteidigung oder in der Offensive aus. Bis zu seiner schweren, im Heimspiel gegen Mainz erlittenen Schulterverletzung Anfang April 2014 hatte er 26 überwiegend gute Spiele (drei Tore) absolviert. Zwar warf ihn dann auch zu Beginn dieser Saison eine Verletzung zurück, nicht zu vergessen die Nachwirkungen der Schulteroperation. Aber das erklärt seine heutige Statistenrolle nicht. Zumal er mit seinem Charakter jeder Mannschaft guttut.

          Schaaf äußert sich nur allgemein

          „Das ist ganz klar die schwerste Phase in meiner Karriere“, erklärt der ehemalige Freiburger. „Dass ich gar nicht spiele, habe ich noch nie erlebt.“ Flum jammert nicht. Noch stemmt er sich dagegen an, kaum mehr gebraucht zu werden – auch wenn die Situation für ihn mit jeder Nichtberücksichtigung schwieriger wird. Zum einen muss er seine Motivation dennoch hoch halten, gleichzeitig aber seine immer größer werdende Ungeduld zügeln. Und er muss aufpassen, bei alldem Druck nicht zu verkrampfen.

          „Es ist sehr ärgerlich“, sagt Flum über die Tatsache, dass er in den vergangenen Monaten keine Chance in einem Pflichtspiel bekam. Selbst dann nicht, wenn die Frankfurter Defensive wie so oft wieder Defizite offenbarte. Die Rolle von Flum scheint wie zementiert zu sein. „Nennen Sie mir einen Grund, warum ich den besseren Spieler nicht spielen lassen soll.“ Das sagte Schaaf in dieser Woche – ohne sich dabei auf einen bestimmten Spieler zu beziehen.

          Für Flum bedeutet das, dass er im internen Konkurrenzkampf nicht gut genug sein muss – und das, obwohl der eine oder andere Mitspieler in den zurückliegenden Begegnungen nicht überzeugen konnte. Das änderte jedoch nichts daran, dass Schaaf immer die gleichen 13 oder 14 Profis aufbietet. Über die Ursache für seine Position in der zweiten Reihe will Flum in der Öffentlichkeit nicht sprechen. „Was soll ich groß sagen? Im Moment ist es schwierig für mich. Ich kann nur jeden Tag Gas im Training geben und mich anbieten.“ Das sind seine Worte.

          Aber Flum resigniert nicht. „Ich weiß, dass es sich schlagartig ändern kann. Das ist immer noch meine Hoffnung.“ Aufgrund der Knieverletzung von Defensivspieler Marco Russ wird nun ein Platz in der Mannschaft frei. Vielleicht ist das die Chance für Flum. Oder auch nicht. Für ihn wird das der nächste sachdienliche Hinweis sein, ob er noch eine Zukunft bei der Eintracht hat. Sportdirektor Bruno Hübner kündigte ein Gespräch mit Flum an. Mit dem Spieler, der „unbedingt“ in Frankfurt bleiben möchte. „Ich habe noch keinen Gedanken daran verschwendet, zu gehen.“ Der aber auch sagt: „Natürlich muss sich an der Situation etwas ändern.“ Flum will wieder spielen.

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