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Eintracht Frankfurt : Nicht schön, nur erfolgreich

  • -Aktualisiert am

Der Kopf der Eintracht-Abwehr: Makoto Hasebe geht im Hinspiel gegen Donezk in ein Duell mit Moraes. Bild: Jan Huebner

Die Eintracht muss gegen Donezk von ihrem Angriffsstil etwas Abstand nehmen: Zum einen würde ein 0:0 schon reichen, zum anderen fehlt wichtiges Personal.

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          Die Reise durch Europa soll weitergehen, deshalb rückt Adi Hütter von seinem Grundsatz ab. Der Eintracht-Trainer gehört zu den mutigsten und angriffslustigsten seiner Zunft. Nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ lässt der Österreicher seine drei Top-Stürmer Haller, Jovic und Rebic sehr häufig gleichzeitig von der Leine.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die Argumentation: Das Bändigen seiner Stürmer bindet dem Gegner Kräfte für die eigene Offensive. Vor dem Rückspiel in der Runde der letzten 32 der Europa League an diesem Donnerstag (18.55 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League, bei Nitro und DAZN) klingt der Österreicher diesmal ganz anders: „Wir haben uns im Hinspiel mit dem 2:2 ein gutes Ergebnis erarbeitet, das müssen wir verteidigen.“ Zuerst gehe es darum, keine Torchancen zuzulassen, dem Gegner keine Räume zu öffnen. Um keine Zweifel zu lassen, spitzte der Vorarlberger noch mal zu: „Wir müssen kein wunderschönes Spiel machen.“ Es gehe allein um das Weiterkommen.

          Einen Sperrriegel im Mittelfeld zu errichten wird dadurch erschwert, dass Gelson Fernandes, der beste aller Frankfurter Raumversiegler, verletzt ausfällt. Deshalb kaprizieren sich die Frankfurter Hoffnungen darauf, dass die zweitbeste Defensivkraft im Mittelfeld mitwirken kann. Sebastian Rode nahm immerhin am Mittwoch am Abschlusstraining teil, nachdem er sich im Hinspiel in Charkiw eine Wadenverletzung zugezogen hatte. Die Leihgabe von Borussia Dortmund schien kaum noch Beschwerden zu haben, wobei die Anforderungen allerdings auch nicht sehr hoch waren. Über seinen Einsatz wird erst kurz vor dem Anpfiff entschieden.

          Überzeugende Optionen?

          Trainer Hütter mochte das Thema Personalnot im defensiven Mittelfeld nicht dramatisieren. „Wir haben verschiedene Optionen.“ Das stimmt zwar, aber keine überzeugenden. Jetro Willems, im letzten Gruppenspiel der Europa League bei Lazio Rom noch Ersatzmann auf dieser Position, hat seitdem eher Rück- denn Fortschritte gemacht. Marc Stendera fehlt die Spielpraxis, und Makoto Hasebe auf die Sechserposition vorzuziehen bedeutete, die eingespielte Dreierkette in der Abwehr mit dem Japaner als Dreh- und Angelpunkt in der Mitte zu sprengen. Eine Überlegung könnte sein, Martin Hinteregger ins defensive Mittelfeld zu positionieren und David Abraham nach seiner Verletzungspause als rechtem Verteidiger aufzubieten. Aber diese Improvisationen wirken noch riskanter als Rodes Einsatz nach kaum überstandener Muskelverletzung.

          Hasebe reagierte betont defensiv, als er nach einem potentiellen Einsatz auf der „Sechs“ gefragt wurde. „Ich möchte nicht viel dazu sagen, ich weiß ja noch nicht mal, ob ich überhaupt spiele.“ Eine Sekunde später wusste er es, denn Hütter nickte nach Hasebes Antwort mit dem Kopf und sagte: „Er spielt.“ Dass ihm jedoch die Libero-Rolle die liebste ist, verschweigt der Japaner nicht, aber seine Aufgabe sei es, an jeder Stelle bereit zu sein. Sein Respekt vor Donezk ist durch den Verlauf des Hinspiels nicht geringer geworden. Vor allem Linksaußen Taison hat Hasebe beeindruckt. „Wir müssen alle zusammen gut gegen ihn verteidigen“, sagt der Japaner.

          0:0 reicht nicht für die Ukrainer

          Hütter hält es für einen kleinen Vorteil, dass den Ukrainern ein 0:0 zum Weiterkommen nicht genügt und sie deshalb das Spiel gestalten müssen. Und die frenetischen Zuschauer in der Frankfurter Arena seien eine zusätzliche Hilfe für sein Team: „Als ich im ersten Europa-League-Heimspiel gegen Lazio das Spielfeld betrat, bekam ich eine Gänsehaut.“ Auch gegen Donezk wird es eine Choreographie der organisierten Fanszene geben. Hasebe bekam die Vorbereitungen dazu mit: „Sofort kam Adrenalin bei mir hoch.“

          Die Bühne ist bereitet, das Stadion wird mit 47.000 erwartungsfrohen Besuchern ausverkauft sein. So wie vor fünf Jahren gegen Porto. Damals schied die Eintracht nach einem 2:2 im Hinspiel gegen die Portugiesen durch ein 3:3 aus. Was Hütter nicht im Mindesten beunruhigt: „Auf die Vergangenheit gebe ich gar nichts.“

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