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Eintracht Frankfurt : Noch zwei Neue

Auffällige Erscheinung: Eintracht-Neuzugang Stephan Schröck ist in vielerlei Hinsicht ein ungewöhnlicher Typ. Bild: Jan Huebner

Nach zwei Zugängen aus Freiburg kommt jetzt ein Hoffenheim-Duo zur Eintracht. Der philippinische Nationalspieler Stephan Schröck ist schon da - Stürmer Joselu soll folgen.

          Für Stephan Schröck ist es eine Premiere, dort seinen Dienst zu beginnen, wo das Herz der Eintracht schlägt. Riederwald, Donnerstagmorgen.Trainer Armin Veh hat die Eintracht-Profis zum obligatorischen Laktattest in den Frankfurter Osten gebeten. Seit dem Vortag, an dem der Tabellensechste der vergangenen Saison der Fußball-Bundesliga mit der Vorbereitung auf die neue Saison begonnen hat, hat sich einiges getan. Das Wetter ist schlechter geworden - und die Mannschaft größer. Vom erstklassigen Fast-Absteiger 1899 Hoffenheim hat sich der kleine offensive Mittelfeldspieler Schröck für die kommenden zwei Jahre den Hessen angeschlossen. Vor einem Jahr schon, heißt es unisono, hatten beide Parteien die Möglichkeit einer Zusammenarbeit erörtert. Jetzt endlich hat es gepasst. „Die Initiative ist von der Eintracht ausgegangen“, sagt der 26 Jahre alte Stephan Markus Cabizares Schröck.

          Geboren in Schweinfurt, besitzt der Franke zwei Staatsbürgerschaften. Da seine Mutter Filipina ist, darf Schröck auch für die philippinische Nationalmannschaft am Ball sein. Als er über die jüngsten Auftritte des Auswahlteams erzählt, huscht ein Lächeln über sein Gesicht. „Wir haben uns für die zweite Zwischenrunde der Asienmeisterschaft qualifiziert. Das ist ein Riesenerfolg für uns“, sagt er. „In Europa wird das eher belächelt.“ Europa, Deutschland, Frankfurt. Seit neuestem ist seine sportliche Heimat nicht mehr im beschaulichen Zuzenhausen, sondern am Main. „Als ich heute Morgen an den Riederwald gefahren bin, habe ich den Unterschied gesehen.“ Jede Menge Staus auf der Autobahn. Verständlich, dass der variabel einsetzbare Außenbahnspieler, der sich auf der linken Seite am wohlsten fühlt, schnell aus dem Hotel ausziehen will, um gemeinsam mit seiner jungen Familie in einer Wohnung zu leben. Schröck ist Vater eines zehn Monate alten Sohns. Name: Dias Santos.

          Joselu könnte die Frankfurter Offensive stärken

          Wie bei Neuzugängen üblich, sind die ersten Eindrücke auch bei ihm ausnahmslos positiv. „Die Jungs sind locker und gut drauf“, sagt Schröck über seine zukünftigen Frankfurter Spielkameraden. „Das ist ein gut zusammengeschweißter Haufen.“ In dem noch Platz für weitere frische Kräfte ist. So steht mit Schröcks ehemaligem Mitspieler Joselu ein weiterer Hoffenheimer vor dem Wechsel nach Frankfurt. Anders als Schröck spielt der in Stuttgart geborene Spanier dort, wo die Not bei der Eintracht am größten ist: im Sturm. 23 Jahre alt ist José Luis Sanmartin, genannt Joselu. Ein spielstarker Stürmer, der viel in Bewegung ist, sich im Zentrum wohl fühlt und mithelfen könnte, die Frankfurter Offensive schlagkräftiger zu machen.

          Schröck ist da schon einen Schritt weiter. Er ist im Besitz von gültigen Arbeitspapieren und „sehr glücklich, dass es mit der Eintracht geklappt hat“. Die Freude ist verständlich, denn für Schröck ist die zurückliegende Saison in Hoffenheim „sportlich nicht ermutigend verlaufen“. Sein Hauptproblem: „Wir hatten viel zu viele Trainerwechsel.“ Bei dem aktuellen Coach Markus Gisdol spielte Schröck überhaupt keine Rolle mehr - anders als noch bei seiner vorherigen Station in Fürth. Bei den Greuthern stand der Mittelfeldmann schon als Jugendlicher vor dreizehn Jahren auf dem Platz. Bei den Profis schärfte er acht Jahre lang, von 2004 bis 2012, sein Profil, ehe er in den Kraichgau wechselte.

          Am Sonntag geht es ins Trainingslager

          Nun also Frankfurt und die Eintracht. Die Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League - zum Greifen nah - ist für Stephan Schröck ein großer Motivationsanreiz. „Was in der Vergangenheit gewesen ist, interessiert mich nicht mehr. Ich bin jemand, der nach vorne schaut.“ Dass er leistungsmäßig zulegen kann und muss, weiß er. „Ich bin bei weitem nicht mehr in der Form meines Lebens“, sagt er diplomatisch. Seine bisherige Bilanz - zehn Erstliga-, 183 Zweitligaspiele (7 Tore), 15 DFB-Pokalspiele sowie 7 Einsätze (1 Tor) in der philippinischen Nationalmannschaft - hat noch Luft nach oben.

          Wenn sich der Eintracht-Tross an diesem Sonntag um neun Uhr mit dem Bus auf den Weg in das einwöchige Trainingslager in Feldkirchen an der Donau macht, wird Schröck mit an Bord sein. Auch sein Hoffenheimer Mitspieler Joselu sollte bis zur Abfahrt in das österreichische Vorbereitungscamp alle vertraglichen Formalitäten erledigt haben. Zwei Neue aus Freiburg, zwei Neue aus Hoffenheim. Fehlen noch weitere zwei Kräfte, um die Eintracht für drei Wettbewerbe fit zu machen.

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